Gottesdienst in ganz besonderer Atmosphäre

Schniewindsche Fabrik

Diese Wände würden sicherlich viel erzählen, wenn sie reden könnten. Über einen Gottesdienst in diesen Mauern wüssten sie aber ganz bestimmt bis zum heutigen Tage nicht zu berichten", war Pfarrer Josef Leyer am Freitagabend in der Schniewindschen Fabrik überzeugt.

HEEK

von von Susanne Menzel

, 01.05.2016, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gottesdienst in ganz besonderer Atmosphäre

Abwechselnd trugen Pfarrer Leyer und Mitglieder des Liturgieausschusses die Fürbitten vor.

Der Liturgieausschuss hatte sich anlässlich der Feier zum 1. Mai dieses Industriedenkmal für einen ganz speziellen Wortgottesdienst ausgesucht. Die Atmosphäre an sich hatte schon etwas Einmaliges: Der triste, graue Himmel draußen, Regentropfen, die durch offene Fenster mit zersplitterten Scheiben und das löchrige Dach prasseln. Abbröckelnder Putz an den Wänden. Abgerissene Leitungen, die irgendwo frei im Raum baumeln. Und dann an einer Wand zahlreiche Kerzen, Kreuze aus unterschiedlichen Materialien, eine warme, heimelige Atmosphäre im Kontrast zur Bauruine.

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Wortgottesdienst in der Schniewindschen Fabrik

Ein Wortgottesdienst wurde am Vorabend des 1. Mai in den Hallen der Schniewindschen Fabrik gefeiert. Der Gottesdienst hatte eine ganz besondere Atmosphäre. Viele nutzten auch die Gelegenheit, sich im Anschluss die ehemalige Fabrik, die bald wieder genutzt wird, anzusehen.
01.05.2016
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Gemeinsam feierte die Gemeinde den Gottesdienst zum "Tag der Arbeit" in der Schniewindschen Fabrik. Mitunter hatte auch die Neugierde, sich die Industriebrache einmal von Innen anzuschauen, die Menschen angezogen.© Susanne Menzel
Thematische Kreuze aus den verschiedenen Epochen der Fabrikgeschichte hatten die Mitglieder des Liturgieausschusses gemeinsam mit Pfarrer Josef Leyer konzipiert.© Susanne Menzel
Abwechselnd trugen Pfarrer Leyer und Mitglieder des Liturgieausschusses die Fürbitten vor.© Susanne Menzel
© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre. © Susanne Menzel
Wünsche und Aussagen zum Thema Arbeit hatten die Veranstalter in der Halle aufgestellt. Wie hier das Zitat von Sinclair Lewis auf einem Haufen alter Mauersteine.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre. © Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre. © Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Der Wortgottesdienst zum 1. Mai in der Schniewindschen Fabrik hatte eine ganz besondere Atmosphäre.© Susanne Menzel
Schlagworte Heek

Zahlreiche Menschen strömen in das Gebäude. Die Sitzbänke reichen nicht aus. "Klar, es ist nicht nur die Motivation, am Gottesdienst teilzunehmen, dass ich heute hier bin", gibt ein älterer Mann offen zu. "Es ist auch die Neugierde, wie es hier drinnen aussieht." Sein Nachbar nickt zustimmend: "Wann kommt man sonst schon an diesen Ort?"

Dieser Ort - bewusst haben ihn die Veranstalter für diesen Anlass gewählt: "Es war ein Ort der Arbeit - und soll wieder einer werden", begründet Josef Leyer später in seiner Ansprache. Hausherr Josef Weilinghoff begrüßte mit seiner Familie die Gäste persönlich. Um ihnen später "eine echte Arbeiter-, eine Webersuppe zu servieren. So, wie sie früher auch gereicht wurde."

Wechselvolle Geschichte

Fabrikarbeiter, Zwangsarbeiter, demnächst Ausstellungsarbeiter: Sie stehen für das gestern, heute und morgen. "Sie stehen für die wechselvolle Geschichte dieses Hauses", greift Pfarrer Leyer die Historie auf: "Die Stichworte dazu sind arbeitsreich, formreich, ideenreich. Die Schniewindsche Fabrik war Stofflager, Gefangenenlager, für Mäuse und Iltisse auch Kornlager. Diese Halle ist ein Symbol für Vergangenheit und Zukunft. Sie steht für Arbeit." Entlohnt - und einige Jahre auch unter Zwang.

Ein Kreuz für jeden Abschnitt der Geschichte

Für jeden Abschnitt aus der Zeitgeschichte haben die Mitglieder des Liturgieausschusses ein besonderes Kreuz kreiert und es an der langen Wand aufgestellt. Mal verziert mit einem Weberschiffchen, mal mit einem Hammer aus der Jordan-Schmiede. Ein anderes mit Stacheldraht ummantelt. Im Gedenken an die Zwangsarbeiter, die hinter den Zäunen die Bevölkerung um Brot anbettelten und deren Aufgabe es war, Schützengräben auszuheben.

Aber auch ein Spiegel, als Bild für die heutige Zeit, ist aufgereiht. Als Ausdruck dessen, was die Menschen heute bewegt, was sie zur Arbeit antreibt. "Manchmal ist es wichtig, zu überlegen: Was bedeutet es uns, Arbeit zu haben? Worin besteht der Sinn der Arbeit? Gibt es im Beruf auch etwas, was wir als belastend erfahren?", warfen Leyer und die Mitglieder des Liturgieausschusses abwechselnd Fragen auf.

Antworten dazu gaben stellvertretend ein Möbelschreiner, eine Bankkauffrau, ein Arzt und Psychotherapeut, ebenso ein Maurer und Bauer. Die Anwesenden konnten sich ihre ganz eigenen, persönlichen Gedanken dazu machen.

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