Wie sich der Abbau von Ölheizungen auf Heek auswirkt

rnKlimapaket der Bundesregierung

In Heek nutzen viele Menschen noch eine Ölheizung. Eine nicht gerade umweltfreundliche Variante. Die Bundesregierung hat nun beschlossen, dass Ölheizungen immer mehr verschwinden sollen.

Heek

, 25.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade am Freitagmorgen erreicht Lutz Bröker ein Anruf. „Ein älterer Herr wollte wissen, wie er mit seiner 25 Jahre alten Ölheizung verfahren soll und ob er diese noch weiternutzen solle. Da habe ich ihm einen Öl-Brennwertkessel als Alternative empfohlen. Mit solch einem Kessel spart man 25 Prozent an Emissionen“, sagt der Geschäftsführer von Sanitär Bröker in Heek.

Der Grund des Anrufs: Die Bundesregierung hat im Zuge des Klimapaketes beschlossen, dass Ölkessel und -heizungen immer mehr aus den Kellern verschwinden sollen. Ab dem Jahr 2026 soll es zudem ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen geben. „Die Maßnahmen der Bundesregierung zum Umweltschutz sind richtig, aber man muss auch die Gebietsversorgung berücksichtigen“, meint Schornsteinfeger Andreas Reinders, der in Heek wohnt.

Ausnahmeregelungen vorhanden

Beim Thema Gebietsversorgung spielt Andreas Reinders auf die Möglichkeiten an, die die Menschen vor Ort haben. Gerade auf dem Land hätten einige nur einen eingeschränkten Zugang zu Gas und anderen Brennstoffen. Genau für diesen Fall gibt es eine Ausnahme im Gesetz: Wenn weder Gas- noch Fernwärmeleitungen in der Nähe liegen und eine Versorgung mit erneuerbarer Energie nicht möglich ist, greift die Härtefallregelung und Ölheizungen können unter Umständen weiter betrieben werden.

Wie sich der Abbau von Ölheizungen auf Heek auswirkt

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass ab 2026 keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen. © picture alliance/dpa

Lutz Bröker schätzt, dass in vielen Häusern in Heek noch Ölheizungen genutzt werden. „Das dürften reichlich sein - um die 40 Prozent.“ Daher herrscht ein großer Modernisierungsbedarf. Auch weil bei vielen Leuten alte Heizkessel noch eingebaut sind.

Regelungen zu kurz gedacht?

Hierzu hat die Bundesregierung beschlossen: Kessel, die vor dem 1. Januar 1991 eingebaut wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden - unabhängig, ob sie mit Erdgas oder Öl laufen - das gilt ab sofort. Diese Maßnahme soll dafür sorgen, dass alte, ineffiziente Kessel aus den Kellern verschwinden. Heizkessel, die nach 1991 eingebaut wurden, müssen spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden.

Schornsteinfeger Andreas Reinders hat Bedenken, ob die Regelungen im Zusammenhang mit dem Klimapaket nicht vielleicht zu kurz gedacht sind.

„Ein Verbot von Ölheizungen ist nur dann gut, wenn es gescheite Alternativen und Lösungen gibt.“ Möglichkeiten, wie man künftig die Wärme ins Haus bekommt, gibt es einige: Fernwärme, Pelletsheizanlagen, Holz, Wärmepumpen oder Erdgas (siehe Infokasten).

Gute Dämmung wäre ein erster Schritt

In Neubauten kommen momentan vor allem Wärmepumpen zum Einsatz, die Andreas Reinders für eine „super Alternative“ hält. Grundsätzlich, findet der Schornsteiger, solle man jedoch immer das Gesamtpaket bedenken. Wenn man ein Haus dämme und damit weniger Energie verbrauche, sei das schon ein Schritt in die richtige Richtung. Außerdem wären mit einer richtigen Dämmung auch lokale Arbeitsplätze verbunden.

Lutz Bröker meint, dass „es noch lange hin ist, bis die Gesetze gelten. Daher müsste man erstmal abwarten, was bis dahin noch passiert und welche Reglungen noch neu dazukommen.“

Alternativen zur Ölheizung

  • Flüssiggasheizung: Diese Anlagen lassen sich platzsparend aufstellen. Da sie auf der Brennwerttechnik basieren, nutzen sie auch verborgene Wärme aus dem Abgas zum Heizen. Es sind Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich. Ein Nachteil: Man muss sich einen Gastank kaufen - Kosten 5000 bis 6000 Euro. Alternativ kann man einen Tank mieten und zahlt 10 bis 15 Euro monatlich.
  • Pelletheizanlage: Diese Kessel verbrennen gepresste Holzreste, die zu großen Teilen aus Abfällen der holzverarbeitenden Industrie bestehen. Allerdings benötigt diese Anlage viel Platz im Haus für die Unterbringung von Wärmespeicher, Pelletlager- und Pelletfördertechnik. Zudem sind die Anschaffungskosten in Höhe von 15.000 bis 25.000 Euro nachteilig.
  • Luft- oder Erdwärmepumpe: Diese Technik macht Wärme aus der Umwelt zum Heizen nutzbar. So zapft sie zum Beispiel die Luft, das Erdreich oder das Grundwasser an, um Heizwärme effizient bereitzustellen. Allerdings kommt es beim Einbau einer Wärmepumpe auf den Zustand des jeweiligen Hauses und den Dämmstandard an. Bei Wärmepumpen muss mit Kosten zwischen 12.000 und 30.000 Euro gerechnet werden.
  • Öl-Brennwertkessel: Hierbei wird die vorhandene Ölheizung modernisiert. Wärme wird erzeugt, indem ein Brennstoff verbrannt wird und die dabei entstehenden heißen Abgase für die Erwärmung des Heizwassers genutzt werden. Für eine Modernisierung liegen die Preise bei etwa 5.000 bis 6.500 Euro. Für die Montage sowie die meist notwendige Sanierung des Schornsteins und einen neuen Warmwasserspeicher müssen zudem etwa 2.000 Euro eingeplant werden.
  • Außerdem ist eine Erdgasleitung eine Alternative. Hierfür bedarf es jedoch einer Gasleitung und eines entsprechenden Anbieters in der Nähe.
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