Novum: Ein Becken der Kläranlage in Wichum steht still und sorgt für ein Handwerkerballett

rnAbwasser-Aufbereitung

Viele Jahre lief alles einwandfrei, doch jetzt steht auf einmal ein Becken in der Kläranlage in Wichum still. Unsere Reporterin Sarah Vortkamp hat sich vor Ort umgesehen.

von Sarah Vortkamp

Heek

, 01.09.2019, 18:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zum ersten Mal seit 30 Jahren steht ein Becken an der Kläranlage in Wichum still. Das war so nur halb geplant. Eine grundlegende Renovierung eines der Klärbecken macht hier große, unvorhergesehene Investitionen nötig – die so nicht im aktuellen Haushalt eingeplant waren.

Bis zu zwölf Handwerker hantieren seit vorvergangener Woche auf dem Gelände. Neben den drei Fachkräften für Ver- und Entsorgung, die dort den Betrieb aufrechterhalten. Die Firmenfahrzeuge der Handwerker und ein fünfzig Tonnen schwerer Autokran geben hier ein ganz anderes Bild als gewohnt ab.

So funktioniert eine Kläranlage

Zunächst werden mit einem Rechen alle Schmutzteile, die größer als vier Millimeter sind, aus dem Abwasser entfernt. Danach werden mithilfe von Mikroorganismen die sauerstoffzehrenden Nährstoffe dem Abwasser entzogen. In dem zu sanierenden Becken, der sogenannten Nachklärung, wird dann das klare Wasser vom Schlamm und Mikroorganismengemisch getrennt und wieder der Dinkel zugeführt. Der Klärschlamm wird dann zu einem Teil wieder dem Klärprozess zugeführt, und zum anderen Teil entzogen, entwässert und durch externe Dienstleister verbrannt.

Ein Becken ist undicht geworden

Doch warum genau der Aufmarsch? Ein Becken ist undicht geworden und hat die Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen. Die Funktionssicherheit des Nachklärbeckens ist so nicht mehr sichergestellt. Und genau deshalb war die Sanierung zwingend notwendig.

Und ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn Kläranlagen haben keine Ersatzteillieferanten und die Teile sind nicht standardmäßig genormt. Individuelle Sonderbauteile müssen her und das geht natürlich ins Geld.

Die Reparaturarbeiten sind kein Kinderspiel

Thorsten Meyer von der Gemeinde Heek erklärt: „Nach 30 Jahren den Klärprozess zum Teil zu unterbrechen, ist kein Kinderspiel. Solche Eingriffe sind auch immer Eingriffe in den biologischen und chemischen Prozess. Außerdem ist der Platz hier damals knapp konzipiert worden. Da tanzen die Handwerker eng aneinander vorbei.“

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Das Ganze sei derzeit eine Art Handwerkerballett, funktioniere aber bisher reibungslos. Und auch, wenn die anfallenden Kosten im aktuellen Haushalt nicht eingeplant waren, die Zielmarke des Haushalts soll unter dem Strich erhalten bleiben.

Novum: Ein Becken der Kläranlage in Wichum steht still und sorgt für ein Handwerkerballett

Ein Blick über eines der Klärbecken © Sarah Vortkamp

Darum wird das „Zukunftsprojekt“ der Kläranlage in das nächste Jahr verschoben. Ziel dabei ist es, den Trockensubstanzanteil im getrockneten Klärschlamm weiter zu steigern. Dadurch wird dieser konzentrierter und es muss weniger Wasser entsorgt werden. Das Projekt soll Vorteile für den Geldbeutel und die Umwelt mit sich bringen.

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