Heek bundesweit auf dem dritten Platz

ADFC-Radklimatest

2014 war es noch der fünfte Platz: Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) 2016 hat es Heek aufs Siegertreppchen geschafft: Platz drei von 364 in der Gruppe der Gemeinden unter 50 000 Einwohner und Gesamtnote 2,11 hieß es am Freitag im Bundesverkehrsministerium in Berlin.

HEEK/BERLIN

, 19.05.2017, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heek bundesweit auf dem dritten Platz

Bei der Preisverleihung am Freitag in Berlin: Heidi Schiller, umrahmt von Enak Ferlemann (l.) und Ulrich Syberg

„Stark verbessert“, so das Prädikat, mit dem es Heek unter die Spitzenreiter aller teilnehmenden Kommunen geschafft hat. Beim letzten Test 2014 hatte Heek mit Note 2,7 abgeschnitten. Besonders positiv wurden diesmal die gute Erreichbarkeit des Zentrums bewertet, außerdem das gute Radwegenetz, denn alle Ziele seien zügig mit dem Rad erreichbar. Und: „Radfahren macht Spaß“, heißt es als dritter Punkt unter den positiven Bewertungskriterien. Als Stärken listet der Test auch auf, dass es (als Reaktion auf den Test 2014) auf den Radwegen Falschparkerkontrollen gibt, außerdem Winterdienst und Ampelschaltungen für Radfahrer.

Heidi Schiller von der Gemeindeverwaltung nahm im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus den Händen des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann und des ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg die Urkunde in Empfang.

Bundesweite Umfrage

Rund 120 000 Bürger haben bundesweit an der Umfrage des ADFC teilgenommen, in Nordrhein-Westfalen waren es über 28 000, insgesamt über 500 Kommunen wurden bewertet. 27 Fragen zu Qualität, Sicherheit und Komfort für den Fahrradverkehr innerhalb der Kommune stellt der ADFC dabei seit 2002 im Abstand von zwei Jahren.

Heek hat dabei 2016 sogar die „Fahrradhauptstadt“ Münster deutlich hinter sich gelassen, die zwar weiter die Liste der Städte mit über 200 000 Einwohnern anführt, sich aber mit Note 3,07 stark verschlechtert hat. Besser als Heek schnitten insgesamt nur Reken (1,86) und Wettringen (2,08) ab.

Für die Gemeinde bedeutet das gute Abschneiden einen weiteren Meilenstein in den Bemühungen, das touristische Profil Heeks zu stärken. Die Gemeinde hatte zuletzt stark in diesen Bereich investier, etwa indem der Anschluss an die „100-Schlösser-Route“ vorangetrieben wurde. „Wir fühlen uns in der Arbeit bestätigt, die wir geleistet haben“, kommentierte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff die Auszeichnung. „Radtourismus war ein zentraler Ausgangspunkt unserer Tourismus-Potenzialanalyse“, erklärte er im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Darum habe die Gemeinde hier gezielt Anstrengungen unternommen.

Das positive Votum der Bürger habe ihn aber in dieser Deutlichkeit doch überrascht. „Anscheinend nimmt der Bürger zur Kenntnis, dass wir etwas tun“, freute er sich. Die Gemeinde will sich laut Weilinghoff indes nicht ausruhen auf den frisch verdienten Lorbeeren.

Mittel bereitgestellt

Es gebe noch „viele, kleine Stellen“, an denen Netz und Qualität der Radwege ausgebaut werden könnten, so etwa in Richtung Epe oder zum Strönfeldsee. Auch die Politik ziehe mit und habe Mittel für die Radwege freigemacht. Nachholbedarf sehe er noch beim Radtransport im öffentlichen Nahverkehr. Diesen Punkt hatte auch der ADFC als eine der Schwächen benannt. „Da liegt der Ball beim Regionalverkehr Münsterland“, so Weilinghoff.

Dass Fahrraddiebstahl ein Problem sei, überraschte ihn wiederum. „Ich kenne die Zahlen nicht“, sagte er. Das ebenfalls als negativ bewertete Fehlen von Leihfahrrädern habe die Gemeinde indes angepackt. Zwei Räder wurden bereits angeschafft. „Wenn die gut angenommen werden, schaffen wir zwei weitere an.“

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