Verantwortung für die Natur: Martin Rulle (51) ist der Heeker Naturschutzbeauftragte

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Martin Rulle ist der Naturschutzbeauftragte für Heek. 2005 hat der Landwirt und Jäger diese Aufgabe übernommen, die er erst nicht ausüben wollte. Doch es kam anders. Aus mehreren Gründen.

von Alex Piccin

Heek

, 29.09.2019, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 14 Jahren ist Martin Rulle (51) nun schon der Heeker Naturschutzbeauftragte. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die in der Form zunächst gar noch so geplant war. „Damals hatte ich mich aus zeitlichen Gründen aus dem Gemeinderat zurückgezogen. Ich wollte keine zeitintensive Aufgabe übernehmen“, erklärt der 51-Jährige.

Das Interesse an der Aufgabe aber obsiegte. Mittlerweile kommt er dieser Betätigung sehr gerne nach: „Es ist ein verantwortungsvoller Job, aber auch eine Ehre.“ Mindestens einmal die Woche fährt er raus in die Natur – oder eben wenn er gerufen wird. Das Wohl der Natur liegt ihm eben am Herzen.

Ein Rundgang durch die Naturräume in Heek

Unser Reporter Alex Piccin hat den Naturliebhaber auf einem Streifzug durch die weitläufige Heeker Naturräume begleitet. Und dabei jagte unverhofft in der 15 Hektar großen Dinkelniederung ein kleines, geflügeltes Wesen in leuchtend blauem sowie orange-braunem Federkleid flach über die Wasseroberfläche.

Verantwortung für die Natur: Martin Rulle (51) ist der Heeker Naturschutzbeauftragte

In den Naturräume gelten einigen Verhaltensregeln, die Besucher unbedingt einhalten sollten. Hinweisschilder klären auf. © Alex Piccin

„Ja, wir haben Glück gehabt“, sagt Martin Rulle nachdem der Eisvogel sich wieder versteckt hat. Obwohl dieser kleine Vogel nicht mehr so selten zu sehen sei wie früher. Das Bundesamt für Naturschutz schätzt, dass es 2013 deutschlandweit 9000 bis 14 500 Brutpaare gab.

„Es ist ein verantwortungsvoller Job, aber auch eine Ehre.“
Martin Rulle

Der Wasserstand der Dinkel ist deutlich gefallen

Der Wasserstand der Dinkel sei, seitdem das Wasser flussabwärts am Wehr an der Legdener Straße nicht mehr gestaut wird, um gut 50 Zentimeter gefallen, berichtet Martin Rulle. „Die Wiesen in der Dinkelniederung sind dadurch tendenziell trockener geworden.“ Aber noch feucht genug, dass sie die beiden jüngsten heißen Sommer gut überstanden haben.

Die Ufer der Dinkel sind dicht bewachsen. 2012 begannen Renaturierungsmaßnahmen, die heute Früchte tragen. Totholz und Dünen bieten Nischen für Amphibien und Bodenbrüter.

Spaziergänger sollten nicht zu dicht an die Ufer herantreten

Zu nahe an das Ufer sollten Besucher generell nicht treten, denn die Vögel und Enten seien sehr störungsempfindlich. Von einer Brücke aus lässt sich aber unter anderem die Eiderente beobachten.

Verantwortung für die Natur: Martin Rulle (51) ist der Heeker Naturschutzbeauftragte

Zu nahe an das Ufer der Dinkel sollten Besucher generell nicht treten, denn die Vögel und Enten sind sehr störungsempfindlich. © Alex Piccin

In den Dinkelwiesen sind gute Beispiele der extensiven Landwirtschaft zu sehen. Wenige Rinder können große Weiden nutzen. Ein künstlich angelegter Teich für Vögel und andere Tiere in der angrenzenden abgemähten Wiese ist nahezu leer.

Der Bestand an Brachvögel hat deutlich abgenommen

Martin Rulle hat festgestellt, dass seitdem die Dinkelwiesen unter Naturschutz stehen, der Bestand an Brachvögel deutlich abgenommen hat. Den genauen Grund kennt er jedoch (noch) nicht.

Verantwortung für die Natur: Martin Rulle (51) ist der Heeker Naturschutzbeauftragte

Die Naturräume bieten zahlreichen Insekten eine gute Nahrungsgrundlage. © Alex Piccin

Beim Vogelbestand sieht der 51-Jährige die natürlichen Feinde als problematisch an, deren Anzahl sich mittlerweile erhöht habe. Raben, Krähen und Dohlen seien auf das Gelege anderer Vögel scharf, später im Jahr kämen der Fuchs und ausgewilderte oder streunende Katzen hinzu.

Dohlen stehen unter Naturschutz

Der Naturschutzbeauftragte steht einer alternativen Bejagung offen gegenüber. Raben und Krähen dürfen zu einer bestimmten Jahreszeit geschossen werden, Dohlen überhaupt nicht, sie stehen unter Naturschutz. Bei seinen Rundgängen hat Martin Rulle allerdings festgestellt, dass die Population dieser Rabenvögel in Heek stark zugenommen hat.

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