Heeker Feuerwehr will Nachwuchs werben

Eigene Jugendwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Heek-Nienborg macht sich daran, eine Jugendfeuerwehr zu gründen - als letzte im Kreis Borken. Bei einer Veranstaltung im Jugendhaus Zak wollen sich die Ehrenamtlichen mitsamt Einsatzfahrzeugen vorstellen und um Nachwuchs werben.

HEEK

, 27.01.2017, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hendrik van Ledden, Wehrführer Heinz-Peter Rump und Herbert Lösing (v. l.) werben um Nachwuchs.

Hendrik van Ledden, Wehrführer Heinz-Peter Rump und Herbert Lösing (v. l.) werben um Nachwuchs.

"Es gibt schon einige, die auf der Liste stehen", freut sich Heinz-Peter Rump. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Heek-Nienborg kann endlich eine Lücke schließen, die nicht nur im Vergleich mit anderen Feuerwehren im Land schmerzlich klafft. Denn im Kreis Borken ist Heek die letzte Kommune, die sich eine Jugendabteilung gönnt. In ganz NRW steht sie damit an drittletzter Stelle. Und: "In Zeiten des demografischen Wandels muss man sehen, wo der Nachwuchs herkommt", sagt der 48-Jährige.

Für Hendrik van Ledden keine Frage. Der 21-Jährige ist schon seit vier Jahren dabei. Und geht alles nach Wunsch, wird er sogar Berufsfeuerwehrmann, "vielleicht in Duisburg." Er könnte Beispiel sein für andere Jugendliche, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Hendrik van Ledden ist einer von fünf Männern, die sich aus den beiden Löschzügen der Wehr rekrutieren, um die künftige Jugendabteilung aufzubauen.

Begeisterung für Technik

"Der Freundeskreis erweitert sich", sagt er zu seiner Motivation, mitzumachen. Auch sei da der Drang, anderen zu helfen. Er habe immer schon dabei sein wollen. Ihn reizten das Spektakuläre, erzählt er, die Begeisterung für die Technik und nicht zuletzt die Kameradschaft. "Ich wäre auch schon eher gekommen, hätte es eine Jugendfeuerwehr gegeben."

Bislang konnten junge Leute, die zur Heeker Feuerwehr wollten, ab 17 Jahren beitreten, um dann mit Erreichen der Volljährigkeit in den aktiven Dienst zu wechseln. Problem: "Mit 17 sind viele Jugendliche schon sortiert", sagt Rump. Will heißen: Viele haben bis dahin längst entschieden, ob und wo sie sich gesellschaftlich engagieren und wie sie ihre Freizeit verbringen. In der geplanten Jugendabteilung sollen nun bis zu 18 junge Leute ab 14 Jahren an die ehrenamtliche Tätigkeit herangeführt werden.

Viel Unterstützung

"Im Kreis ist es schon ab zwölf Jahren möglich", erklärt Herbert Lösing, der die Jugendarbeit koordiniert. "Wir wollen mit 14- und 15-Jährigen starten und das langsam aufbauen." Rund ein halbes Jahr hat ein fünfköpfiges Team um Lösing und Rump den Aufbau einer eigenen Jugendabteilung für die Freiwillige Feuerwehr Heek-Nienborg vorbereitet. "Da gab es einiges zu bedenken", erklärt Rump, "vom Finanziellen über Jugendschutz bis hin zur Ausbildung."

Unterstützung kam von benachbarten Wehren, von Kreisjugendwart Ralf Gottlob und der Gemeinde Heek. Beim Um- und Ausbau des Gerätehauses in der Heeker Stroot etwa wurde der Raumbedarf für Jugendarbeit bereits berücksichtigt. Um die soll es vor allem gehen, wie Heinz-Peter Rump betont.

Umfangreiches Programm

"Es wird abwechselnd Übungsabende geben in Heek und Nienborg", erklärt er, "im zweiwöchigen Rhythmus." Dabei werden nicht nur "Schläuche gerollt", wie er sagt. "Das ist schon laut Satzung mindestens zur Hälfte Jugendarbeit", bestätigt Herbert Lösing.

Das heißt: Ausflüge zum Schwimmen, Kino, Grillen, Zeltlager, spielerische Übungen, Leistungsabzeichen und Austausch mit anderen Jugendwehren. "Oder auch mal eine Diskussionsveranstaltung mit Referenten", so Heinz-Peter Rump.

Zu den Jugendlichen

"Wir müssen zu den Jugendlichen hin", hat Herbert Lösing bei den Vorüberlegungen für die Jugendwehr festgestellt. Mitmachen könne jeder, egal ob Mädchen oder Junge, ob Hiesiger oder Flüchtling. Rump: "Wer gerne helfen will, darf helfen."

Die Info-Veranstaltung zur Gründung einer Jugendfeuerwehr findet statt am Donnerstag, 2. Februar, um 17.30 Uhr am Jugendhaus Zak, Am Dinkelstadion 1.

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