Heekerin spendet Haare für Krebspatienten

Wenn Haare doppelt helfen

Eigentlich wollte Frederike Ruminski ihre Haare nie wieder kurz schneiden lassen. Nun reichen sie ihr nicht einmal mehr bis zu den Schultern. Um mehr als 30 Zentimeter ließ sich die Heekerin ihre Haarpracht bei ihrem letzten Friseurbesuch kürzen. Doch nicht etwa für den Mülleimer, sondern für den guten Zweck.

HEEK

von Mareike Katerkamp

, 29.01.2017, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heekerin spendet Haare für Krebspatienten

Frederike Ruminski hat ihr Haar gespendet und hofft auch viele Nachahmer, die damit Krebspatienten und der Krebshilfe helfen.katerkamp

Vier 31 Zentimeter lange Zöpfe - ihre Haare waren zu dick für einen Zopf - schickte die 30-Jährige danach in einen Umschlag nach Velen-Ramsdorf. Der Empfänger: die Perückenmanufaktur Rieswick.

Als jemand aus ihrer Familie an Krebs erkrankte, merkte Frederike Ruminski schnell, "wie extrem es ist, wenn man keine Haare mehr hat". Schließlich hörte sie von der Aktion des Perückenstudios in Ramsdorf. Dort werden die gespendeten Haare zu Perücken verarbeitet, die für Menschen bestimmt sind, die keine eigenen Haare mehr haben.

Zudem wird der Wert der Haare an die Kinderkrebshilfe in Weseke oder die Deutsche Krebshilfe in Bonn gespendet. "Eigentlich spendet der Spender doppelt", sagt Geschäftsführer Max Rieswick. Denn nicht nur der Perückenempfänger profitiert durch die günstigere Perücke, sondern auch die Organisation, die das gespendete Geld erhält.

Aktion läuft schon ein paar Jahre

Bereits vor einigen Jahren hat das Perückenstudio mit der Aktion begonnen. "Wir fanden es schade, dass die Haare beim Friseur alle im Müll landen", so Rieswick.

Vor fünf Jahren dann hat der Geschäftsführer im Internet die Seite haare-spenden.de eingerichtet, die auf die Aktion verweist und auch im sozialen Netzwerk Facebook sehr aktiv ist. Zudem arbeitet Rieswick mit mehreren Friseurinnungen zusammen, die regelmäßig Haare ihrer Kunden spenden. Mittlerweile bekommt das Perückenstudio zehn bis 30 Spenden am Tag. Im vergangenen Jahr kamen so mehr als 60000 Euro für den guten Zweck zusammen.

60.000 Euro gespendet

Will jemand spenden, muss allerdings die Haarlänge passen. Der gespendete Zopf sollte mindestens 25 Zentimeter lang sein, weil im Knüpfprozess für die Perücke noch einmal fünf bis sieben Zentimeter Länge verloren gehen.

Frederike Ruminski hatte ihre Haare deshalb extra besonders lang wachsen lassen, bevor die Friseurin bei ihr die Schere ansetzte. Wie viel ihre 31 Zentimeter schließlich Wert waren, weiß sie nicht. "Bei so einer Länge ist von fünf bis 50 Euro alles dabei", sagt Rieswick. Denn außer der Länge spielen noch weitere Faktoren eine Rolle: etwa Farbe, Gewicht, Optik und Struktur.

Frederike Ruminski gibt zu: "Eigentlich will ich gar nicht in die Zeitung. Aber ich glaube, dass viele die Aktion gar nicht kennen und noch mehr mitmachen würden, wenn sie wissen, dass es so etwas gibt." Eine weitere Person hat die 30-Jährige mittlerweile schon von einer Haarspende überzeugt: ihre Nichte.

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