Franz Epping über Bauprojekt im Brinker Esch: „Wir machen hier nicht, was wir wollen!“

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Das angelaufene Bauprojekt in der Einfamilienhaus-Siedlung Brinker Esch spaltet die Gemüter. Die Anwohner sind unzufrieden und der Vorsitzende des Bauausschusses entrüstet. Wie kann das sein?

Heek

, 12.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Bausünde“ im Brinker Esch schlägt hohe Wellen. Nicht nur bei den betroffenen Anwohnern in der beschaulichen Einfamilienhaussiedlung. Nein, auch in der Politik regt sich Unmut.

In erster Linie, weil man sich in der Causa Bebauungsplan „Heidkamp II“ und den damit getroffen Entscheidungen in der Öffentlichkeit missverstanden fühlt. Das machte der Vorsitzende des Bauausschusses, Franz Epping (CDU), in der jüngsten Ratssitzung deutlich.

Beim letzen Tagesordnungspunkt der Sitzung (Anfragen) ergriff Franz Epping das Wort. „Mir liegt das als Vorsitzender des Bauausschusses einfach am Herzen. Wir haben über diese Sache viel debattiert (im nicht-öffentlichen Teil - Anmerkung d. Red.) und uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Und: „Hier passiert definitiv nichts mit Willkür!“

Ein Doppelhaus mit vier Wohneinheiten ensteht

Zur Einordnung: Ende der 90er-Jahre hat die Gemeinde Heek im Brinker Esch mit dem Bebauungsplan „Heidkamp II“ Häuselbauern die Möglichkeiten eröffnet, Eigenheime in Form von Einfamilienhäusern zu bauen. So ist eine idyllische Siedlung entstanden. Doch zwei Baugrundstücke lagen über viele Jahre brach. Auf einem davon wird seit Anfang des Jahres ein Doppelhaus für insgesamt vier Wohneinheiten hochgezogen.

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Genau das stößt den Anliegern übel auf. Daniel Gausling (43), der mit seiner Familie die Baustelle direkt rückwärtig angrenzend an seinem Grundstück hat, hadert: „Jeder Grundstückseigentümer wusste, was er tun durfte und was er unterlassen sollte.“ Bezogen auf den geltenden Bebauungsplan und auch das größtenteils einheitliche Gesamtbild. „Der Bebauungsplan war vor allem Grundlage für den Wohnfrieden.“

Die Baugrenze wurde überschritten

Doch genau dieser droht jetzt durch den Neubau ins Wanken zu geraten. Da fünf der sechs notwendigen Stellplätze auf dem Grundstück untergebracht werden mussten, rückte der Bau um 1,30 Meter über die eigentlich gültige Baugrenze hinaus und damit näher an das Grundstück der Gauslings heran. Die Balkone des Neubaus werden auf Höhe der gut zwei Meter hohen Hecke liegen.

Das Gebäude reicht jetzt schon über die gut zwei meter hohe hecke der Gauslings. Und die Baugrenze wurde um 1,30 Meter überschritten.

Das Gebäude reicht jetzt schon über die gut zwei meter hohe hecke der Gauslings. Und die Baugrenze wurde um 1,30 Meter überschritten. © Till Goerke

„Dieses angenehme und verlässliche Mit- und Untereinander hat die Gemeinde Heek Ende 2019 unterminiert und damit faktisch aufgekündigt“, stellt Daniel Gausling klar. Denn: Die Gemeinde hat letztlich ihr Einvernehmen erteilt. Die Baugenehmigung wiederum erteilte der Kreis Borken als Bauaufsichtsbehörde.

Planungen sollen mehrfach geändert worden sein

Dies unterstrich auch Franz Epping in seinem Statement: „Genehmigt der Kreis Borken ein Bauvorhaben, dann sind uns als Gemeinde die Hände gebunden.“ Und der Vorsitzende des Bauausschusses legte nach: „Es darf hier nicht der Eindruck entstehen, als würden wir im Bauausschuss machen, was wir wollen. So ist das nicht.“

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Da die Debatten über dieses Bauvorhaben jedoch im nicht-öffentlichen Teil geführt wurden, ist es an dieser Stelle nicht möglich, dies in irgendeiner Form einzuordnen. Fakt ist: Baurechtlich ist die Sache sauber. So argumentiert zumindest die Gemeinde. Und auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff hatte bereits im Gespräch mit der Redaktion gesagt, dass die Pläne mehrfach angepasst worden seien und das letztlich nicht zum Nachteil der Anwohner.

Verschiedene Interessen prallen aufeinander

Letztlich bleibt die Sache kompliziert. Es prallen eben verschiedene Interessen aufeinander. Diese zu vereinen, ist offenkundig nicht immer möglich. „Bei bestimmten Sachen können wir auch gar nichts machen, wenn sie im rechtlichen Rahmen liegen. Wir können diese dann gar nicht ablehnen“, führte Franz Epping während der Ratssitzung weiter aus.

So oder so - die Fronten bleiben verhärtet. Und das Ende offen. Für Daniel Gausling steht jedenfalls fest: „Bleibt zu hoffen, dass der damit formal legalisierte Einzelfall ein solcher bleibt und nicht zum „Vorbild“ für weitere Investitionsvorhaben im Bereich der Straße Brinker Esch wird.“

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