Heeker Unternehmen stattet Schulen mit Möbelsystemen aus

Pauken auf Augenhöhe

Für Karsten Flensberg sind sie so etwas wie der "dritte Pädagoge": Seit 15 Jahren beschäftigt sich der gelernte Kaufmann mit Schulmöbeln. 2013 gründete er die Firma "Kamira", mit der er von Heek aus so genannte "flexible Lernraumsysteme" in die gesamte Republik vertreibt.

HEEK

, 01.07.2016, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heeker Unternehmen stattet Schulen mit Möbelsystemen aus

Karsten Flensberg und Andrea Krause setzen auf Flexibilität.

Der "dritte Pädagoge" - das sei der Klassenraum, erklärt Karsten Flensberg. Der 45-Jährige hat noch erlebt, wie sich in Bezug auf die Ausstattung von Schulen Grundlegendes verändert hat. Sein früherer Arbeitgeber, der Schulmöbelhersteller Kvartet, hatte 2006 die Idee für dreieckige Pulte entwickelt. "Wir wurden damals ausgelacht", erinnert sich Andrea Krause. Die 48-Jährige betreut heute in NRW den Kamira-Vertrieb.

Die Pultform bietet nicht nur die Gewähr für ein durchweg flexibles Lernraumsystem. "Man unterhält sich immer mit denen, die man am einfachsten erreichen kann", erklärt Flensberg. "Kommunikation über 90 Grad findet fast nie statt." Anhand eines Diagramms demonstriert er, wie Schüler intuitiv den Blick richten, wenn sie am Pult sitzen: geradeaus oder im 45-Grad-Winkel.

Rahmenvertrag mit Berlin

2013 übernahm Flensberg die Markenrechte von Kvartet und gründete in Heek "Kamira". Seither wächst das Unternehmen. Mit der Stadt Berlin etwa hat er Rahmenverträge. "Jede zweite Grundschule dort verwendet dieses Mobiliar." Ein kleines, aber nicht unwesentliches Verkaufsargument ist dabei auch das Thema Nachhaltigkeit. Im Gegensatz zu anderen Anbietern statte er etwa seine Stühle mit auswechselbaren Bodengleitern aus, sodass diese bei Bedarf mit einem schlichten Schraubenzieher, etwa vom jeweiligen Schulhausmeister, repariert werden könnten. Krause: "Das ist auch für die Folgekosten ein Argument."

"Lernen auf Augenhöhe" heißt die schlichte Formel, an der Flensberg seine Systeme orientiert. Dazu haben alle Tische eine einheitliche Höhe, die Stühle dagegen eine höhenverstellbare Fußraste, damit alle Kinder gleich hoch sitzen können. Auch hier kommt Nachhaltigkeit ins Spiel: Die Möbel wachsen mit, sind für alle Altersstufen einsetzbar, auch im Ganztag.

Gute Bilanz

Aktuell stattet Kamira eine Musterklasse in der Alexander-Hegius-Grundschule für einen Testbetrieb aus (Münsterland Zeitung berichtete). In Heek war das Unternehmen vorher kaum bekannt. Da der Betrieb nicht selbst produziert, kommt er vor Ort mit drei Mitarbeitern aus, in einer Dortmunder Dependance arbeiten weitere vier. "Wir expandieren, aber man kann die Welt nicht in drei Jahren erobern", lacht Flensberg.

Doch die Bilanz kann sich sehen lassen: Rund 10000 Dreieckstische verkaufe er pro Jahr, dazu 12000 bis 15000 Stühle - Tafelsysteme und modulare Schulschränke nicht mitgerechnet. "Wir sind ein Nischenanbieter."

 

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