Klaus-Hermann Bäumer betreut ehrenamtlich iranische Familie

Integration und Migration

HEEK / AHAUS "Ich wollte immer schon etwas in dieser Richtung tun, jetzt habe ich die Zeit dafür" - Klaus-Hermann Bäumer, pensionierter Lehrer aus Ahaus, war bereits viele Jahre passives Mitglied von "Pro Asyl", jetzt hat er selbst die Initiative ergriffen. Bei der Suche nach einem geeigneten Tätigkeitsfeld wendete er sich an den Caritasverband.

von Von Manfred Elfering

, 20.03.2010, 07:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dipl.-Sozialarbeiterin Maria Revers, Abdulreza und Maryam Aghili mit Klaus-Hermann Bäumer aus Ahaus, der die iranische Familie in Heek betreut.

Dipl.-Sozialarbeiterin Maria Revers, Abdulreza und Maryam Aghili mit Klaus-Hermann Bäumer aus Ahaus, der die iranische Familie in Heek betreut.

Beim dortigen Fachdienst für Integration und Migration kam Diplom-Sozialarbeiterin Maria Revers ins Spiel: Sie machte sich Gedanken, welche Familie für eine Betreuung durch Bäumer wohl geeignet wäre, und kam auf Abdulreza und Maryam Aghili, die mit ihren Söhnen Mohammed Ali (12) und Amir Ali (4) in Heek wohnen.

Die aus dem Iran stammenden Aghilis, die in ihrer alten Heimat politisch verfolgt wurden, leben seit fast sieben Jahren im Münsterland und haben sich so gut es geht eingefunden. Ihr ältester Sohn besucht die Anne-Frank-Realschule, der jüngere einen Kindergarten.

Sie wachsen mit der deutschen Sprache auf, für die Eltern ist es ein schwieriger Weg, sich überall richtig zu verständigen. Da setzt Bäumer an: Er liest vor, schreibt mit dem Sohn Diktate oder übt mit ihm Mathe, kümmert sich aber auch um die Anliegen der Eltern. Und sei es nur, mit dem Auto größere Einkäufe zu erledigen - eben praktische Lebenshilfe jeglicher Art.

Wie ihm das gefällt? "Ganz prima: Ich finde es sehr spannend, weil ich andere Menschen kennen lerne, und ich hoffe, dass diese Menschen auch von mir profitieren können, denn ich möchte helfen", freut sich Bäumer.

Volle Begeisterung Und die Familie Aghili ist von der Unterstützung ebenfalls vollauf begeistert: "Wir müssen und wollen die deutsche Sprache noch besser lernen, Herr Bäumer hilft uns sehr dabei", so Abdulreza Aghili. Seine Frau wünscht sich sogar noch mehr Kontakte zu ihrem Umfeld - auch daran arbeiten Bäumer und vor allem Maria Revers.

"Wir sind dabei, das Ehrenamt stärker in den Blick zu nehmen, denn es gibt doch viele Dinge im Alltag, die man im professionellen Bereich nicht abdecken kann", sagt Revers und meint damit soziale Kontakte, Begleitung bei Behördengängen, Hilfe bei Schriftwechseln und ähnliches mehr. Sie ermuntert an einer Betreuungsaufgabe Interessierte, sich beim Fachdienst zu melden - das könnten durchaus auch selbst Migranten sein. "Aktuell zum Beispiel bräuchten wir dringend jemand, der gut Französisch spricht..."

  • Kontakt: Maria Revers, Tel. (0 25 61) 42 91 50, Fax 42 91 79, per E-Mail an: m.revers@caritas- familienservice.de.
  • Offene Sprechstunde: Haus der Beratung, Wüllener Straße 80, montags von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung.

 

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