Schlummernder Schatz in der Ammerter Mark

Pfostenhausrekonstruktion

Seit Jahren führt es ein Dornröschendasein: Das Pfostenhaus in der Ammerter Mark, das als Rekonstruktion eines steinzeitlichen Langhauses errichtet wurde, ist seit über zehn Jahren nicht mehr frei zugänglich. Geht es nach den Verantwortlichen, könnte sich das in absehbarer Zeit wieder ändern.

HEEK

, 09.06.2016, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Josef Alte Epping kann sich noch an das Gräberfeld erinnern, das hier in den 50er-Jahren ausgegraben wurde. Der Rentner wohnt in der Nähe, hat einen Schlüssel und hält für die Biologische Station Zwillbrock ein Auge auf das historische Areal. Das Ried-Dach am Pfostenhaus müsste dringend erneuert werden, sagt er. Alte Epping zeigt Löcher, wo sich ein Marder durchgebissen hat. Die Eichenpfähle habe er vor Jahren schon einmal mit einer Hilfe von der Station ausgewechselt. Jetzt müsse eigentlich die NRW-Stiftung mal etwas investieren, um den schlummernden Schatz vor dem Verrotten zu bewahren.

Schon vor Jahren ist dem Pfostenhaus in der Ammerter Mark schwer zugesetzt worden. 2003 folgte die Konsequenz aus einer Reihe von Vorfällen. "Vandalismus, Vermüllung und teure Sachbeschädigungen" zählt Elke Happe von der Biologischen Station Zwillbrock auf. Die Biologische Station verwaltet das historische Areal im Auftrag der NRW-Stiftung, der das Bodendenkmal gehört. Sie sperrte den Zugang für die Öffentlichkeit.

Station beim Sattelfest

Beim jüngsten Sattelfest der Gemeinde geriet das Pfostenhaus wieder in den Blick der Öffentlichkeit, als der Rad-Rundkurs an dem eingezäunten Grundstück vorbeiführte. "Viele waren zum ersten Mal da", sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Er würde das historische Anschauungsobjekt gerne wieder stärker wahrgenommen wissen. Dazu habe er schon Gespräche mit der Leitung der Biologischen Station geführt, erklärt er. "Die Bereitschaft ist durchaus da."

Über etwa 70 Hektar zieht sich die 1989 als Bodendenkmal unter Schutz gestellte "Ammerter Mark", wo mit Unterstützung des Heimatvereins Nienborg eine Art "Mini-Freilichtmuseum" entstand - mit Nachbauten von Gräbern aus der Stein- und der Eisenzeit und der Pfostenhaus-Rekonstuktion.

Gespräche mit Gemeinde

Doch das beliebte Ausflugsziel für Radwanderer wurde immer öfter Opfer von wilden Partys: "Schilder wurden runtergerissen, Feuer gemacht, Ried aus dem Dach gerissen", erklärt Happe. Die Biologische Station ließ das Haus schließlich einzäunen. Nur auf Anfrage bekommen Gruppen Zutritt zu dem Gelände.

Happe bestätigt, dass es Gespräche mit der Gemeinde gebe, um das Pfostenhaus aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. "Vielleicht gibt es Wege", sagt sie. Doch sie wolle dem Ausgang der Überlegungen nicht vorgreifen. Dr. Dietmar Ikemeyer, Geschäftsführer der Biologischen Station, ist aktuell in Urlaub.

Rohdiamant

Für Weilinghoff ist das Pfostenhaus ein "Rohdiamant". Der Bürgermeister: "Ziel ist es, jemanden zu finden, der sich der Sache annimmt", sagt er. Für die Gemeinde sei es nicht möglich, das Areal zu bewirtschaften. "Sowas kann man nur mit Ehrenamtlichen", sagt er. Das habe auch Dr. Ikemeyer so geäußert. Fest stehe in jedem Fall: "Man kann es nicht unbeaufsichtigt lassen."

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