Mirja Boes präsentiert „ein Programm nur für Frauen“

Männer an allem schuld

Mensch Mirja! Viel weniger „Boes“ als erwartet, aber virtuos schlagfertig hat die Komikerin am Freitagabend in der Sporthalle ihre Meinung über Männer, Frauen und das Leben offenbart. Ihr Fazit: „Männer sind sowieso immer und an allem schuld!“

HEEK

von Sabine Sitte

, 24.04.2016 / Lesedauer: 3 min
Mirja Boes präsentiert „ein Programm nur für Frauen“

Selbst Gäste aus dem Publikum waren vor den Späßen der Komikerin nicht sicher.

Dabei gab die quirlige Entertainerin unumwunden zu: „20 000 Wörter am Tag müssen bei mir raus!“ und packte diese großzügig in ihr knapp zweistündiges Spaßprogramm „Das Leben ist kein Ponyschlecken“. Mirja Boes ist beruhigend uneitel. In bequemen Jeans sprang die erfolgreiche Stand-up-Comedian ungebremst über die Bühne, oder demonstrierte bäuchlings liegend mal eben die OP-Stellung nach ihrem Bandscheibenvorfall. Erhobenes Hinterteil inklusive.

Angetreten unter dem Anspruch „ein Programm nur für Frauen“ und „auf jeden Fall männerfeindlich“, hatten aber auch die „mitgeschleiften Männer“ im Publikum jede Menge zu lachen. Boes plaudert offen und gern über Genitalien, Sex und männliche Defizite. Begleitet von ihrer Band „Honkey Donkeys“ besang sie das Elend vom ungeschickten Selfmade-Handwerker, vom Manko des Finder-Gens und dem leidigen Liebesbriefgeschreibsel.

Schnodderig-charmant witzelte sie aber auch über die weiblichen Beschränkungen und demonstrierte anschaulich die Kultur des „Fell-Abwerfens“: brazilien waxing als ultimative Schmerzerfahrung für den „Kahlschlag in der Bikinizone“ und landing strip als Flughafenofferte. Für frisch gebackene Eltern hatte die Zweifach-Mutter praktische Tipps für eine Auszeit zur Zweisamkeit parat, denn es sei „erstaunlich, wie wenig man sich da unten“ begegne, wenn man Kinder hat, behauptete Boes. „Dafür ist Fernsehen super. Bob der Baumeister dauert pro Folge 23 Minuten!“

„Mitmach-Spiele“

Nach der Pause eröffnete Mirja Boes eine leider recht kurze gehaltene zweite Halbzeit unter der Rubrik: „Mitmach-Spiele“. Auf der Bühne tummelte sich unter anderem ein frisch verliebtes Pärchen mit der Gelegenheit für ihn, sich im rosa „Bösi-Album“ auf die Schnelle mit ein paar romantischen Worten an seine Liebste zu verewigen. Zum Song „Mach dich nicht zum Horst, Heinz“ legten Berthold und Susanne aus dem Publikum einen temporeichen Disco-Fox aufs Parkett und widerlegten so das Klischee vom ungelenkigen Deutschen.

Eine fleischfarbene Spanx-Unterhose zur Figuroptimierung sorgte, gut ausgefüllt von Keyboarder Dirk Schaadt, für den Knüller und Brüller des Abends. Vorab löste das sechsköpfige Bandensemble die weiteren Wunschzettel des Publikums ein, und sorgte watschelnd im „Ententanz“ und als verstolpertes Männerballett zu „Schwanensee“ für lautstarke Begeisterung. Besonders pikant und ein diabolisches Vergnügen für Mirja Boes war die kreative Tattoo-Malerei: Ergeben präsentierten die Musiker auf der Bühne ihre nun nagelneuen, aber unschönen Permanentaufdrucke.

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