Gabi Helling spricht über die Arbeit der Ambulanten Hospizgruppe

Interview

Seit 15 Jahren gibt es die Ambulante Hospizgruppe in Heek. Die Mitglieder begleiten Menschen, die zuhause im Kreis ihrer Familie sterben möchte. Wie alles angefangen hat und was in Zukunft geplant ist, hat Koordinatorin Gabi Helling im Gespräch mit Victoria Thünte erzählt.

HEEK

, 17.02.2016, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie hat vor 15 Jahren alles angefangen?

Eines unserer Mitglieder, Maria Lammers, hat die Gruppe mit dem damaligen Pastoralreferenten Harald Schneider ins Leben gerufen. Sie haben die Idee dem Pastor vorgestellt und der hat sie sehr befürwortet. Ruckzuck haben sich dann zwölf weitere Mitglieder gefunden. Ich selber bin erst vor zwölf Jahren dazu gekommen.

Wie genau sah denn die Idee aus?

Wir wollen Familien unterstützen, wenn sich ein Familienmitglied dazu entschlossen hat, seinen letzten Weg zuhause zu gehen. Außerdem leisten wir Trauerarbeit.

Welche Arbeiten übernehmen Sie ganz konkret?

Wir arbeiten ambulant, das heißt, wir gehen in die Haushalte und arbeiten in keinster Weise stationär. Es geht ganz oft darum, einfach da zu sein, sodass Familienmitglieder ein bisschen Freizeit haben, um sich erholen zu können. Sie haben ja eine anspruchsvolle Aufgabe. Pflegerische Tätigkeiten übernehmen wir aber nicht. Alle Mitglieder machen das ehrenamtlich und sind oft berufstätig. Es ist übrigens egal, welche Religion jemand hat. Auch wenn wir unter dem Dach der katholischen Kirche bestehen, begleiten wir nicht nur Katholiken, sondern alle Menschen.

Würden Sie sagen, dass sich in den letzten 15 Jahren etwas verändert hat?

Nein, das glaube ich nicht. Aber es wird sich etwas verändern. Bisher wird das Angebot nicht stark in Anspruch genommen, weil viele Familien diese Angelegenheiten selber regeln können. Aber wir sehen das auch demografisch. Die Kinder werden weg gehen aus dem Ort, und es werden immer mehr Menschen alleine sein.

Hat sich bei Ihnen etwas durch diese Tätigkeit verändert?

Ja, natürlich. Ich denke heute persönlich ganz anders als damals. Man sieht das Leben anders. Man kann diese Arbeit nur machen, wenn man sich mit dem Sterbeprozess, dem Tod und der Trauer auseinander gesetzt hat. Alle Mitglieder der Hospizgruppe haben sich gewissenhaft in Fortbildungen und Seminaren auf die Tätigkeit vorbereitet.

Welche Pläne hat die Gruppe für die Zukunft?

Fünf von uns haben sich im letzten Jahr in einem Seminar "Hospiz macht Schule" fortbilden lassen. Derzeit planen wir eine Zusammenarbeit mit den Grundschulen. Wir wollen Projekte zum Thema Tod und Trauer mit den Schülern machen, weil wir immer wieder merken, wie hilflos viele Eltern sind, wenn es darum geht, ihren Kindern beim Tod eines Familienmitglieds beizustehen. Das ist aber noch in der Planung.

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