Erster Kunstrasenplatz in Heek: Banges Warten und ungeklärte Fragen

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Der SV Heek, RW Nienborg und der SC Ahle wünschen sich sehnlich zwei Kunstrasenplätze. Die Planungen für den ersten Platz sind angelaufen, doch deswegen sind noch längst nicht alle Fragen geklärt.

Heek

, 21.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In den Farben getrennt – in der Sache vereint. So lautet das Motto vom SV Heek, RW Nienborg und dem SC Ahle mit Blick auf den großen Wunsch, zwei Naturrasenplätze in zwei Kunstrasenplätze umzuwandeln. Ein erster wichtiger Schritt dafür ist bereits durch die Verwaltung erfolgt. Doch es bleiben noch einige Fragezeichen.

Kommt er wirklich, der erste so sehnlich von den drei Vereinen gewünschte Kunstrasenplatzen in der Dinkelgemeinde? Perspektivisch sollen es im Idealfall sogar mal zwei werden. Einer im Dinkel- und einer im Eichenstadion. Doch jetzt geht es erst mal um das Kunstgrün auf dem Areal des SV Heek.

Maximale Fördersumme beträgt 750.000 Euro

Stehen und fallen wird die Sache wohl mit der Genehmigung der Fördergelder aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“. 100 Prozent oder maximal 750.000 Euro beträgt die Förderung bei Tiefbaumaßnahmen in 2020. Der Antrag wurde durch die Gemeindeverwaltung fristgereicht im Oktober bei der Bezirksregierung Münster eingereicht.

Jetzt heißt es abwarten. „Wir gehen von einer Entscheidung der Bezirksregierung bis zum 14. Dezember aus“, sagte Bauamtsleiter Herbert Gausling in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Sport, Kultur und Tourismus. Sollte es im ersten Anlauf kein Förderzuschlag geben, werde man es in 2021 erneut versuchen, so der Bauamtsleiter. Stichtag wäre dann der 15. Januar 2021.

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Dass die Geschichte des aktuell mit 890.000 Euro kalkulierten Kunstrasenplatzes mit der Bewilligung von Fördergeldern einhergeht, liegt bei der Höhe der Summe auf der Hand. Die Kostenberechnung geht auf ein Planungsbüro aus Sassenberg zurück, das die Gemeinde beauftragt hat. So oder so sollen die erforderlichen Haushaltmittel vorsorglich in den Haushalt 2021 eingeplant werden.

Der erste Kunstrasenplatz ist im Dinkelstadion geplant.

Der erste Kunstrasenplatz ist im Dinkelstadion geplant. © Markus Gehring

Doch selbst wenn die Gemeinde einen Förderzuschlag erhält – die Fördermittel sind laut Bezirksregierung begrenzt auf sieben (2020) und fünf (2021) Millionen Euro und eine Überzeichnung droht – ist noch längst nicht alles klar. Denn wer würde die Differenzkosten von rund 140.000 Euro tragen? Die Gemeinde? Die drei Vereine? Oder lässt sich die Summe vielleicht sogar noch nach unten korrigieren?

Wo kommen die Mehrkosten her?

Viele offene Fragen, die auch das Dinkelbündnis in Person von Bernhard Holtkamp auf den Plan rief. „Uns würde schon mal interessieren, wo die Mehrkosten auf einmal herkommen. Die Vereine sind doch von 650.000 Euro ausgegangen.“

Die einfache Erklärung laut Verwaltung: Die alte Flutlichtanlage soll abgerissen (25.000 Euro) und eine neue errichtet werden (75.000 Euro). Zudem soll der Platz laut Entwurfsskizze hinter den Toren inklusive Ballfanggittern in einer Höhe von vier beziehungsweise sechs Metern eingezäunt werden. Auch soll es eine Einpflasterung des Platzes geben. Quasi eine Schutzzone, auf der Dreck abgelaufen wird, damit dieser nicht auf den Platz kommt. All das habe das Planungsbüro „dringlich empfohlen“, wie der Bauamtsleiter wissen ließ.

Der Platz direkt hinter dem Eingang im Dinkelstadion soll in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Aktuelle Kostenberechnung: 890.000 Euro.

Der Platz direkt hinter dem Eingang im Dinkelstadion soll in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Aktuelle Kostenberechnung: 890.000 Euro. © Google Maps

Mario Strehlow (CDU) regte dementsprechend an, dass die Verwaltung mit den drei Vereinen kläre solle, wie das mit der Differenzsumme gelöst werden könne. „Auch halten wir eine Nutzungsvereinbarung bei nur einem Kunstrasenplatz zwischen den drei Vereinen für wichtig.“

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Etwas, das die Verwaltung noch angehen will. Jürgen Lammers: „Das müssen und werden wir anpacken. Erst mal brauchen wir jetzt aber die Fördergeldzusage.“ Sollte diese kommen, will die Verwaltung zudem noch ein Konzept mit den Vereinen erarbeiten. Einfach, um abzuklären, welche der vom Planungsbüro ins Spiel gebrachten Maßnahmen nötig oder weniger nötig sind. Stichwort: mögliche Kostensenkung.

Umwandlung ist genehmigungspflichtig

Davon ab ist eine mögliche Umwandlung des Spielfeldes genehmigungspflichtig. Also etwas, das der Kreis Borken als Genehmigungsbehörde abnicken muss. Ein entsprechender Antrag wird aktuell von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro vorbereitet.

Wichtig: Auf dem geplanten Platz soll kein Mikroplastik zum Einsatz kommen. Es soll eine Sand-Kork-Füllung werden. Und beim Thema Oberbelag gibt es auch noch eine offene Frage. Etwa alle zwölf Jahre muss ein Kunstrasen ausgetauscht werden. Laut Verwaltung entsteht so eine Entsorgungsproblematik. Und irgendwer muss für die Erneuerung ja auch noch die Kosten tragen.

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Dazu sagte Mario Strehlow (CDU): „Es sollte mit den drei Vereinen ein Konzept entwickelt werden, was im Falle eines notwenigen Austausches ist.“ Einfach, um möglichem Ärger vorzubeugen. „Wir gehen jetzt erst mal den ersten Schritt und versuchen mit Förderung den ersten Platz durchzubekommen“, so Jürgen Lammers von der Verwaltung. „Dann werden wir natürlich alles Weitere angehen.“

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