Sägen zum Wohle von Fasan und Co.

Hegering und Landjugend

Zuhause im Garten soll die Hecke möglichst gepflegt und gut zurecht gestutzt sein, damit es auch keinen Ärger mit den Nachbarn gibt. In der Natur sieht das etwas anders aus. Wie ein Heckenschnitt mit System funktioniert, erklärte das Team rund um Landwirt Peter Lenting unserer Mitarbeiterin Meike Kühlkamp.

HEEK/AHAUS

26.02.2016, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wetter ist stürmisch, die Äcker eine einzige Matschlandschaft - den Leuten der Wexter Landjugend und des Hegerings war das am Samstag reichlich egal. Da mussten halt die Gummistiefel und Regenjacken herhalten, denn Fakt ist: Irgendwer muss dafür sorgen, dass das Niederwild auch in diesem Jahr seine Nistplätze bekommt und das noch vor Märzbeginn. "Ab dem ersten März beginnt die offizielle Nistzeit von Fasanen und Co. Deswegen müssen wir uns ranhalten", erklärt Landwirt und Jäger Peter Lenting.

"Wir setzen heute die Hecken ‚auf den Stock', wie man es im Fachjargon sagt." Gemeint ist damit das gezielte Schneiden der Hecken in den ländlichen Arealen. Das Prinzip dahinter ist simpel: Die Hecken werden gestutzt, damit sie dicht wieder nachwachsen und Tieren wie Kaninchen und Fasane einen sicheren Platz zum Nisten bieten. "Wachsen die Hecken zu hoch, werden sie unten licht und bieten für Tiere keinen ausreichenden Schutz mehr. Das soll durch den jährlichen Heckenschnitt vermieden werden", erklärt Christian Lenting.

Totholz zum Nisten

Zusammen mit neun anderen Mitgliedern der Wexter Landjugend zog er mit Bagger und Säge durch das Unterholz. "Totholz stapeln wir zu kleinen Haufen und lassen es als Nistmöglichkeit zurück", so Peter Lenting. Das Holz der Hecken, die komplett bis auf den Stumpf herunter geschnitten werden, soll im März auf dem Osterfeuer brennen. Besonders wichtig sei die Pflege der Hecken zwischen den landwirtschaftlichen Flächen.

"Hier wollen wir das Brutgeschehen der Tiere besonders fördern, denn diese Hecken sind durch die ruhige Lage gut dafür geeignet", so Lenting. Gleichzeitig solle das Wild damit von den größeren Landstraßen ferngehalten werden. Doch nicht nur der Verkehr störe oftmals das Brutgeschehen. "Leute, die mit ihren Hunden in der Natur spazieren gehen, sollten sie darauf achten, dass diese auch dort angeleint sind. Wenn ein Hund einen Fasan von seinem Nistplatz scheucht, kann es sein, dass die Brut dort auf Dauer alleine gelassen wird." Und damit wären die Bemühungen der Landjugend und des Hegerings vergeblich, eine gesunde Tierpopulation zu schaffen.

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