Knirschen, Scheppern und Schutt: Warum ein Abbruch-Bagger das Wohnhaus „Mümken“ zerlegt

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Stück für Stück zerlegt Maschinist Ralf Amshoff von der Firma Lukassen derzeit das Wohnhaus „Mümken“ in Nienborg. Es ist der Auftakt des zweiten Bauabschnittes eines besonderen Projektes.

Heek

, 04.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es tut sich was an der Hauptstraße in Nienborg. Kurz vor der Kreuzung auf Höhe des Festsaals Mümken weist vom Hydrantenkasten ein gelber Wasserschlauch am Montagmorgen den Weg. Und nach nur wenigen Metern wird klar, wofür das Wasser benötigt wird: Das gut 40 Jahre alte Wohnhaus „Mümken“ (im Besitz der Gemeinde) wird abgerissen.

Und immer wenn Maschinist Ralf Amshoff von der Firma Lukassen den Greifarm seines Abbruch-Baggers in Richtung der noch verbliebenen Mauern steuert, sprüht sein Kollege an jene Stelle Wasser – um die Staubentwicklung während des Herausreißens von Mauerstücken zu unterbinden. „Am Dienstag werden wir den Bauschutt abtransportieren und im Laufe des Donnerstags sind wir mit den Arbeiten hier fertig“, so der Maschinist.

Die Abrissarbeiten sind Startschuss der zweiten Bauphase

Angefangen haben die Abrissexperten bereits vergangene Woche. Doch warum? „Es ist praktisch der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt der Umgestaltung des dortigen Festplatzes“, erklärt Herbert Gausling von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Der erste Teil erfolgte Anfang des Jahres.

Knirschen, Scheppern und Schutt: Warum ein Abbruch-Bagger das Wohnhaus „Mümken“ zerlegt

Eine neongelbe Warnweste und der Wasserschlauch weisen in Nienborg den Weg zur Abrissstelle auf dem Festgelände. © Till Goerke

Die Idee, den Festplatz in der Niestadt umzugestalten, ist bereits einige Jahre alt und ist im Zuge der „Dorfinnenentwicklung“, einem Planungsinstrument der Landesentwicklung, konkretisiert worden. Vertreter des Bürgerschützenvereins, des Musikvereins und des Sportvereins hatten sich zuvor in einer Arbeitsgruppe zusammengefunden und den Stein ins Rollen gebracht.

Der Dorfkern soll „lebenswerter“ werden

„Die Planungen sind soweit durch.“
Herbert Gausling

Primäres Ziel der „Dorfinnenentwicklung“ ist, besonders die Dorfkerne kleinerer Kommunen lebenswerter zu gestalten. Die dazugehörigen Pläne entwickelte das Landschaftsarchitekturbüro Hoff. Dass in diesem Zuge das Haus „Mümken“ abgerissen wird, ist in erster Linie der alten Bausubstanz geschuldet.

„Da wären sonst viele Sanierungsmaßnahmen nötig gewesen“, so Herbert Gausling. Etwas, das hätte kostspielig werden können. So aber kann die frei werdende Fläche in das Umgestaltungskonzept eingebunden werden.

Die Planungen sind praktisch abgeschlossen

Im Zentrum der umgestalteten Fläche soll eine Boulebahn mit Sitzgelegenheiten stehen. Ein Wegesystem, Neuanpflanzungen sowie eine Blühwiese gehören nach derzeitigem Planungsstand ebenfalls zum Maßnahmenpaket. „Die Planungen sind soweit durch“, bestätigt Herbert Gausling. Alles zusammen soll die Verweildauer vor Ort nachhaltig erhöhen, auch in qualitativer Hinsicht.

Knirschen, Scheppern und Schutt: Warum ein Abbruch-Bagger das Wohnhaus „Mümken“ zerlegt

Durch das Besprühen mit Wasser wird die Staubentwicklung verhindert beziehungsweise eingedämmt. © Till Goerke

Lediglich über eine mögliche Installation eines Torbogens wird derzeit noch beraten. „Da erfolgen noch Gespräche mit dem Heimatverein und im zuständigen Ausschuss“, sagt Herbert Gausling.

Die Umgestaltung kostet eine sechsstellige Summe

Nach derzeitigem Stand kostet die Umgestaltung gut 190.000 Euro. Die Gemeinde muss allerdings nur 35 Prozent der Kosten tragen. Die übrigen gut 124.000 Euro sind Landesfördermittel. Die Bezirksregierung Münster hat die Summe bereits bewilligt.

Die Aufträge für die landschaftsbaulichen Maßnahmen sind übrigens bereits vollständig vergeben. „Anfang 2020 sollen die Arbeiten beginnen“, so Herbert Gausling. Und: Alle, die jetzt Sorgen haben, dass zukünftig kein Platz mehr für Veranstaltungen auf dem Areal ist, können beruhigt sein.

Ein großes Festzelt kann weiterhin aufgebaut werden

„Da ist weiterhin genügend Platz vorhanden. Ein 1250 Quadratmeter großes Zelt kann dort aufgestellt werden.“ Unter der Voraussetzung, dass alles glatt läuft, sollen die Arbeiten bereits Mitte 2020 abgeschlossen sein.

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