Kein Platz für Häuslebauer in Heek: 400 Baugrundstücke sollen Abhilfe schaffen

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Aktuell kann die Gemeinde kein einziges Baugrundstück anbieten. Häuselbauer schauen also in die Röhre. Doch eine große Lösung ist in Sicht. Und auch eine „kurzfristige“ sorgt für Entlastung.

Heek

, 20.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer aktuell in der Dinkelgemeinde ein Grundstück aus Gemeindebesitz kaufen möchte, der schaut in die Röhre. Derzeit ist nicht ein Grundstück verfügbar. Weder im Ortsteil Heek noch im Ortsteil Nienborg. Da hilft auch kein prüfender Blick in die Baugrundstücksbörse der Gemeinde. Gähnende Leere. Noch. Denn die Gemeinde will im großen Stil für Nachschub sorgen.

Satte vier Millionen Euro sind im Haushaltsentwurf 2020 als „Auszahlung für den Erwerb von Grundstücken“ vorgesehen. Wovon allerdings noch zwei Millionen aus dem Jahr 2019 stammen. Neu werden de facto zwei Millionen Euro in den Erwerb von Grundstücken investiert. Erschließungskosten kommen oben drauf.

Viele Baugrundstücke sollen auf den Markt kommen

„Wir sind schwer in der Vorbereitungsphase“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage. Er spricht im Zusammenhang mit den geplanten Baugrundstücken „von einer ganzen Palette“, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen werde.

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In Zahlen heißt das: eine Erweiterung des Baulandes um beachtliche 29 Hektar mit etwa 400 neuen Grundstücken - in den kommenden Jahren. Dafür muss natürlich alles in Sachen Ankauf und Planung wie geplant laufen. Nicht immer alles selbstverständlich. „Es mus sich jedenfalls keiner Sorgen machen, dass es bei uns kein Bauland mehr gibt“, stellt der Bürgermeister klar.

Fünf Baugrundstücke kommen „kurzfristig“ auf den Markt

Fünf Baugrundstücke sollen zudem noch recht „kurzfristig“ auf den Markt kommen. Eines in Nienborg im Baugebiet „Hofstätte“ und vier im Ortsteil Heek, in unmittelbarer Nähe zur Kreuzschule. Dafür wurde im jüngsten Bauausschuss einstimmig der entsprechende Bebauungsplan geändert. Anfang 2019 hatte die Gemeinde dort zwei Parzellen erworben. Hinzu kommt dort die Fläche eines ehemaligen Spielplatzes, der bereits 2011 aufgegeben wurde.

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Insgesamt entstehen dort also vier Baugrundstücke im Bestand. Die Erschließung des Bereiches ist bereits geplant. „Läuft es gut, können wir mit den Grundstücken Anfang 2021 an den Markt gehen“, sagt Franz-Josef Weilinghoff.

Baugrundstücke in der Dinkelgemeinde sind gefragt

Generell scheint die Baugrundnachfrage in der Dinkelgemeinde vorhanden zu sein, anders ist die Erweiterung im großen Stil nicht zu erklären. „Natürlich muss die Nachfrage gegeben sein. Es gibt doch in diesem Fall nichts Schlimmeres, als wenn wir Flächen ankaufen und erschließen und dann darauf sitzen bleiben“, so Weilinghoff.

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Nicht von der Hand zu weisen, denn schließlich muss die Gemeinde zunächst mal etliche Millionen in die Hand nehmen. Die anschließende Vermarktung der Grundstücke refinanziert dann die Investitionen. Und davon abgesehen ist die Sache mit dem Bauland ohnehin eine periodische Angelegenheit. Kaufen, erschließen und vermarkten. „Wir sind derzeit bei den ersten beiden Punkten“, so Weilinghoff.

Gemeinde hat bereits viele Grundstücke auf den Markt gebracht

Mit Blick auf die Neubaugebiete Strothbach in Heek sowie Hoffstätte in Nienborg wird daraus ein Schuh. Denn dort hatte die Gemeinde zuletzt „massiv Grundstücke auf den Markt gebracht“. 109 Anwohner (Strothbach) und 44 Anwohner (Hoffstätte) sprechen eine eindeutige Sprache.

Die nachfolgende Auflistung zeigt, wo genau die Gemeindeverwaltung in den kommenden Jahren großflächig neues Bauland auf den Markt bringen möchte.

  • Erweiterung Strothbach/Pfingstfeld:

Geplant ist eine Erweiterung der Wohnbebauung im Bereich zwischen Ahauser Damm, K45 und Ammelner Straße auf einer Fläche von etwa zehn Hektar. Etwa 140 Baugrundstücke sollen entstehen. Ein Aufstellungsbeschluss für die Änderungen des Flächennutzungsplans wurde bereits gefasst. Eine erste größere Fläche hat die Gemeinde dort schon gekauft. Weitere Gespräche mit den Grundstückseigentümern stehen an. Geplant ist eine sukzessive Erschließung.

Auf der großen Fläche in der Mitte ist die Erweiterung Strothbach/Pfingstfeld sukzessive geplant.

Auf der großen Fläche in der Mitte ist die Erweiterung Strothbach/Pfingstfeld sukzessive geplant. © Geodatenatlas Kreis Borken

  • Erweiterung Hoffstätte/Sanders Kamp

Das Baugebiet Hofstätte soll in nördlicher Richtung bis zur Meteler Straße erweitert werden. Das entspricht einer Fläche von 17,5 Hektar. 245 Bauplätze könnten dort so entstehen. Erste Gespräche mit den Grundstückseigentümern hat die Gemeindeverwaltung bereits geführt. Auch einige Grundstücke wurden bereits erworben. 2022 ist derzeit das geplante Erschließungsziel.

Das gesamte Areal im nördlichen Bereich soll zu neuem Baugrund werden. Die Flächengröße beträgt 17,5 Hektar.

Das gesamte Areal im nördlichen Bereich soll zu neuem Baugrund werden. Die Flächengröße beträgt 17,5 Hektar. © Geodatenatlas Kreis Borken

  • Bebauung im Bereich Am Steinwerk/Seeblick

Am Steinwerk, direkt angrenzend an den alten Baggersee, plant die Gemeinde, auf dem knapp einen Hektar großen Gebiet zwölf Baugrundstücke zur Verfügung zu stellen. Die konkreten Planungen sollen im ersten Quartal dieses Jahres anlaufen. „Wenn alles glatt läuft, könnte das 2021 an den Markt gehen“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.

Die knapp ein Hektar große Fläche direkt am alten Baggersee soll eventuell schon 2021 Platz für zwölf Baugrundstücke bieten.

Die knapp ein Hektar große Fläche direkt am alten Baggersee soll eventuell schon 2021 Platz für zwölf Baugrundstücke bieten. © Geodatenatlas Kreis Borken

„Das ist der aktuelle Stand. Wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt.“
Franz-Josef Weilinghoff

Hinzu kommt eine mögliche Bebauung am Vossberg, dem Bolzplatz am Dinkelstadion. Dieser wird schon lange nicht mehr vom Verein für den Spiel- und Trainingsbetrieb benötigt. Auf der Fläche könnte neben Wohnbebauung auch eine Wohnanlage für ältere Menschen entstehen. Doch diesbezüglich ist noch nichts spruchreif. „Es muss noch einiges geklärt werden“, so der Bürgermeister.

Mit Blick auf die geplanten Erschließungen sagt Franz-Josef Weilinghoff: „Das ist der aktuelle Stand. Wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt.“ So könne es sein, wenn es in einem Bereich besser vorangeht als in einem anderen, dass sich die Priorisierungen noch verändern.

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