Klimaschutz

Mit Video: Klingeln für die Energiewende – Berlin-Radtour in Heek gestartet

Über 100 Radfahrer haben am Sonntag in Heek zum Start der Energiewende-Radtour in die Pedale getreten. Die Tour nach Berlin soll ein Zeichen setzten: für mehr Mut und mehr Tempo beim Klimaschutz.

Die Idee kam Stefan Liesner auf dem Weg zur Arbeit. Der Legdener fährt jeden Tag 13 Kilometer weit mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Heek. „Dabei komme ich an unzähligen Windkraft- und Fotovoltaikanlagen vorbei und dachte: ,Mensch, wie kann man das alles kombinieren?‘“, erzählt der Marketing-Chef der Heeker 2G Energy AG.

Daraus wurde ein großes Ding: Über 100 Radfahrer, ein Minister und der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) haben sich am Sonntag zum Start der Energiewende-Radtour nach Berlin am 2G-Unternehmenssitz an der Benzstraße in Heek getroffen.

Unter dem Motto „Die Energiewende erfahren“ gab Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff um 11 Uhr das Startsignal für die fast 600 Kilometer lange Radtour. Wie viele weitere Heeker begleitete der Bürgermeister auch die erste Etappe bis nach Hörstel auf dem Rad. Von dort aus brachte ein Shuttlebus die Tagesteilnehmer wieder nach Heek zurück, während mehr als 20 Radler in sieben Tagen die ganze Strecke bis nach Berlin bewältigen, darunter auch der Vorstandsvorsitzende der 2G Energy AG, Christian Grotholt, Hendrik Becker (Gesellschafter PlanET Biogastechnik) und Anton Wissing (Gesellschafter B&W Energy), allesamt Spezialisten für Biogastechnik und Wärmerückgewinnung.

„Wir können es – und wir müssen es“

Die Idee der Münsterländer Energietechnik-Unternehmen fand auch die Unterstützung des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), der die Tour mit Etappenzielen in Bramsche, Lemgo, Hannover, Wolfsburg und Brandenburg an der Havel mitveranstaltet. „Wir können Energiewende, wir wissen wie es geht, wir haben die Technik. Und – das ist der traurige Teil – wir müssen es auch“, so der LEE-NRW-Vorsitzende und langjährige Grünen-Landtagsabgeordnete Reiner Priggen. Das habe gerade erst die Hochwasserkatastrophe gezeigt.

„Wir wollen zeigen, dass keiner Angst vor der Energiewende zu haben braucht“, betonte Christian Grotholt. „Energiewende funktioniert – und zwar auch jetzt schon. Wir haben verschiedene Kraftwerksarten, Speichertechnologien und können auch die Anlagen digital miteinander kommunizieren lassen.“

Wende-Botschaft soll in Berlin platziert werden

Dadurch, so Grotholt weiter, entstünden neue Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. „Diese Botschaft wollen wir gemeinsam in Berlin platzieren, damit die Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ihre Bedenken ablegen und endlich den Mut aufbringen, sich stärker auf die funktionierenden Technologien zu setzen.

Margret und Heinz Lütke-Wissing zählen zu den Teilnehmer der ersten Tagesetappe. „Am liebsten wäre ich bis Berlin mitgefahren“, sagt Heinz Lütke-Wissing. „Weil ich Lust aufs Fahrradfahren habe. Und weil mich die Projekte, die unterwegs besichtigt werden, interessieren. Die Tourteilnehmer besuchen jeden Tag entlang der Strecke Wind- und Solarparks, Biogasanlagen oder innovative Projekte zur Kraft-Wärme-Kopplung.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) erklärte am Sonntag in Heek, er sehe „unsere Generation“ in der Verantwortung, den nachfolgenden Generationen „ein klimaneutrales Land zu hinterlassen.“ Der Minister betonte: „Die Energiewende braucht auch Tempo. Es geht alles viel zu langsam.“ Auch Christian Grotholt drängte: „Bürokratie muss abgebaut werden, Genehmigungsverfahren müssen entschlackt werden. Der Umbau ist noch nicht dynamisch genug.“

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Vor Ort und nah dran für den Leser, hört gerne auch die andere Seite
Zur Autorenseite
Stefan Grothues