Hegering baut fünf Hotels für Insekten

In Heek und Ahaus

Stroh, Heu und Tannenzapfen haben sie mitgebracht auf die Wiese in Ahle. Die Jäger des Hegerings Ahaus-Heek haben diesmal kein Wild, sondern Insekten im Visier. Gleich fünf „Hotels“ für Bienen, Wespen, Schlupfwespen und andere Insekten haben sie in Ahaus und Heek aufgebaut.

HEEK/AHAUS

, 18.03.2016, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dirk Kuse hatte die Idee, Insektenhotels zu bauen.

Dirk Kuse hatte die Idee, Insektenhotels zu bauen.

„Wir haben Standorte gewählt, wo viele Leute vorbeikommen“, sagt Werner Lenting. Denn mit der Frühjahrsaktion wollen sie nicht nur die Natur schützen und pflegen. „Das ist auch Imagewerbung“, macht der Vorsitzende klar. Vieles, was der Hegering freiwillig macht, wie zum Beispiel Heckenschnitt, bemerke die Öffentlichkeit meist nicht.

Die Insektenhotels dagegen fallen auf. So wie auf der Wiese von Christoph Heying im Ahler Brook, wo Obstbäume stehen. Und wo ab dem Frühjahr auch viele Spaziergänger und Radfahrer vorbeikommen. Ein perfekter Platz also, so findet Lenting, um dort Insekten Schlupflöcher zu bieten für ihre Brutaufzucht. Heying hat nicht nur gerne die Erlaubnis zum Bau gegeben, sondern gleich auch noch beim Abschweißen der Dächer geholfen.

Auf privatem Gelände

Alle Insektenhotels stehen auf privatem Gelände. „Die Gemeinde Heek forderte von uns alle möglichen Vorarbeiten“, so Lenting, „da hätte es in diesem Jahr nicht mehr geklappt.“ Und so finden sich jetzt die kleinen Bauten auch bei Bernd Telgmann in Heek, Josef Winkelhaus in Sabstätte, Christian Schulze Wext in Wext und Dirk Beckering in Quantwick. Die ersten sind fertig, drei weitere werden in diesen Tagen befüllt. Dabei werden die Jagdhornbläser und jungen Jäger helfen.

Dirk Kuse hatte die Idee, in diesem Frühjahr die Insektenhotels aufzubauen. Vor einem Jahr hatte der Hegering noch Nistkästen hergestellt. Kuse hat selbst eine Herberge für Insekten in seinem Garten geschaffen. „Ein bis zwei Jahre dauert es, bis die Insekten ihr Hotel annehmen“, sagt der stellvertretende Schießobmann im Hegering.

Unter dem schützenden Dach haben die Jäger mehrere Kammern eingebaut. Erle, Eiche und Birke wurden hineingesetzt, das Ganze mit Porotonsteinen, Zapfen und Stroh aufgefüllt. Fichte und Tanne blieben draußen, weil sie verharzen. In die kleinen Stämme wurden Löcher gebohrt. „Nicht zu groß“, sagt Kuse, „die Insekten wollen sich reinquetschen und fressen die Löcher dann passend.“

Bestäubung und Befruchtung

Hummeln, Wildbienen, Schlupfwespen, Schwebfliegen, aber auch Marienkäfer, Ohrwürmer oder Schmetterlinge werden in den Insektenhotels wohnen. Dass wie bei dem Standort in Ahle Obstbäume und Blüten in der Nähe sind, hilft, dass sich hier Insekten ansiedeln und überwintern.

Hier finden sie genügend Nahrung und leisten andererseits ihren Beitrag bei der Bestäubung und Befruchtung. „Früher gab es auf landwirtschaftlichen Betrieben jede Menge Nistmöglichkeiten“, erzählt Lenting. Das hat sich geändert, seit es beispielsweise immer mehr geschlossene Silos gibt. Deshalb, so findet er, machen Insektenhotels auch auf dem Land Sinn.

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