Integration von Behinderten ist selbstverständlich

Gartenbau Mensing

Die einen klagen über Fachkräftemangel, die anderen tun sich schwer mit den Bedingungen eines freien Arbeitsmarktes. Was auf den ersten Blick unvereinbar scheint, kann mitunter ein Modell mit Vorbildfunktion sein – so wie bei der Gartenbaufirma Mensing, wo mittlerweile ein Viertel der Belegschaft trotz Behinderung einen ganz normalen Arbeitsplatz gefunden hat.

05.11.2014, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wohl zu Recht: „Man kann sich zu hundert Prozent auf ihn verlassen.“ Man habe aber auch Wert darauf gelegt, die behinderten Mitarbeiter nicht in einer gesonderten Gruppe zu führen, sondern je einen – „maximal zwei“ – einer Gruppe nicht-behinderter Kollegen zuzuteilen. „Integration ist nur dann Integration, wenn die mit ganz normalen Beschäftigten zusammenarbeiten“, betont Philipp Mensing. „Die wollen normal behandelt werden, und die sollen auch normal behandelt werden.“ Dass die behinderten Kollegen zunächst vielleicht nur die Hälfte dessen schaffen was die anderen leisten und zumindest zu Anfang einige Kontrolle nötig ist, wird zum Teil durch die Förderung aufgefangen. Aber auch die anderen Mitarbeiter sind gefordert. Mensing: „Das Wichtigste sind die Kollegen. Die dürfen nicht mit der Ansicht rangehen, dass sie für die anderen mitarbeiten müssen.“ Die Sorge scheint unbegründet.

„Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es ohne war“, sagt etwa Bernd Lammerskötter, der gerade einen Trupp Kollegen anführt, die in den Grünanlagen am Wasserwerk Unterortwick arbeiten. „Man hat immer Spaß mit den Jungs“, sagt er. „Unterm Strich ist alles gut.“ Auch Heinrich Schöttelkotte aus Heek ist zufrieden. „Es war eine Umstellung“, sagt er. „Aber mittlerweile gefällt es mir.“ Der 45-Jährige wechselte vor über zwei Jahren aus einer Behindertenwerkstatt ins „normale“ Erwerbsleben. Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus und somit einer der Auftraggeber der Firma, unterstützt das Engagement. Mensings Leute pflegen große Flächen an Bädern und Wasserwerken. Dass da mit Handicap gearbeitet werde, „kriegen wir gar nicht mit“.

Mensings Fazit: „Es macht Spaß, mit diesen Leuten zu arbeiten.“ Leider könne er keine mehr unterbringen. „Die Grenzen sind erreicht.“ Von 20 Mitarbeitern sind fünf mit Behinderung im Betrieb. „Aber Praktika sind immer möglich.“ „Integration unternehmen“ heißt ein Landesprogramm zur Inklusion von behinderten Menschn in der Arbeitswelt.  Mindestens drei Personen der Zielgruppe und mindestens fünf Prozent der Belegschaft müssen eingestellt werden. Der Integrationsfachdienst unterstützt und berät die Unternehmer.

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