Geldstrafe nach folgenreichem Überholvorgang

Prozess am Amtsgericht

Fahrlässige Körperverletzung wurde einem 19-jährigen Schöppinger vorgeworfen, als am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Ahaus die Hauptverhandlung gegen ihn als Heranwachsender eröffnet wurde. Tatsächlich verbarg sich dahinter ein Verkehrsdelikt, begangen in Heek.

HEEK/SCHÖPPINGEN

, 30.03.2017, 18:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was war passiert? In der Dunkelheit des frühen Morgens am 28. Oktober 2016 war der junge Mann mit seinem Auto auf dem Weg zur Arbeit auf der Landstraße zwischen Heek und Ahaus unterwegs. Als er einen LKW überholte, kam ihm ein anderes Auto entgegen.

Dessen Fahrzeugführer aus Ahaus, der ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit war, wich aus und landete auf dem Grünstreifen. Er sagte als Geschädigter im Zeugenstand aus, denn es entstand Sachschaden in Höhe von 5000 Euro an seinem Fahrzeug. Außerdem war er wegen Prellungen und Schäden im Halswirbelbereich vier Wochen krankgeschrieben.

Nichts mitbekommen

Der Verursacher fuhr weiter, weil er angeblich davon nichts mitbekommen hatte. Der Fahrer des Autos, das dem Verursacher gefolgt war, war als Zeuge ebenfalls geladen. Er wurde allerdings nicht mehr vernommen, weil das Gericht nach der Vernehmung des Geschädigten bereits zu einer Abstimmung über eine mögliche Bestrafung des Angeklagten gekommen war. Der Angeklagte muss in drei Monatsraten 500 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten und 250 Euro an die Kreisverkehrswacht zahlen.

Ausschlaggebend war die kontroverse Diskussion über den Streckenverlauf. Der Geschädigte sprach von einer Linkskurve, hinter der ihm plötzlich vier Scheinwerfer entgegen gekommen seien. Deshalb sei er nach rechts auf den Grünstreifen ausgewichen, womit er nur knapp einen Zusammenstoß verhindert habe. Der Beschuldigte gab zu, dass er den LKW überholt habe, weil es genügend Abstand zum Gegenverkehr gegeben habe.

Berechtigte Zweifel

Luftaufnahmen der Strecke aus dem Internet ließen die meisten Prozessbeteiligten am Vorhandensein einer Linkskurve zweifeln. Da der Richter eine Ortsbegehung und damit eine Aufblähung des Verfahrens verhindern wollte, schlug er die Geldstrafe vor.

Leistet der Schöppinger diese Zahlungen in der angegebenen Frist, werde das Verfahren endgültig eingestellt, versicherte ihm der Richter.

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