Auf der Meteler Straße wurde eine Geschwindigkeitsmessung über mehrere Tage durchgeführt. © Markus Gehring
Straßenverkehr

Meteler Straße: Gefährden Raser die Sicherheit der Schulkinder?

Die Meteler Straße überqueren jeden Tag viele Kinder auf dem Weg zur Schule. Es gilt Tempo 50. Doch halten sich alle daran? Oder gibt es Raser? Eine Messung liefert überraschende Ergebnisse.

Die Meteler Straße wird täglich von vielen Kindern auf dem Weg zur Bischof-Martin-Grundschule überquert. Durch das Ortsschild kurz vor der bereits vor vielen Jahren installierten Fahrbahnverengung gilt auf der Straße Tempo 50.

Doch halten sich alle daran? Oder gefährden Raser die Sicherheit der Schulkinder? Eine Messung liefert jetzt überraschende Ergebnisse.

Schon Ende 2020 hatte das Dinkelbündnis auf die vermeintliche Problematik der Raserei aufmerksam gemacht. Auch in einem jüngst auf der Internetplattform Facebook veröffentlichten Video macht die Wählergruppe noch mal deutlich, dass Eltern darum gebeten hätten, die Situation zu entschärfen.

Verwaltung führt Tempomessung durch

Auch die CDU-Fraktion stellte bereits in einem Antrag fest, dass „in den letzten Wochen und Monaten von Anwohnern und Eltern vermehrt beobachtet wird, dass viele Fahrzeuge aus Richtung Metelen kommend […] mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort einfahren.“

Die Situation scheint also klar. Oder doch nicht? Um Daten und Fakten zu bekommen, beantragte die CDU-Fraktion eine Geschwindigkeitsmessung. Eine Idee, die politisch einvernehmlich getragen wurde. Diese Messung hat die Verwaltung mittlerweile mit eigenem Equipment durchgeführt.

In der Nähe der Bischof-Martin-Grundschule (blauer Punkt) hat die Verwaltung die Geschwindigkeitsmessung auf der Meteler Straße (roter Punkt) über mehrere Tage durchgeführt.
In der Nähe der Bischof-Martin-Grundschule (blauer Punkt) hat die Verwaltung die Geschwindigkeitsmessung auf der Meteler Straße (roter Punkt) über mehrere Tage durchgeführt. © Geodatenatlas Kreis Borken © Geodatenatlas Kreis Borken

Auf Basis dieser Messung, die zwischen Windmühlen- und Neustraße über mehrere Tage durchgeführt wurde, können der Eindruck und die Sorgen der Eltern nur bedingt nachgewiesen werden. Lediglich 4,04 Prozent der gemessenen Verkehrsteilnehmer überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Unterteilt ist die Messung in Zweiräder, Pkw, Transporter, Lkw und Lastzüge. Insgesamt wurden 8981 Fahrzeuge gemessen. Den Großteil machen dabei die Pkw mit 6939 aus. Insgesamt 363 Mal wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten.

Ein Raser sticht heraus

307 Mal lag das Tempo bei 51 bis 60 km/h, 47 Mal bei 61 bis 70 km/h und 8 Mal bei 71 bis 80 km/h. Den traurigen Spitzenwert stellte ein Pkw mit 81 bis 90 km/h auf. Laut Verwaltung wurden die Spitzengeschwindigkeiten vorwiegend in den Nachtstunden gemessen, also nicht zum Schulbeginn oder Ende.

Übrigens ist die Meteler Straße mit 1000 Fahrzeugen pro Tag verhältnismäßig wenig belastet. Zum Vergleich: Der Wert der Ahler Straße im Ortsteil Heek liegt laut Verwaltung bei 4000 Fahrzeugen pro Tag.

Die Tempomessung durch die Verwaltung ist abgeschlossen. Nur etwas mehr als vier Prozent der gut 6900 Fahrzeuge überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
Die Tempomessung durch die Verwaltung ist abgeschlossen. Nur etwas mehr als vier Prozent der gut 6900 Fahrzeuge überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. © Markus Gehring © Markus Gehring

Und nun? Natürlich sollen die Sorgen und Bedenken der Eltern nicht einfach ignoriert werden. Angedacht ist es jetzt, dass die Verwaltung die Ergebnisse der Verkehrsmessung während der nächsten Verkehrsschau, die für den Frühsommer 2022 geplant ist, thematisieren wird.

Welche Maßnahmen würden helfen?

Unter der Voraussetzung, dass die Lokalpolitik diese Idee mitträgt. Im kommenden Bauausschuss steht die Meteler Straße wieder auf der Tagesordnung. Über etwaige Möglichkeiten, die Situation zu entschärfen, wurde bisher noch nicht gesprochen.

Denkbar wäre etwa ein Fußgängerübergang, ein Hinweisschild oder eine Tempo-30-Zone, um auf die Schüler, die die Meteler Straße überqueren, aufmerksam zu machen. Ob das helfen würde, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Etwas, das in jedem Fall helfen würde, ist einfach Rücksicht zu nehmen. Genau darum bittet das Dinkelbündnis die Verkehrsteilnehmer auch in dem auf Facebook veröffentlichten Video.

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