Rat rettet Platane vor der Fällung

Antrag abgewiesen

HEEK Den alten Griechen galt die dem Göttervater Zeus gewidmete Platane als heilig. In hiesigen Breiten fällt das Urteil über den Allee- und Straßenbaum profaner aus: Nicht wenige im Heeker Rat haben Verständnis gezeigt für den Antrag eines Anliegers, eine ungeliebte Platane vor seiner Haustür zu fällen. Die Mehrheit hat sich allerdings dagegen ausgesprochen und den Baum vor der Säge gerettet.

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 06.07.2009, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Um diese Platane geht es: Nach Beschluss des Rates soll sie erhalten bleiben. Dass der Baum geschädigt sei - ein Ast ist trocken - , glaubten die Politiker nicht.  Lüttich-Gür</p>

<p>Um diese Platane geht es: Nach Beschluss des Rates soll sie erhalten bleiben. Dass der Baum geschädigt sei - ein Ast ist trocken - , glaubten die Politiker nicht. Lüttich-Gür</p>

Nicht irgendein Baum, wie die Verwaltung während der Sitzung klar gemacht hat: "Wir mussten im Vorfeld des Umbaus der B 70 eine Reihe von Straßenbäumen fällen", erinnerte Bauamtsleiter Mathias Pennekamp ans Frühjahr, als fünf Platanen und elf Linden weichen mussten. "Damals haben wir klar gestellt, dass wir mit künftigen Baumfällungen zurückhaltend sein müssen" - insbesondere mit der Fällung des zur Diskussion stehenden Baumes. Denn bei ihm handelt es sich um den einzig verbliebenen Straßenbaum auf der rechten Seite der B70/Bahnhofstraße (vom Kreisverkehr kommend).

Diskussionsbedarf

Die Meinungen im höchsten Entscheidungsgremium der Gemeinde - der Bauausschuss hatte den Antrag des Anliegers zuvor bereits abgelehnt - gingen weit auseinander, auch innerhalb der Fraktionen: "Ich bin dagegen", hatte Fraktionsvorsitzender Bernhard Probst gleich zu Beginn der Diskussion klar gemacht. Der Baum mit der breiten Krone sei kein störendes Element, sondern eine Bereicherung für die Gemeinde. Probst Stellvertreter Franz Epping betrachtete den Fall weniger grundsätzlich: "Ich kann damit leben, wenn der Baum wegkommt." Das würde dem einheitlichen Erscheinungsbild der Bundesstraße noch dienen, mutmaßte er. So stünde der alte Baum zwischen den Neuanpflanzungen, die nach der Fertigstellung der Straße folgen werden, "etwas isoliert da".

SPD-Fraktionschef Reinhard Brunsch setzte sich in seltener Einmütigkeit mit seinem Gegenüber Bernhard Probst für den Erhalt ein: "Sonst nehmen wir uns den letzten grünen Tupfer." Schließlich dauere es noch eine ganze Zeit, bis die neuen Bäume - dieses Mal tief wurzelnde Arten, anders als die Platanen - groß genug seien.

Schaden an Mauer

Der Anwohner hatte darauf hingewiesen, dass die Wurzeln der Platane vor seinem Grundstück bereits Teile der Grundstücksmauer hochgedrückt hätten. Er befürchtet weitere Schäden - eine Einschätzung, die die Verwaltung nicht teilt: "Durch den erheblichen Abstand des Wohngebäudes zur Straße" gingen keine Gefahren von dem Baum aus und würde die Nutzung des Grundstückes auch nicht wesentlich beeinträchtigt, meinte der Bauamtsleiter. Das seien die Voraussetzungen, um einen Baum zu fällen. sy-

Lesen Sie jetzt