Lebenslange Leidenschaft der „Alten Freunde“

Musik hält jung

Sie konnten es einfach nicht lassen: Als Ende der 90er-Jahre bei vielen altgedienten Musikern des Heeker Musikvereins das Ende der aktiven Mitgliedschaft anstand, kam Wehmut auf. Und so fand der Vorschlag des langjährigen Vorsitzenden Bernhard Schaten, eine Seniorenkapelle zu gründen, regen Anklang.

HEEK

, 24.02.2017, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lebenslange Leidenschaft der „Alten Freunde“

Ein Probenfoto aus jüngerer Zeit: Verstärkt durch einige „Jungmusiker“ bereiten sich die Senioren auf eigene Auftritte vor.

Und so kommt es, dass die Ältesten im Verein eine noch junge Formation bilden: 1999 gründeten sie die „Alten Freunde“. Ende der 90er Jahre stand im Musikverein Heek ein Generationswechsel an. Doch viele wollten sich nicht so recht anfreunden mit dem Gedanken, die Instrumente beiseite zu legen.

Vor allem der langjährige Vorsitzende Bernhard Schaten war von der Idee begeistert, eine Seniorenkapelle zu gründen, um jenen, die gerne weiter musizieren wollten, eine Möglichkeit zu bieten. Er verschickte an alle interessierten Alterskollegen eine Einladung zur Gründungsversammlung am 6. Mai 1999 im Eppingschen Hof.

Kein zweiter Musikverein

Die neue Musikgruppe solle kein zweiter Musikverein werden, sondern vielmehr eine Möglichkeit sein, durch gemeinsames Proben die Kameradschaft zu pflegen und die Freude an der Blasmusik zu erhalten – so die Idee. Diskutiert wurde eigentlich nur über den Namen, doch der war am Ende der Versammlung auch gefunden: „Alte Freunde“.

Zum Vorsitzenden wurde Bernhard Schaten, zum Schriftführer Bernhard Brüning, zum Notenwart Helmut Böhm und zum Getränkewart Ludwig Blömer gewählt. Das Dirigat übernahm der langjährige Kapellmeister Johann Gausling. 50 D-Mark spendete jedes Mitglied für das erste Startkapital. Die erste Probe fand am 10. Juni 1999 statt.

„Schon nach den ersten Proben entwickelte sich ein guter, musikalisch vollständiger Klangkörper“, berichtet der Chronist des Vereins, Wilhelm Brüning. Seither proben die „Alten Freunde“ jeden Donnerstag ab 16 Uhr im Musikraum im Eppingschen Hof.

Durchschnittsalter 77 Jahre

Die ältesten Mitglieder sind 87 Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt 77 Jahre. Und doch: „Wenn man den Alten Freunden beim Spielen zuhört, ist es bewundernswert, welch ein harmonischer Klangkörper sich dem aufmerksamen Zuhörer bietet“, findet Wilhelm Brüning.

Der erste Auftritt fand am 25. August in der St.-Ludgerus-Kirche bei der Messe für Pilger zum Heeker Gnadenkreuz statt. Mit großer Resonanz: Immer wieder werden die Alten Freunde gebeten, bei Festen, Jubiläen und Veranstaltungen zu spielen.

Am 9. Mai 2009 feierten die Alten Freunde zehnjähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst in der St.-Ludgerus-Kirche in Heek. Schon der Name „Alte Freunde“ mache deutlich: „Musik stiftet Gemeinschaft“ – so Pastor Josef Leyer in seiner Festpredigt. Sie verbinde Menschen lasse Freundschaften wachsen. Er bedankte sich für die vielen Auftritte der Seniorenkapelle vor allem bei Messen.

Aus Anlass des 15-jährigen Bestehens luden die „Alten Freunde“ am 18. Mai 2014 zur nächsten großen Festveranstaltung ein. Zur Verstärkung luden sich die musikalischen Urgesteine diesmal das Jugendorchester des Musikvereins Heek ein. Gemeinsam präsentierten beide Kapellen für einige Stunden abwechslungsreiche Unterhaltung.

Schrank für Instrumente

Noch heute proben die Alten Freunde jeden Donnerstag im Eppingschen Hof. Dort gibt es ausreichend Platz, was aber fehlte, war ein Geräte- und Instrumentenschrank für die teilweise sperrigen und schweren Geräte und Musikinstrumente. Dank einer Spende der Volksbank Gronau-Ahaus sowie einer Materialspende der Firma Schaap konnte dieser Wunsch erfüllt werden.

Im Erdgeschoss des Eppingschen Hofes befindet sich heute der selbst gefertigte Schrank. 2009 legte Bernhard Schaten sein Amt nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde Willi Homann gewählt. Er leitet seither die Seniorenband und kümmert sich um die Organisation von Auftritten und anderen Terminen. 2014 übergab auch der passionierte Dirigent und ehemalige langjährige Kapellmeister der Heeker Musikkapelle Johann Gausling aus Altersgründen den Dirigentenstab an seinen jüngeren Musikkollegen Willi Homann.

Nachwuchs willkommen

Zwar hält die Musik die Instrumentalisten bis ins hohe Alter gesund und bei bester Laune, aber natürlich fordert das Alter immer wieder Tribut: Die Verstorbenen haben große Lücken hinterlassen. Verstärkung erhalten die Alten Freunde aktuell durch Musiker aus der Musikkapelle und von befreundeten Kapellen aus den Nachbarvereinen. Darum seien Nachwuchskräfte jederzeit herzlich willkommen, wie der Verein wissen lässt. Sogar ein Instrument erlernen ließe sich noch: „Der Heeker Musikverein unterstützt jeden bei der Bereitstellung des gewünschten Instrumentes und des passenden Ausbilders.“

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