Polizei kann Exhibitionisten am Strönfeldsee kurz nach seiner letzten Tat festnehmen

rnStrönfeldsee

Einen 30-jährigen Exhibitionisten hat die Polizei am Montagmittag am Heeker Strönfeldsee gestellt. Der Mann ist bereits vorbestraft. Seine jüngsten Opfer hatten schnell die Polizei gerufen.

Heek

, 23.04.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mann zieht sich am Strönfeldsee aus, stellt sich nackt gegenüber von zwei Frauen hin und beginnt zu onanieren. Die geschockten Frauen tun in dieser Situation am Montagnachmittag das einzig richtige: Sie rufen die Polizei.

Die Polizeibeamten trafen den Tatverdächtigen kurz darauf noch vor Ort an, als er gerade mit seinem Auto wegfahren wollte. Der bereits einschlägig vorbestrafte 30-jährige Ahauser gestand die Tat in seiner Vernehmung und räumte auch weitere, ähnliche Taten aus den vergangenen Jahren ein. Wie viele genau, habe er nicht sagen können, so die Polizei. „Die Rede war von ein paar“, erklärt Polizeipressesprecher Frank Rentmeister auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Tatort war auch in diesen Fällen immer das Ufer des Strönfeldsees.

Keine verlässlichen Zahlen

Verlässliche Zahlen, wie oft ähnliche Fälle im Kreis Borken vorkommen, kann Frank Rentmeister auf Nachfrage nicht liefern. Nur so viel: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Täter mehrfach auffallen“, sagt er. Umso wichtiger sei es, dass sich Opfer trotz aller Scham umgehend an die Polizei wenden. „Je schneller sie uns informieren, umso besser“, erklärt er. Nur so könne die Polizei überhaupt etwas tun. So wie jetzt auch geschehen. Nur durch die schnelle Alarmierung der Polizei konnte der Täter noch vor Ort auf frischer Tat gestellt werden.

Ewald Vageshaus ist Außenstellenleiter vom Weißen Ring im Kreis Borken. Seit über 30 Jahren kümmert er sich hier in der Gegend um Kriminalitätsopfer. Genaue Zahlen hat auch er zum Thema Exhibitionismus nicht. Klar ist für ihn aber auch, dass es ein „nicht seltenes“ Problem ist. Umso erstaunlicher: „Dass tatsächlich ein Täter auf frischer Tat geschnappt wird, ist für mich gerade eine Premiere“, erklärt er am Dienstagmittag am Telefon. Auch er wirbt mit allem Nachdruck dafür, dass sich Opfer sexuellen Missbrauchs – auch Exhibitionismus zählt dazu – in jedem Fall an die Polizei wenden. Nur so sei eine Strafverfolgung möglich. „Und den Tätern muss in jedem Fall das Handwerk gelegt werden.“ Denn – das ist für ihn völlig klar: „So jemand macht das ja nicht nur einmal.“

Verständnis für Opfer

Natürlich hat er aber auch Verständnis für die Opfer: „Viele haben Angst vor unangenehmen Fragen“, erklärt er. Viele hätten auch Angst davor, eine hochnotpeinliche Situation zu schildern. „Aber das muss sein“, sagt er. Oft seien Täter und Opfer in der jeweiligen Situation ja alleine. „Ohne die Anzeige bei der Polizei läuft da gar nichts und ein Täter kann jahrelang ungestraft weitermachen“, so Vageshaus. Und selbst für den Täter könne eine Anzeige auf lange Sicht positive Folgen haben: „Etwa durch eine Therapie, die sich an eine Ermittlung oder Strafe anschließen kann“, erklärt Vageshaus. Ohne Anzeige schlage aber kaum jemand diesen Weg ein.

Polizei sucht nach weiteren Opfern

Wie die Polizei mitteilt, dauern die weiteren Ermittlungen zu dem 30-jährigen Ahauser noch an. Etwaige noch nicht bekannte Geschädigte werden gebeten, sich bei der Kripo in Ahaus zu melden, Tel. (02561) 92 60.
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