Heeker Nachwuchs-Musiker proben für den großen Auftritt

rnBläserklasse an der Kreuzschule

Seit einem halben Jahr musizieren die 24 Schüler der Kreuzschule im Modellprojekt Bläserklasse – Zeit für eine Zwischenbilanz. Lehrer Jörg Hilpert plant derweil schon den nächsten Jahrgang.

Heek

, 13.02.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochmorgens wird es laut an der Kreuzschule. Die Trompeter Elias, Lara, Simon und Tom üben im Klassenraum. „Der ist zwar schallisoliert, aber im Nebenraum hört man das trotzdem“, weiß Sekundarschulrektor Jörg Hilpert.

In vier Gruppen bekommen die Schüler der im Sommer gestarteten Bläserklasse am Mittwochmorgen Instrumentalunterricht von den Musikpädagogen der Musikschule Ahaus. Inzwischen hat jeder sein Instrument gefunden.

Zumindest jeder der es möchte. 18 Blasinstrumente stehen für die 24 Schüler bereit, die anderen sechs spielen am Keyboard oder am Schlagzeug.

Die Musikschule hatte noch zwei zusätzliche Instrumente gestellt, weil der Andrang so groß war. Fünftklässler Jan bekam noch eine Posaune per Nachmeldung. Fünf Wochen hatten die Schüler Zeit, alle Instrumente kennenzulernen. Anschließend konnten Sie Wünsche äußern, welches sie spielen möchten.

Viele wollen ans Saxophon

„Die Saxophone waren der Renner“, berichtet Hilpert. Deshalb wurde die Gruppe von vier auf sechs Kinder erweitert. Charlotte, Hannes, Lina, Mika, Paul und Robert heißen die Glücklichen, die unter Anleitung von Hans Rikhof Saxophon-Unterricht nehmen. „Das hört sich cool an“, meint Hannes. „Und Lisa Simpson spielt auch Saxophon“, sagt Lina. Kinderlieder wie „Frère Jacques“ und „Old MacDonald“ gehören schon zu ihrem Repertoire. Das Instrument ist für die Gruppe Neuland, nur Paul hat schon vorher Saxophon gespielt.

Denn die Bläserklasse richtet sich an Anfänger. „Wenn jemand schon richtig Erfahrung mit einem Instrument hat, dann würde ich keine Teilnahme empfehlen, außer für ein zweites Instrument“, erklärt Hilpert. Die Schüler zahlen 19 Euro im Monat für die Instrumentenleihe. „Da ist der Unterricht aber schon mit drin.“ Die Gemeinde unterstützte die Finanzierung der Instrumente.

Trompeten im Klassenraum: Robert de Boer unterrichtet Simon, Lara, Tom und Elias.

Trompeten im Klassenraum: Robert de Boer unterrichtet Simon, Lara, Tom und Elias. © Falko Bastos

Zwei Jahre lang läuft die Integration in den Musikunterricht. Neben dem Gruppenunterricht mit der Ahauser Musikschule gibt es wöchentlich eine Orchesterprobe. „Das klingt schon super, es hat mich umgehauen“, berichtet Hilpert. Langfristig ist die Etablierung einer schuleigenen Bigband das Ziel. „Das ist schon ein kleiner Traum“, sagt er.

Einen ersten kleinen Auftritt gab es schon, als die Bläserklasse vor den Mitgliedern des Schulausschusses „Hänschen Klein“ spielte. Die Saxophonisten proben aber sicherheitshalber schon mal den „großen Auftritt“. Künftig darf das gemeinsame Orchester bei schulischen Veranstaltungen wie der Entlassfeier der 10er spielen. „Das gibt Erfolgserlebnisse, weil die Kinder merken: Ich kann was“, ist Hilpert überzeugt.

Noch sei das Dirigieren aber schwierig, „weil keiner nach vorne guckt“.

Nach der sechsten Klasse können die Schüler in die örtlichen Musikvereine gehen – und sich dies als AG-Zeit in der Schule anrechnen lassen. Trompeterin Lara ist schon im Spielmannszug in Metelen. Alternativ können die Nachwuchs-Musiker an der AG der Vor-Bigband teilnehmen. „Wir wollen da keine Lücke entstehen lassen“, so Hilpert. Denn die Erfahrung zeige: „Wenn die Kinder erst mal eine Pause machen, ist es schwer wieder anzufangen.“

Bei 16 Anmeldungen gibt es die nächste Bläserklasse

„Auch für uns ist das ein Modellprojekt. Wir freuen uns, dass die Kinder so viel Spaß haben“, sagt Musikschulleiter Alfred Zamhöfer. „Das ist schließlich die Hauptsache.“ Nachlässig wird es im Unterricht trotzdem nicht. Immer wieder unterbricht er seine Posaunisten für kleine Korrekturen. „Das klingt schon schön, aber noch nicht richtig“, urteilt er in Richtung seiner Schüler.

Längst laufen die Planungen für eine zweite Bläserklasse, die ab dem Sommer starten soll. Bei 16 Anmeldungen kommt sie zustande. „Das Interesse ist groß“, berichtet Hilpert. Ab dem 25. Februar beginnt die Anmeldephase. Dafür wird ein zweiter Satz Instrumente benötigt. 10.000 Euro sind dafür im Haushaltsplanentwurf der Gemeinde vorgesehen.

Und der Geräuschpegel? Stört nicht. Drei Gruppen sind in Proberäumen abseits der Klassenräume untergebracht. Und zwar so nah beieinander, dass sie auch einmal gemeinsam proben können. Nur eines will Jörg Hilpert nicht wiederholen. „Wir haben mal eine Orchesterprobe im Klassenraum gemacht, da haben die Kollegen protestiert“, erzählt er grinsend.

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