Reitverein soll seine Hausaufgaben machen

Sportausschuss hat Fragen

Der Reiterverein St. Georg Heek-Nienborg hat seine Hausaufgaben nur mangelhaft erledigt. Dieses Zeugnis stellten die Mitglieder des Sportausschusses am Montagabend nach der Besichtigung des geplanten Jugendraums in der Reithalle aus. Konkrete Fragen zur dauerhaften Auslastung, zu Unterhaltungskosten oder einem Bedarfsplan blieben zunächst unbeantwortet.

HEEK

von von Mirko Heuping

, 29.04.2015, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Mitglieder des Sportausschusses besichtigten den geplanten Jugendraum.

Die Mitglieder des Sportausschusses besichtigten den geplanten Jugendraum.

Da vor einigen Wochen bereits der Rat die Vorbereitungen des Reitervorstands bei einer ersten Vorstellung des geplanten Bauvorhabens bemängelt hatte, gibt es für den dritten Anlauf nun Nachhilfe von der Verwaltung. Frank Kösters, erster Vorsitzender des Reitervereins, und Geschäftsführerin Christine Günther schienen erleichtert ob des Hilfsangebots. „Ich schreibe Ihnen alles auf, was Sie wissen wollen. Sie müssen mir nur sagen, was Sie genau brauchen“, versicherte Günther den Ausschussmitgliedern. „Für uns ist das auch alles das erste Mal“, schob sie entschuldigend nach.

Ortstermin mit Ausschuss

Eigentlich sollte der Sportausschuss beim Ortstermin am Montag bereits einen Beschluss fassen, ob er den Antrag des Reitervereins auf Förderung zum Ausbau eines Jugendraumes unterstützt oder nicht. Diese Entscheidung stellten die Mitglieder aufgrund der vielen offenen Fragen jedoch zurück. „Erst müssen wir sehen, dass wir etwas mehr Fleisch an den Knochen bekommen“, sagte Hermann-Josef Schepers (SPD). Der Reiterverein möchte einen Raum für die derzeit 174 aktiven Jugendlichen schaffen. In der neuen Reithalle ist der Platz dafür bereits durch gemauerte Wände räumlich abgetrennt. Decke, Fenster, Inneneinrichtung, Heizung und eine Behindertentoilette sollen mit insgesamt circa 46 000 Euro zu Buche schlagen. „Einige Kosten sind allerdings ziemlich pauschal geschätzt“, kommentierte Bauamtsleiter Herbert Gausling die vom Reiterverein genannte Summe. Es seien noch einige Fragen zu klären.

Für Jugend und Reit-AG der Kreuzschule

Die Politiker signalisierten eine generelle Bereitschaft, das Projekt zu bezuschussen. Denn der Raum würde nicht nur dem Reiterverein für dessen Jugendarbeit dienen, er soll künftig auch von einer Reit-AG der Kreuzschule genutzt werden. Zudem kommen jede Woche 20 körperlich oder geistig eingeschränkte Jugendliche – unter anderem vom Wittekindshof in Gronau – zum therapeutischen Reiten in die Halle. Dieses Angebot soll auf Wunsch des Reitervereins weiter ausgebaut werden.

Statik für Betondecke

Um entsprechende Hallenzeiten vorzuhalten, soll auf den neuen Jugendraum ersten Planungen zufolge eine Betondecke gesetzt werden. Die hätte den Vorteil, dass sich die Kinder und Jugendlichen auf der Empore für den Sport aufwärmen und ihr Fitnesstraining ausüben könnten. Momentan wird für diese Zwecke noch Platz in der Reithalle belegt. Jörg Rosery (CDU) äußerte jedoch seine Bedenken, ob eine Betondecke überhaupt eine Option ist: „Geplant war beim Bau der Halle eine Holzdecke für diesen Raum. Ich würde meinen Kopf nicht dafür hinhalten wollen, dass eine Betondecke statisch auch hält.“ Diese und weitere Fragen sollen nun zeitnah geklärt werden, um das Projekt voranzubringen. Liegt ein detailliertes Konzept vor, will sich der Ausschuss erneut mit dem Thema beschäftigen.  

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