Heeker Unternehmen baut Wohnraummodule in Fertigbauweise

Firma Büscher

Die Gemeinde Heek geht bei der Unterbringung von Flüchtlingen neue Wege. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich am Mittwoch einstimmig für den Bau eines Gebäudes in Modulbauweise am Mühlenfeld aus. Offen blieb vorerst, ob die Wohnmodule der Firma Büscher ein- oder zweigeschossig angelegt werden sollen.

HEEK

, 21.04.2016, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit zwei Jahren arbeitet die Heeker Firma Büscher an der Entwicklung eines Konzepts für Wohnraummodule in Fertigbauweise für den sozialen Wohnungsbau. Besonders im Ruhrgebiet, aber auch auf Bundesebene ist das Projekt der "Solid-Box" sehr gefragt, wie Wolfgang Büscher am Donnerstag erklärte. Der geplante Bau einer Unterkunft für Flüchtlinge mit vier Wohneinheiten von jeweils 50 Quadratmetern Wohnfläche könnte künftig als Referenzobjekt dienen.

Für die Gemeinde ist die Investition langfristig gedacht, weshalb das Büscher-Konzept gerade recht kommt. Es sei davon auszugehen, "dass in den alten Gebäuden die Unterhaltskosten im Verhältnis zu Neubauten enorm hoch sind", heißt es in der Tischvorlage, die die Verwaltung für die Sitzung erarbeitet hatte. In seiner Sitzung vom 9. März hatte sich der Rat für einen Neubau und das Büscher-Konzept ausgesprochen. Im Haushalt stehen 750000 Euro für den Bau von Flüchtlingsunterkünften bereit.

Bessere Energiebilanz

"Wir wollen hochwertigen, kostengünstigen Wohnraum schaffen", erklärte am Donnerstag auf Anfrage Hermann Stegink, einer der Entwickler des Konzepts bei Büscher. Vor allem die Energiebilanz führte er ins Feld. Die Anforderungen nach der neuen Energieeinsparverordnung 2016 (EnEV) werden demnach von der "Box" ebenso erfüllt wie die für das KfW-Effizienzhaus 70 (staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau). "Wir werden es auch für die KfW-55-Förderung schaffen", ist Geschäftsführer Wolfgang Büscher überzeugt.

Erreicht werde das durch eine hochwertige Innenraumdämmung in Kombination mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung. Hinzu komme die kurze Bauzeit - laut Büscher um 70 Prozent kürzer als bei sonstigen Bauvorhaben. Da weder ein Gasanschluss noch ein Fundament benötigt werden, isrt der Bau auch flexibel um-, rück- und abbaubar. Oder er kann später anderweitig genutzt werden. Büscher: "Was wir jetzt machen, ist anders als alles andere."

Varianten erarbeiten

Das sieht die Gemeinde ähnlich. "Wir kaufen etwas für langfristige Nutzung", erklärte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Der Ausschuss legte sich gleich auf den Standort Mühlenfeld fest. Strittig war allein die Frage, ob ein- oder zweigeschossig gebaut werden soll.

SPD-Fraktionsführer Reinhard Brunsch plädierte für ebenerdiges Bauen. Er erinnerte an das dezentrale Konzept der Gemeinde bei der Flüchtlingsunterbringung. Dem entgegen stand der Platzbedarf für vier Container. "Dann ist der Bolzplatz weg", sagte Bernhard Homann (CDU) mit Hinweis auf die bisherige Nutzung des Areals. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, mögliche Bauvarianten mit der Firma Büscher zu erarbeiten, um dann in der Ratssitzung am 11. Mai zu entscheiden.

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