Natur in Heek

Linden-Allee im Düstermühlenweg: Teure Reparatur statt Kettensäge

Die rund 170 Meter lange Linden-Allee im Düstermühlenweg ist beeindruckend. Doch den Anliegern ist sie ein Dorn im Auge. Sie fordern die Fällung. Doch es kommt anders. Nur: Wie und wann?

Noch überwiegt das Grün, doch schon bald werden die Linden im Düstermühlenweg ihr Laub in rauen Mengen abwerfen. Nicht nur das sorgt für Ärger bei den Anliegern. Schon seit 2019 kämpfen sie für die Fällung der Allee. Mit überschaubarem Erfolg. Die Kettensäge kommt nicht wie gefordert zum Einsatz.

So schön die knapp 170 Meter lange Linden-Allee auch aussieht, die Schäden, die die Bäume an Straße und Gehweg verursachen, sind unübersehbar. Die Beläge sind wegen der Wurzeln an diversen Stellen angehoben. Die Stolpferfallen und der beeinträchtigte Ablauf des Regenwassers sind den Anliegern ein Dorn im Auge.

Honigtau soll Autolack beschädigen

Weiterer Kritikpunkt: Im Sommer beschädige der Honigtau den Lack jener Autos, die in den ausgewiesenen Parkflächen stehen. Am besten sei es, einfach alle Bäume zu fällen und andere Baumarten zu pflanzen, stellte ein Anwohner kürzlich im Gespräch mit der Redaktion vor Ort klar.

Doch es kommt anderes. Schon vor Monaten hatte die Lokalpolitik der Fällung der Linden-Allee einen Riegel vorgeschoben. Kostspielige Reparatur statt Kettensäge ist angesagt. Nur: Bisher ist nichts passiert. Das zeigt die Ortsbegehung Anfang September.

Nachfrage im Rathaus. „Wir gehen das an“, versichert Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Aber: Zeitnah wird sich im Düstermühlenweg erst mal nichts tun. Die Anlieger werden mit den Schäden durch den Baumbestand zunächst weiterleben müssen.

In der geplanten, aufwendigen Sanierungsvariante sollen aber noch Ende dieses Jahres die Vergrößerung der Baumbeete auf beiden Seiten der Straße angegangen werden – jeweils zur Fahrbahn hin.

Arbeiten werden sich bis 2022 ziehen

Vorteil: Das Wurzelwerk bekommt mehr Platz und weniger Wasser wird in die Kanalisation geleitet. Nachteil: Die Straße wird schmaler. Etwas, dass bei Lkw-Begegnungsverkehr zum Nachteil werden kann.

Auch sollen die Gehwegschäden beseitigt werden. Alles auf Basis eines Konzeptes, das ein Fachbüro erarbeitet hat. Die Arbeiten werden sich aber so oder so bis 2022 ziehen.

Auch, weil es im Haushalt 2021 keine Haushaltsstelle für Reparaturen in dieser Dimension vorgesehen ist. Unter Vorbehalt spricht der Bürgermeister auf Nachfrage von „einer knapp sechsstelligen Summe.“

Etwas, das mit den Reparaturen allerdings nicht behoben werden wird, ist das von den Anwohnern thematisierte Problem mit dem Honigtau, der den Lack der vor Ort geparkten Autos beschädigen soll. „Ich habe Verständnis für die Anlieger“, so Franz-Josef Weilinghoff, „aber wir müssen allen Heekern gerecht werden.“

„Baum-Grundsatz“ in Heek

Dabei gehe es darum, Bäume im Gemeindegebiet so gut es eben geht zu erhalten. Da stellen auch die Linden im Düstermühlenweg keine Ausnahme dar. Klimaschutz wird in Heek eben nicht nur wegen des Klimaschutzkonzeptes samt Manager groß geschrieben.

Bereits 2015 wurde in der Dinkelgemeinde ein „Baum-Grundsatz“ beschlossen. Bäume werden nur gefällt, wenn sie krank sind, eine Gefahr darstellen (Verkehrssicherheit) oder aber extreme Schäden verursachen.

Dinge, die nicht auf die Allee im Düstermühlenweg zutreffen. Das bestätigt auch eine videotechnische Untersuchung des dortigen Abwasserkanals. Schäden? Fehlanzeige.

Und nach Angaben der Verwaltung ist lediglich eine Linde so erkrankt, dass sie gefällt werden muss. Der restliche Baumbestand bleibt erhalten.

„Die Reparatur ist keine kleine Maßnahme, aber wir hoffen, damit die Probleme in den Griff zu bekommen“, macht der Bürgermeister deutlich.

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