Energie und Wärme aus dem Container: Für wen sich die Technik von 2G lohnt

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Energie und Wärme aus dem Container? Das klingt schon etwas abgefahren. Doch das Heeker Unternehmen 2G bietet genau das an. Und es überrascht, für wen sich diese Technik alles lohnt.

Heek

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwischen der A 31 und L573 und damit mitten im Gewerbegebiet Heek West produziert das Unternehmen 2G etwas, für dessen Transport in die ganze Welt auch mehrere Tieflader von Nöten sein können. Die Rede ist von Blockheizkraftwerken (BHKW). Einige dieser Kraftwerke werden in Containern verbaut. Und bleiben auch nach dem Transport zum Kunden dort drin.

Blockheizkraftwerke erzeugen elektrische und thermische Energie. Betrieben werden die Kraftwerke mit Biogas, Erdgas und Wasserstoff. Speziell die Wasserstoff-Blockheizkraftwerke sind hoch innovativ. Denn mit diesen Kraftwerken ist es möglich, regenerativ gewonnenen Wasserstoff rückzuverstromen.

2G liefert Wasserstoff-Blockheizkraftwerk nach Bayern

Jüngst lieferte das 2G ein solches Wasserstoff-Kraftwerk an die Städtischen Betriebe Haßfurt in Bayern. Die Lieferung ist eine anschlussfertige Containerlösung. Heißt: Der Container kann vor Ort praktisch überall aufgestellt und in Betrieb genommen werden.

Im Keller, auf dem Dach oder einfach auf dem Gelände der städtischen Betriebe – die Kraftwerke im Container können überall laufen. Den Container selbst liefert eine Spezialfirma, in welchen das Kraftwerk in Heek verbaut wird. Es ist die Hülle des Kraftwerkes.

Überschüssiger Strom kann sinnvoll genutzt werden

Der für die Anlage benötigte Wasserstoff wird für die neue Anlage beispielsweise direkt in Haßfurt im Hafen durch eine Power-to-Gas-Anlage produziert. Diese nutzt überschüssigen Strom aus einem naheliegenden Windpark. Das Wasser wird in Wasser- und Sauerstoff gespalten. Der Sauerstoff geht in die Atmosphäre, der Wasserstoff wird in großen Tanks gespeichert.

Im Kraftwerk wird der Wasserstoff dann wieder zu Strom beziehungsweise Wärme umgewandelt. Der überschüssige Strom kann so sinnvoll gespeichert und final auch genutzt werden. In Haßfurt wird die Elektroenergie dann in das Stromnetz der Stadt eingespeist.

Frank Grewe, Entwicklungsleiter der 2G Energy AG, erwartet einen zunehmenden Bedarf an diesen Kraftwerken, nachdem 2G erstmalig im Jahr 2012 ein solches am Flughafen Berlin-Brandeburg installiert hat.

Die Größe der Container fällt sehr unterschiedlich aus

„So lässt sich höchst effizient, umweltfreundlich und versorgungssicher Energie erzeugen, wodurch Energiekosten erheblich eingespart werden können“, erklärt Julian Efker aus der Marketingabteilung von 2G die Vorteile der Anlage. Natürlich könne der auf diesem Weg erzeugte Strom auch selbst genutzt werden. Und die Wärme kann das eigene Heizungssystem oder Industrieprozesse unterstützten.

Die Größe der Container variiert und damit auch die der Kraftwerke. Die Kleinsten haben die Größe eines Smarts, die Großen haben den Umfang eines Lkw. Die kleinen Anlagen liefert 2G selbst aus. Für den Transport der großen Anlagen rückt ein Logistikunternehmen an. Generell haben die Container zwei Funktionen: Transport- und Funktionshülle. „Jedes Projekt wird kundenspezifisch und mit hohen Qualitätsstandards angefertigt“, so Efker.

Anlage ist nicht für Privathaushalte geeignet

Der Container ist dabei eine von vielen Optionen. Denn auch ohne diese Hülle verlassen die Kraftwerke die Produktionsstätte in Heek. Kunden, die sich im außereuropäischen Ausland befinden, werden mittels Schiffsladung von Hamburg oder Rotterdam aus beliefert.

Bleibt noch die Frage, wann sich solch ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk lohnt? Die Antwort: Wann immer ein Bedarf an elektrischer und thermischer Energie vorhanden ist, kann solch eine Anlage Sinn machen.

Zwar sind diese nicht für einzelne Privathaushalte geeignet, aber: „Bereits für kleinere Hotels kann sich die Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes lohnen.“ Bevorzugt gefragt seien diese Anlagen bei Landwirten, Industriebetrieben, Kommunen oder Stadtwerken.

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