Heeker muss 2800 Euro für einen Kopfstoß in der Kneipe zahlen

Heeker am Amtsgericht

Weil er einem Kontrahenten bei einem Kneipenstreit die Nase gebrochen hatte, war ein Heeker vor dem Amtsgericht Ahaus angeklagt. Er akzeptierte zu zahlen, um keine Verurteilung zu riskieren.

Heek

, 28.02.2019 / Lesedauer: 2 min

Wegen eines Kopfstoßes bei einem Kneipen-Streit musste sich ein 50-Jähriger Heeker vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Vor rund einem Jahr war es zwischen dem Angeklagten und einem anderen Mann zu einer wüsten Auseinandersetzung in der Kneipe „Copacabana“ in Ahaus gekommen. Laut Anklage wurde dem Heeker vorgeworfen, seinen Kontrahenten mit einem Kopfstoß gegen die Nase verletzt zu haben. Dabei erlitt der Geschädigte einen Nasenbeinbruch, der operativ behandelt werden musste.

Der Angeklagte wollte sich zur Tat nicht äußern. Zuvor hatte er bei einer Vernehmung noch behauptet, er sei einem Faustschlag seines Gegenübers ausgewichen. Dabei habe er sein Gegenüber unabsichtlich verletzt.

„Dass das zu einer Nasengerüstfraktur führt, ist nicht überzeugend“, betonte der Richter. Da der Angeklagte vorher jedoch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, könne er sich die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldstrafe vorstellen.

„Das wird das Bild ändern“

Die Verteidigerin schlug vor, zunächst die Ehefrau des Angeklagten anzuhören: „Das wird das Bild ändern.“ „Dann gilt das Angebot nicht mehr“, entgegnete der Richter. Während der folgenden Sitzungsunterbrechung musste sich nicht nur der Angeklagte mit seiner Anwältin sondern auch die Rechtsreferendarin in Sitzungsvertretung der Staatsanwaltschaft mit ihrem Ausbilder beraten.

Als die Verteidigung schon einschlagen wollte, hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft noch Einwände.

Angesichts der Schwere der Verletzung und des guten Einkommens des Angeklagten als Bauleiter sei die Auflage bei zwei Netto-Gehältern anzusetzen. „Zwei Netto-Gehälter“, fragten Anwältin und Angeklagter nacheinander ungläubig.

Der Richter schlug vor, die Auflage bei 40 Tagessätzen à 70 Euro anzusetzen. Nach Rücksprache mit ihrem Ausbilder akzeptierte die Rechtsreferendarin dies. Gegen die Zahlung einer Wiedergutmachung von 2800 Euro stellte der Richter das Verfahren vorläufig ein. Sobald die volle Summe gezahlt ist, wird es endgültig eingestellt.

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