Lösung für den seit Wochen gesperrten Bikepark ist in Sicht

rnJugendhaus Zak

Der Bikepark am Jugendhaus Zak steht unter Wasser. Mit dem Bike über die Piste düsen? Seit Wochen undenkbar. Doch eine Lösung ist in Sicht. Auch, wenn diese kein Allheilmittel sein wird.

Heek

, 28.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Matschig, mit großen Pfützen übersäht und schon seit etlichen Wochen gesperrt – der Bikepark am Jugendhaus Zak gibt ein trauriges Bild ab. Dabei liegt die Eröffnung noch gar nicht lange zurück. Ende September 2019 düsten die ersten Biker über die Piste. Doch zügig kam das jähe Ende. Das Regenwasser lief einfach nicht ab. Der Bikepark wurde gesperrt. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Dass die Sache mit dem Wasser im Bikepark nicht von ungefähr kommt, liegt an zwei Umständen. Der Untergrund des L-förmigen Parcours ist sumpfig. Einfach mal irgendwelchen Sand draufkippen, schied somit bei der Errichtung aus. Fieberhaft hatte die Gemeinde nach einem geeigneten Material gesucht und gefunden – bei einem Bauunternehmer aus der Region. Auf einen speziellen, steinfreien Lehmboden war die Wahl seinerzeit gefallen.

Die CDU-Fraktion kritisiert Materialauswahl

Problem: Lehm hat nicht die ausgewiesene Eigenschaft, wasserdurchlässig zu sein. Regnet es, wie zuletzt ausgiebig geschehen, dann bilden sich darauf große Pfützen, weil das Wasser auf dem Parcours nicht (gut) versickern kann. Diesen Umstand merkte auch die CDU-Fraktion im jüngsten Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus kritisch an.

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„Natürlich widerspricht so ein kompaktes Material der Wasserdurchlässigkeit“, sagt Thorsten Meyer von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Man müsse eben „Kompromisse eingehen“, fügt Bauamtsleiter Herbert Gausling hinzu.

Sumpfiger Untergrund erschwert die Errichtung

Zum besseren Verständnis: Bei der Errichtung wurde eine „Polsterschicht“ auf dem sumpfigen Untergrund aufgetragen, auf die dann nach und nach der Rest des Lehmbodens kam und modelliert wurde. Nur so war das Projekt auf dem Untergrund überhaupt realisierbar. Die Firma Turbomatic aus Warstein führte die Arbeiten aus. Dass jetzt das Wasser nicht abläuft, sei eben der „Kompromiss“.

„So ein Parcours kann einfach nicht 365 Tage im Jahr befahrbar sein.“
Thorsten Meyer

So weit so gut – doch was soll jetzt konkret unternommen werden? In der Ausschussvorlage ist die Rede vom Einbau einer Drainage, dem Aufbringen eines Gefälles sowie der Einarbeitung von Brechsand. Wobei Letzteres schon wieder fraglich ist. „Ein Untergrund mit zwei verschiedenen Stoffen ist deutlich schwieriger zu pflegen“, so Thorsten Meyer.

Eine Drainage soll in jedem Fall installiert werden

Die Drainage soll aber in jeden Fall kommen – in einer gemeinsamen Aktion des Bauhofes und der Jugendlichen in der ersten Osterferienwoche. Großer Pluspunkt ist, dass die anfallenden Kosten minimal sein sollen. Mit einer kleinen dreistelligen Summe sei die Sache erledigt, so der Bauamtsleiter. Läuft alles nach Plan, soll die Piste Anfang/Mitte April wieder freigegeben werden. Ob das tatsächlich nachhaltig hilft, wird sich noch zeigen müssen.

Mit dem Bike über die Piste düsen, ist angesichts der großen Pfützen unmöglich.

Mit dem Bike über die Piste düsen, ist angesichts der großen Pfützen unmöglich. © Till Goerke

Übrigens: Unabhängig vom verwendeten Material muss der Bikepark bei schlechter Witterung in jedem Fall geschlossen werden – um Schäden am Untergrund zu vermeiden. Und genau deshalb könne auch nicht davon die Rede sein, dass der Bikepark gescheitert sei. „So ein Parcours kann einfach nicht 365 Tage im Jahr befahrbar sein“, stellt Thorsten Meyer klar.

Und damit ist übrigens auch die Überlegung vom Tisch, den Parcours ebenso wie das angrenzende Streetballfeld mit Flutlichtmasten auszustatten. „Die Investition würde keinen Sinn ergeben“, so Herbert Gausling. Nachvollziehbar, wenn der Bikepark ohnehin in den Wintermonaten gesperrt wird. Pfützen hin oder her.

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