Fracking, Freihandel. Flüchtlinge und Pflege

Aktuelle Politik diskutiert

Fracking, Freihandel. Flüchtlinge und Pflege – das waren am Dienstagabend die Themen einer lebhaften Diskussion mit den beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Ursula Schulte

HEEK

von Helmut Schwietering

, 26.08.2015, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fracking, Freihandel. Flüchtlinge und Pflege

Ingrid Arndt-Brauer (l.) sprach sich für das Freihandelsabkommen und gegen Fracking zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Die SPD Heek-Nienborg hatte dazu in das Hotel am Markt eingeladen. Auf der Tagesordnung standen zunächst nur die Themen Fracking und Freihandelskommen, zu denen anwesende Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) eindringlich den Blick auf die Risiken lenkten.

Die Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) sowie zwischen EU und Kanada (CETA) seien allerdings in den Augen der SPD-Fraktion im Bundestag, so Arndt-Brauer, die bessere Lösung als eine vergleichbare Vereinbarung zwischen den USA und China. Sie halte es im Zusammenhang mit den beiden Handelskommen für unbedingt notwendig, die Ware zunächst einmal zu kennzeichnen und somit Qualität und Nachhaltigkeit sicherzustellen. Letztendlich sei es der Verbraucher, der entscheide, was er kauft.

Auch beim Fracking waren sich eigentlich alle Anwesenden einig: Keiner will das, aber nicht jeder glaubt, dass es auf Dauer nicht dazu kommen wird. Umweltschützer wie die Vertreter des NABU stehen mit ihrer Sorge um das Trinkwasser nicht alleine da. Sie fürchten, dass mit Sondergenehmigungen „durch die Hintertür“ mit der Frackingmethode Gas gefördert wird. Hier habe die SPD, so Arndt-Brauer, ein deutliches Zeichen gesetzt. Im Beschluss der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion vom 23. März 2015 stehe: „Fracking ist heute nicht verantwortbar“.

Emotionale Momente

Die beiden angekündigten Themenkomplexe waren gerade abgearbeitet, da rückte ein anderes drängendes Problem in den Vordergrund der Diskussion: der wachsende Zustrom von Flüchtlingen. Schon nach ein paar Minuten sah sich der Chef der Heeker SPD-Fraktion Reinhard Brunsch genötigt, einzugreifen, weil ein Teilnehmer die Diskussion mit lautstarken, aber unsachlichen Beiträgen störte. Brunsch forderte ihn auf, sich in gemäßigterem Ton gerne weiterhin an der Diskussion zu beteiligen.

Bürgermeister Franz-JosefWeilinghoff konnte zumindest für Heek mitteilen, dass bis jetzt jedem zugewiesenen Asylbewerber ein Platz zur Verfügung gestellt werden konnte. Und das soll nach dem Willen des Heeker Rates auch zukünftig so bleiben. Doch mit der Unterbringung sei es nicht getan. Die Inte-gration sei eine Herausforderung, der sich auch Heek stellen müsse.

Arndt-Brauer sprach eine notwendige Quote für die Anzahl der Flüchtlinge an, um eine gerechte Verteilung auf die Länder zu gewährleisten. Zu wenig Infos und kaum Kontakt zu den Asylbewerbern – diese Probleme sprachen Teilnehmer aus dem Publikum an. Einig waren sich alle darin, dass diesen Menschen geholfen werden muss.

Zukunftsaufgabe Pflege

Die ebenfalls eingeladene Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte war bei einem anderen Termin aufgehalten worden und kam erst zum Ende der Veranstaltung dazu. Ihr Thema war die Pflege und alles, was in diesen Bereich gehört. Ein kurzer Überblick machte den Anwesenden klar, dass es auch auf diesem Gebiet in Zukunft noch viel zu tun gibt. Beide Politiker sehen hier auf jeden Fall eine große Verantwortung für die Gesellschaft und wünschen sich eine breite Beteiligung aller Bürger.

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