Knöllchen-Frage sorgt für Kritik und Ärger

Einwohnerversammlung

Rund 20 Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, zu Beginn der Ratssitzung am Mittwoch bei der Einwohnerversammlung gehört zu werden. Das leidige Thema Knöllchen kam erst zum Ende der Sitzung zur Sprache, beschäftigt aber alle mindestens so sehr wie die Themen Ortsentwicklung, Baugebiete, Straßensanierung und Windenergie.

HEEK

, 05.11.2015, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Knöllchen-Frage sorgt für Kritik und Ärger

Sie müssen sich noch aneinander gewöhnen – die Politesse in Heek, die Heeker und ihre Parkplatzbedingungen.

Markus Jasper (CDU) brachte das Thema zur Sprache, „das zurzeit an vielen Stellen diskutiert wird.“ Nachdem offenbar einige Knöllchen von der Verwaltung zurückgenommen worden waren, gebe es hier viele Fragen. „Ist die Beschilderung eindeutig? Ist das rechtskräftig? Dürfen alle ihre Knöllchen zurückgeben?“, wollte Jasper wissen.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff wusste, worum es ging: Nach einer Trauerfeier in der Pfarrkirche auf der Burg hatten die Trauergäste an ihren im Burghof geparkten Wagen Strafzettel vorgefunden. „Eigentlich gibt es eine Vereinbarung mit der Kirche, dass wir bei Messen und Sonderveranstaltungen nicht so restriktiv vorgehen wie normalerweise“, erklärte Weilinghoff. Das habe die Mitarbeiterin, die die Knöllchen schreibt, nicht gewusst.

Parkplatzsituation unklar

„Fakt ist, dass die Dame nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung schreibt.“ Fakt sei aber auch, dass die Situation auf der Burg nicht ganz eindeutig beschildert sei. Er habe dann einzelne Strafzettel zurückgenommen. „Das sind aber Einzelfallentscheidungen“, betonte der Bürgermeister. „Es gibt da keine grundsätzliche Befreiung.“

Allerdings würden aktuell keine Strafzettel auf der Burg geschrieben, „weil wir da akut Verbesserungsmöglichkeiten bei der Ausschilderung sehen“. Es stünden Gespräche mit dem Kreis Borken als Straßenverkehrsbehörde an, um deutlich zu kennzeichnen, wo geparkt werden darf. Weilinghoff: „Bis wir da eine Lösung haben, wird nicht geschrieben.“ Bei kirchlichen Veranstaltung solle in jedem Fall künftig Zurückhaltung geübt werden. Ausnahme: „Wenn jemand die Feuerwehrzufahrt zuparkt oder auf dem Behindertenparkplatz steht, nehme ich das nicht zurück.“

Der Bürgermeister verwies noch einmal auf den Ratsbeschluss zum Thema. Es sei politischer Wille gewesen, jemanden einzustellen, der sich darum kümmere. Die Mitarbeiterin tue das an vier Stunden pro Woche. „Das ist nicht so, wie vielleicht gefühlt bei dem einen oder anderen, dass sie jetzt hinter jedem Auto her ist.“ Und sie schreibe Strafzettel „nur, wenn es klare Verstöße sind“.

Zu spät gemeldet

Dass das Thema auch die Zuhörer beschäftigt, die bis zum Ende der Ratssitzung ausgeharrt hatten, wurde deutlich: Unruhe und Gemurmel bestimmten die Atmosphäre. Eine Bürgerin meldete sich noch einmal zu Wort, musste aber einsehen, dass die Einwohnersprechstunde zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei war.

Diese war zu Beginn der Ratssitzung abgehalten worden – ein Novum in der Heeker Ratsgeschichte. Die Resonanz zeigte aber, dass die Rechnung von Verwaltung und Politik aufgegangen war, wie Weilinghoff bei der Begrüßung feststellte: „Es ist doch mehr Aufmerksamkeit als bei den letzten Versammlungen.“

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