Junge Schützen nehmen alle Hürden zur Vereinsgründung

Junggesellenschützenverein St. Maria Heek

„1975, ein interessantes Jahr“, heißt es in der Chronik der Ereignisse, die im Frühsommer eben jenes Jahres zur Gründung des Junggesellenschützenvereins St. Maria Heek führen sollten. „Vom Kirchturm her schaute ein noch intakter Hahn auf das Treiben der Heeker Jugend“, erfährt der Leser auf der Webseite des Vereins. Jedoch: Die Idylle trog. Bei der Generalversammlung der Ludgerusschützen kam es zum Eklat.

HEEK

, 10.08.2016, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Junge Schützen nehmen alle Hürden zur Vereinsgründung

Vorstand und Offizierskorps im Gründungsjahr 1975: Bei den Uniformen behalf man sich aus zweiter Hand, das Gesamtbild mit Fahne aber geriet prachtvoll.

Markus Kippelt ist zu jung. Das muss er sein, denn sonst wäre er nicht Schützenkönig bei den Junggesellenschützen – und gleichzeitig deren Präsident. Aber wie alles anfing, vor über 40 Jahren, das weiß er nur aus Erzählungen. Sein Onkel war damals dabei: Bernhard Kippelt. Gemeinsam mit Bernhard Alfert, Karl Münstermann, Berhard Lürick und einigen anderen rief er zur Gründung des Junggesellenschützenvereins St. Maria Heek auf.

„Das waren alles Heeker Originale“, sagt Markus Kippelt. „Solche Leute gibt es fast gar nicht mehr.“ Dass eine Menge Unzufriedenheit mit dem damaligen Schützenfestbetrieb im Spiel war, ist bekannt – nebst einer Menge Alkohol. „Das Ganze glich eher einem Runkelklub, der sich an einem Samstag anständig besaufen wollte“, ist in der Chronik des Vereins selbstkritisch vermerkt.

Im Kreuzfeuer der Kritik

Im Nu gerieten die Gründerväter ins Kreuzfeuer der Kritik, nicht zuletzt bei den eigenen Familien. Die Eltern seien nicht von der Gründungsidee begeistert gewesen, heißt es unter „Wie alles begann“ auf der Internetseite des Vereins. „So manches harte Wort“ hätten sie sich anhören müssen. „Von Wahnsinn bis Idioten war alles dabei.“ Bernhard Lürick holte daher bei der Generalversammlung am 17. Juni zu einer flammenden Rede aus. „Der Verein hat nicht die Aufgabe, ein Gegengewicht gegenüber dem Heimat- und Schützenverein St. Ludgerus zu sein“, erklärte er. „Wir haben es aber nicht nötig, uns von deren Vorstandsmitgliedern hinstellen zu lassen wie kleine Jungen …“. Aller Kritik und allem Belächeln zum Trotz, das es offenbar von allen Seiten gab: „Dieses Fest wird so durchgeführt, wie es von uns geplant ist“, sagte Lürick, „wenn wir alle zusammenhalten, wird es auch gelingen.“

Tatsächlich: Es gelang. Obwohl es noch einige Hürden zu nehmen gab. Nicht zuletzt beim ersten Vogel, in dem ein quergeschlagener Balkennagel steckte, weshalb er zunächst nicht befestigt werden konnte. Bei der „Behelfsreparatur“ wurde er dann beschädigt. „Fachkreise“ unkten: Keine 40 Schuss würde der aushalten. „Die Lage war verzweifelt“, so der Chronist. Ob es vielleicht an der Trinkfreude der jungen Schützen lag, ist ungewiss: Der Vogel fiel erst mit dem 366. Schuss.

Zeiten ändern sich

Inzwischen sind es „so um die 250“, wie Markus Kippelt weiß. Und auch der Frieden ist längst wieder hergestellt. „Das Verhältnis zwischen den Vereinen ist super. Das ist eine super Zusammenarbeit“, beteuert er, „Wir sind bei denen eingeladen, und die bei uns.“ So auch in diesem Jahr: Los geht es am Samstag am Eppingschen Hof mit dem Tog wegbringen um 16 Uhr.

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