Neuanschaffung von Möbeln im Etat nicht berücksichtigt

Kein Geld

Lieb und teuer soll sie sein, die schulische Bildung. Für kommunale Träger ist sie vor allem teuer. 187300 Euro stellt die Gemeinde Heek 2016 für bauliche Investitionen an ihren drei Schulen im Haushalt bereit, sofern der Rat der Empfehlung des Schulausschusses folgt. Doch das reicht nicht, meint Kirsti Döbertin, Leiterin der Alexander-Hegius-Schule.

HEEK

, 04.02.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 79000 Euro soll die Heeker Grundschule zwar den dicksten Batzen der bereitgestellten Mittel erhalten. Doch das deckt nach der aktuellen Prioritätenliste nur Maßnahmen, die aufgrund von gesetzlichen Auflagen und Sicherheitsbedenken dringend erforderlich sind: Erneuerung der Deckenbeleuchtung, Lüftungsanlage, Austausch der veralteten Außenjalousien.

"Da habe ich keinen Spielraum", erklärte Schulleiterin Kirsti Döbertin in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Familie, Soziales, Jugend und Demografie am Mittwoch. Der nächste Punkt auf ihrer Liste indes war in der Aufstellung, die dem Ausschuss vorlag, nicht mehr berücksichtigt worden: Neuanschaffung von Mobiliar.

Flexibles Mobiliar

Döbertin wollte dies nicht ohne weiteres hinnehmen. "Mir fehlt das, was ich für unsere tägliche Arbeit brauche", klagte sie, "Mobiliar, das flexibel ist." Aktuell sei dies "für mehr als die Hälfte der Klassen veraltet", erklärte sie gestern auf Anfrage. Ein nicht unbeträchtlicher Teil stamme noch aus den 60er-Jahren, ein weiterer aus den 70ern.

Im Vorjahr hatte der Rat der Schule 20000 Euro für die Anschaffung von Möbeln eingeräumt. Davon waren zwei Klassen mit einem hochwertigen System ausgestattet worden, zu dem - soll es sinnvoll eingesetzt werden - passende Schränke gehören. Diese fehlen bislang. Einer soll im Frühjahr geliefert werden, für den zweiten fehlt das Geld. Kosten: 3000 Euro. Ihr sei aus der Verwaltung signalisiert worden, dass diese Mittel nach Verabschiedung des Haushalts bereit stünden und sie dann bestellen könne, sagte Döbertin im Gespräch.

Gleicher Standard gewünscht

Die Schulleiterin war enttäuscht angesichts der Vorlage. "Wenn man sich mit anderen Schulen vergleicht, möchte man gern den gleichen Standard haben." Döbertin nannte die Bischof-Martin-Schule, die von 35500 Euro Gesamtbudget 14000 zur Erneuerung von Schränken und Regalen bekommen soll. "Die haben 100 Schüler weniger."

Das Thema sei wichtig, weil die äußere Ordnung für mehr innere Ruhe bei den Schülern sorge. Inklusion und zusätzlicher Förderbedarf stehe schließlich auch an ihrer Schule auf der Agenda. Sie sei "frustriert", weil sie gerne mit dem neuen Raumkonzept arbeiten würden. Niedrig kalkuliert hätte sie dazu gerne "aus dem Bauch raus" 16000 Euro, sagte sie gestern.

Prioritätenliste

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff reagierte ungeduldig. Die Prioritätenliste sei mit der Schulleitung abgestimmt, betonte er im Ausschuss. An einer Stelle müsse man einen Schnitt machen. Auf der Wunschliste der Schule hätten über 30000 Euro für Mobiliar gestanden. "Der Kämmerer muss natürlich den gesamten Haushalt im Blick haben", sagte Weilinghoff.

Er versicherte: "Es ist nicht unser Ziel, einige Schulen zu bevorteilen." Aber die Gemeinde könne nicht jeden Wunsch erfüllen. Dabei habe er das Thema Möbel durchaus im Blick, nachdem er eine Begehung der Schule mitgemacht habe. Über den fehlenden Schrank ließe sich reden, so Weilinghoff. "Es wird nicht an 3000 Euro scheitern."

Investitionen an Schulen

Der Schulausschuss beriet Etats für bauliche Investitionen, die der Rat noch genehmigen muss. Die Kreuzschule soll 72 800 Euro bekommen, davon etwa 14 000 für die Sanierung von vier Klassenräumen, 12 000 für die Sanierung der Werkhalle, 25 000 für Reparaturen und Pflege von Außenanlagen. Die Bischof-Martin-Schule erhält 14 000 für diesen Posten, 14 000 für Möbel, insgesamt 35 500 Euro.

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