Kläger lenken im Streit um Sägewerk ein

Prozess am Verwaltungsgericht

In einem Nachbarschaftsstreit in Heek bleiben die Fronten verhärtet. Ein Ehepaar aus Ahle, das gegen die Nutzung eines benachbarten Grundstücks als Sägewerk geklagt hatte, lenkte gestern vor dem Verwaltungsgericht Münster ein und zog seine Klage zurück.

HEEK/MÜNSTER

21.05.2015, 17:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Damit folgten die Kläger dem Anraten des Vorsitzenden Richters, der zuvor vergeblich versucht hatte, einen Kompromiss auszuhandeln. Auf konkrete Betriebszeiten für das Sägewerk konnten sich die Parteien vor Gericht jedoch nicht einigen.

Der Klage hatte der Richter nur geringe Erfolgsaussichten eingeräumt. Hintergrund: Im Jahr 2009 soll sich das Ehepaar mit der Nutzung des Nachbargrundstücks als Sägewerk einverstanden erklärt haben. Ein Abwehrrecht sei somit verwirkt, erklärte der Richter: "Und wenn heute ein Urteil fällt, wo genau das drinsteht, dann wird sich nie wieder eine Behörde ihrer Belange annehmen."

Lärmbelastung gestiegen

Das wollten die Kläger dann lieber doch nicht riskieren. Sie fühlen sich durch den Maschinenlärm erheblich gestört. Sechs Tage die Woche werde gewerkelt, führten sie vor Gericht aus, im Schnitt acht Stunden pro Tag. Seit 2009 habe die Lärmbelastung durch größere Maschinen und Holzanlieferungen erheblich zugenommen. Im Zuge eines Lärmgutachtens, das seinerzeit keine Überschreitung von Richtwerten festgestellt hatte, sei zudem bei ausgeschalteten Maschinen und geschlossenen Fenstern gemessen worden, so die Kläger.

Beim Thema Brandschutz äußerte der anwesende Kreisbrandmeister Artur Tekampe keine Bedenken. Das Grundstück liege in ausreichendem Abstand zum Sägewerk, sodass etwa die Gefahr eines Funkenflugs nicht gegeben sei.

Neue Gutachten möglich

Ebenfalls beigeladen war Kreisverwaltungsrätin Bärbel Jüditz. Sie sagte den Kägern: "Ihr Unrechtsbewusstsein ist fehl am Platz. Sie sind in einen Bereich gezogen, wo Lärm nun mal möglich ist. Sie wussten das." Spätestens zu diesem Zeitpunkt sah auch der Richter ein, dass "eine Einigung hier nicht zielführend" sei und wies darauf hin, dass die Kläger jederzeit Anträge auf neue Gutachten stellen könnten. Allerdings nur dann, wenn im aktuellen Verfahren kein Urteil zu ihren Ungunsten fallen würde. Das wurde mit dem Rückzug der Klage vermieden.

Lesen Sie jetzt