Der Asbesthaufen liegt schon einige Jahre in der Bleiche. © Till Goerke
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Gefahrenstoff Asbest: Anwohner werden vom Haufen erlöst

Seit Jahren liegt in der Bleiche ein Bauschutthaufen mit tückischem Innenleben: Asbest. Die Anwohner wollen von der Gemeinde endlich eine Lösung. Jetzt kommt tatsächlich Bewegung in der Sache.

Die Natur erobert sich den Ort Stück für Stück zurück. Pflanzen überwuchern den nur mit einer schwarzen Bauplane bedeckten Haufen in der Bleiche. An vielen Stellen hat diese Löcher. Das Innenleben ist tückisch. Im Bauschutt lagert Asbest. Ein krebserregender Stoff. Jahrelang passierte nichts. Bis jetzt.

Birgit und Frank Reinhold blicken durch den Bauzaun, der den Asbesthaufen von der Straße Bleiche trennt. „Wir wollen den Haufen hier einfach nicht mehr haben. Irgendwann reicht es auch mal“, sagt Frank Reinhold und deutet Richtung Leuskesweg. „Wir schauen von unserem Haus direkt drauf.“

Anwohner bekommen keine klare Antwort

Auch Naturschützer Herbert Moritz rief der Asbesthaufen schon auf den Plan. Er kritisierte schon vor etlichen Wochen im Gespräch mit der Redaktion die „stümperhafte Sicherung“. Auch berichtete er, dass die Anwohner Angst hätten, dass etwas von dem giftigen Asbest in Grundwasser sickere.

Eine Sorge, die auch die Reinholds teilen. Seit Monaten versuchen sie nach eigenen Angaben Antworten von der Verwaltung zu bekommen. „Wir wollen einfach wissen, wann der Haufen hier verschwindet“, stellt Frank Reinhold klar. Doch konkrete Antworten habe es bisher einfach nicht gegeben.

Ein Schild am Bauzaun warnt vor der Gefahr, die im Haufen lagert.
Ein Schild am Bauzaun warnt vor der Gefahr, die im Haufen lagert. © Till Goerke © Till Goerke

Problem zuletzt: Keine Deponie wollte den Abfall nehmen. Immer wieder waren Analysen nötig, wie die Verwaltung unlängst wissen ließ. Dass Nachjustierungen nötig waren, bestätigt jetzt auch Peter Kleyboldt, Geschäftsführer von der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) auf Redaktionsanfrage.

Doch der Geschäftsführer hat zugleich eine gute Nachricht parat. „Wir haben jetzt die Zusage für den Antransport bekommen.“ Heißt: Die auserkorene Mülldeponie wird den Asbesthaufen nehmen. Diese Zusage liegt der EGW vor. Und weiter: „Wir stehen bereits im Kontakt mit der Gemeinde Heek.“

Gemeinde muss Abtransport regeln

Denn diese muss sich jetzt um den Abtransport des Haufens kümmern. „Ja, wir müssen jetzt ein Unternehmen beauftragen“, bestätigt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, der sich zugleich erleichtert zeigt, dass sich das Theater mit der Entsorgung jetzt nach Jahren dem Ende entgegenneigt.

Und warum liegt der Haufen da überhaupt? Einst stand dort ein Kälbermaststall. Für die Realisierung des Baugebietes Strothbach musste dieser wegen der Geruchsbelästigung weichen. Die Gemeinde kaufte dem Landwirt die Fläche ab und riss den Stall ab. Dabei wurde bei im Boden eingelagertem Bauschutt das belastetet Material entdeckt.

Auf der Rückseite des Asbesthaufens ist die Bauplane offen.
Auf der Rückseite des Asbesthaufens ist die Bauplane offensichtlich offen. © Till Goerke © Till Goerke

Dass jetzt plötzlich Bewegung in die Sache kommt, hat sich laut EGW-Geschäftsführer Kleyboldt Ende vergangener Woche ergeben. „Von unserer Seite aus steht dem Abtransport durch die Deponie-Zusage jetzt jedenfalls nichts mehr im Wege.“ Und was heißt das konkret für den Zeitplan?

Da der Abtransport laut Bürgermeister wohl ausgeschrieben werden muss, könnten dafür noch einige Wochen ins Land ziehen. Vergabeverfahren dauern eben ihre Zeit. Und dann wird sich auch zeigen, wie teuer das Ganze für die Gemeinde wird.

Die Entsorgung dürfte teuer werden

Nach Informationen dieser Redaktion steht eine nicht ganz niedrige sechsstellige Summe im Raum. Etwas, das EGW-Geschäftsführer Kleyboldt so nicht bestätigen kann. Letztlich gehe es um die konkrete Menge des abtransportierten Materials. Deponie und Entsorgungsfirma kosten dementsprechend.

Dinge, die den Anwohnern ohnehin egal sind. Für sie zählt nur, dass der Haufen verschwindet. Man wolle sich einfach ernst genommen fühlen, wie die Reinholds sagen. Verbunden mit der Frage, was perspektivisch auf dem Areal passieren soll. „Wird es da eine Bodenanalyse geben?“, fragt Frank Reinhold.

Offen. Beides. Es gibt zwar laut Verwaltung erste Überlegungen für die Fläche, aber da sei noch nichts spruchreif. Erstmal gehe es jetzt darum, den Asbesthaufen so zügig wie möglich zu entsorgen.

Mit dem Nachsatz, dass der Haufe nie eine Gefahrenquelle gewesen sei. Das zeige auch die Art der Sicherung mit nur einer Bauplane und einem Zaun.

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