Dauer-Streit endlich beendet: So sollen Heeks neue Ortseingangstafeln aussehen

rnStreit der Heimatvereine

Es ist vollbracht. Die Heimatvereine aus Heek und Nienborg haben es geschafft, sich auf ein gemeinsames Logo für die zukünftigen Ortseingangstafeln zu einigen. Nach etlichen Querelen.

Heek

, 11.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es hätte so einfach sein können. Schon vor Jahren. Doch es kam anders. Unterschiedliche Ansichten gepaart mit Eitelkeiten ließen die Sache zu einem zähen Kaugummi werden. Erst nach über drei Jahren und deutlichen Worten im jüngsten Bauausschuss arrangierten sich die beteiligten Parteien mit der ausgearbeiteten Lösung.

Wer denkt, es handle sich um politische Themen mit großer Tragweite, der irrt. Es ging stattdessen um neue Ortseingangstafeln für die Gemeinde Heek. Die Zank-Parteien: die Heimatvereine aus Heek und Nienborg. Und das, obwohl die Gemeinde in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Am 7. Januar 1969 schlossen sich die bis dato eigenständigen Gemeinden Heek und Nienborg zu einer zusammen. Der Gemeinde Heek.

2016 stelllte der Heimatverein Heek den Antrag bei der Gemeinde

Dass damit aber längst nicht alles eins ist, zeigte das Theater um die Ortseingangstafeln auf anschauliche Weise. Dabei war 2018 eigentlich alles vorbereitet für die Umsetzung. Rückblick: 2016 stellte der Heimat- und Schützenverein Heek den Antrag, neue Ortseingangsschilder aufstellen zu dürfen. Da die alten – Holzkonstruktionen mit Satteldach – durch die Witterung bereits arg in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Das Thema ging in den Bauausschuss und in den Rat. Ein Vorschlag für die Tafeln wurde ausgearbeitet. Zentraler Aspekt: Das Logo der Gemeinde Heek sollte die Schilder zieren. Die Genehmigung des Kreises und von Straßen NRW als Baulastträger lagen vor. Doch dann der Knall. Der Heimatverein Nienborg stellte sich quer.

Die Heimatvereine präsentieren ihre eigenen Entwürfen

Ein Gemeindelogo mit dem alleinigen Zusatz „Heek“ war nicht (mehr) erwünscht. Doch einfach den Schriftzug Nienborg auf den Schildern in den betreffenden Bereichen zu verwenden, war nicht möglich. Denn dies wäre dann ja nicht mehr das Gemeindelogo gewesen.

Stattdessen präsentierten die Heimatvereine eine andere, ältere Wunschversion der Schilder. Eine Stele aus Corten- beziehungsweise Edelstahl, mit Schiebefläche und eingravierter Dorfskyline – ohne das Gemeindelogo. „Die Skyline erkennt doch kein Mensch im Vorbeifahren. Das könnte ja überall sein“, haderte Franz Epping (Vorsitzender des Bauausschusses/CDU) bereits in der Septembersitzung.

Sitzungs-Vorsitzender findet deutliche Worte

Und Epping, der die Sitzungen sonst stets ruhig und souverän leitet, legte in der jüngsten verbal nach. „Ich verstehe die Einwände des Heimatvereins Nienborg kein Stück. Wir sind eine Gemeinde. Da kommt das Heeker-Logo drauf und fertig. Das Theater muss jetzt endlich aufhören. Das ist meine Meinung dazu.“

Und in der Tat: Die verbalen Giftpfeile, die flogen, drehten sich einzig und allein um das Logo der Gemeinde auf den Schildern. Denn der Grundsatz, eine Stele aus Edelstahl mit Schiebefläche für Eventankündigungen, stand nicht zur Debatte. Eine Dorfskyline wird es übrigens auf den Schildern dennoch nicht geben.

Hermann-Josef Schepers macht einen konstruktiven Vorschlag

Schlussendlich brachte Hermann-Josef Schepers (SPD) den Vorschlag ein, die Sitzung zu unterbrechen und die Vertreter beider Heimatvereine, die auf den Zuschauerplätzen saßen, zu Wort kommen zu lassen. „Vielleicht haben beide Vereine ja auch gar kein Interesse mehr, die Schilder aufzustellen.“

Doch, das haben sie. Ralf Münstermann, Vorsitzender des Heimat- und Schützenverein Heek sagte dazu: „Wir haben den Ratsbeschluss umgesetzt (Schilder mit Heeker Logo entworfen - d. Red.) und dabei Stunde um Stunde Arbeit investiert. Wir wollen die Schilder noch aufstellen. Das ist zum Wohle der Gemeinde.“

Der Heimatverein Nienborg zeigt sich nur teileinsichtig

Werner Nacke vom Heimatverein Nienborg, der den Vorsitzenden Theo Franzbach in der Sitzung vertrat, sagte: „Form und Material sind eine tolle Sache. Wir hätten es aber gerne gesehen, wenn jeder Ortsteil mit seiner Silhouette dargestellt wird. Über eine Gemeindelogo ohne Schriftzug (Heek - d. Red.) können wir reden. Aber: Es stehen genug Schilder mit Schriftzügen bei uns rum. Noch mehr braucht es nicht.“

Und da blitzte sie wieder auf – die Ablehnung gegenüber dem vollständigen Gemeindelogo. Nachdem die Sitzung fortgesetzt wurde, einigten sich die Mitglieder des Ausschusses darauf, das Logo der Gemeinde ohne den Schriftzug Heek zu nehmen. Das Wort Dinkelgemeinde soll hingegen stehen bleiben. „Gott sei Dank ist das Theater jetzt endlich vorbei“, merkte Epping hörbar erleichtert an.

Kommentar

Kasperletheater beendet

Nichts gegen Individualität, Heimatpatriotismus, eine eigene Meinung oder auch eine Abgrenzung gegenüber Dingen, mit denen man sich nicht identifizieren kann. Alles verständlich. Alles nachvollziehbar. Aber doch bitte nur bei Dingen, die eine gewisse Wertigkeit besitzen. Und nein, ein Logo auf Ortseingangstafeln gehört nicht dazu.

Zumindest nicht in dem Maße, dass sich Ausschüsse, Rat und Gemeindeverwaltung damit über Jahre herumschlagen müssen. Allein die Tatsache, dass in der jüngsten Bauausschusssitzung erneut lange darüber diskutiert werden musste, ist ein Graus.

Diese Zeit hätte man sinnvoller nutzen oder einfach eher in den Feierabend gehen können. Wohlgemerkt, der schwarze Peter liegt in dieser Causa klar beim Heimatverein Nienborg. Dort scheint man sich mit der Gemeindefusion noch nicht recht angefreundet zu haben. Das Argument, es stünden genug Schilder mit Schriftzug in Nienborg herum, kann nicht ernst gemeint sein. Abgesehen davon ist das Kasperletheater in Sachen Außendarstellung für die Gemeinde eine Katastrophe. Einigkeit und Zusammenhalt sehen anders aus. Und das ausgerechnet im Jahr der 50-jährigen Gemeindefusion. Ein Armutszeugnis.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt