Schwimmer kümmern sich nicht um Verbote

Strönfeldsee

Es ist seit vielen Jahren ein gewohntes Bild: Sobald die Temperaturen nach oben klettern, wird das Ufer des Strönfeldsees von Menschen bevölkert, die Erfrischung im kühlen Wasser suchen. Das ist eigentlich verboten. Wenn es nach Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff geht, soll sich das aber mittelfristig ändern. Es gibt Pläne für eine Umwandlung in einen Badesee.

HEEK

, 09.07.2015, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schilder weisen zurzeit darauf hin, dass Baden, Lagern oder Schlittschuhfahren hier nicht erlaubt ist. Sie sind teilweise überwuchert - fast wirkt es so, als hätten sie resigniert vor der Gewohnheit der Bürger aus den umliegenden Gemeinden, die hier seit vielen Jahren im Sommer Abkühlung suchen. Aufgestellt haben sie die Besitzer des Areals, die Entsandungsfirmen Tegro und Borgers.

Jetzt lesen

Der See ist eigentlich Privatgelände und das ist einer der Gründe, warum das Betreten hier verboten ist. Ein anderer ist, dass durch das Abbaggern des Sandes steile Kanten schon in Ufernähe entstehen können, die Strömungen und Sogwirkungen hervorrufen können. Zwei Menschen sind in den letzten Jahren dort bereits ertrunken. "Wer sich dort nicht auskennt, für den kann das schon gefährlich werden", sagt Weilinghoff im Gespräch mit der Redaktion.

Wasserqualität fraglich

Eine Familie, die bereits seit vielen Jahren dort baden geht, sieht das anders. Der Vater sagt: "Wir kommen seit 20 Jahren hierher. Man muss eben aufpassen, dass die Kinder nicht zu weit rein gehen. Aber manche Leute sind unvorsichtig oder gehen betrunken ins Wasser. Da kann natürlich was passieren, aber das könnte es woanders auch."

Es geht allerdings nicht nur um die Gefahr des Ertrinkens, sagt der Bürgermeister: "Wir wissen derzeit überhaupt nicht, ob die Qualität des Wassers überhaupt so ist, dass es als Badesee geeignet ist." Eine solche Überprüfung wird allerdings gerade in die Wege geleitet.

Badesee geplant

Mittelfristig soll das Gewässer auch offiziell zum Badesee werden. Dazu gehört nicht nur die Freigabe des Geländes für die Öffentlichkeit, sondern auch die Einrichtung von Sanitäranlagen, Parkplätzen und die Bewachung des Sees durch einen Schwimmmeister.

Ein Bebauungsplan für dieses Vorhaben liegt bereits seit einigen Jahren in der Schublade, er ist vom Rat abgesegnet. Nun komme es aber darauf an, wie lange die Baggerarbeiten noch dauern. Auf der bestehenden Fläche seien die so gut wie abgeschlossen, sagt Weilinghoff. Allerdings gebe es noch eine Straße, die den See teile. Dieses Stück möchte die Firma vielleicht noch abbauen. Der Abbau kann dann allerdings noch einige Jahre dauern.

Baden legalisieren

Sollte es so kommen, möchte Weilinghoff sich darum bemühen, dass ein weiterer Abbau und die Umwandlung zumindest eines Teils des Geländes eventuell parallel laufen können. "Es kann nicht sein, dass es noch mal 10, 15 Jahre dauert und in der Zeit noch mehr Menschen ertrinken", sagt er. Denn vom Baden abhalten könne man die Leute eh nicht, so seine Meinung.

"Ich habe dafür auch Verständnis, denn ansonsten gibt es hier in der direkten Umgebung ja auch keine Bademöglichkeiten. Aber wir beobachten das schon mit Magengrummeln." Deshalb wolle man dort Sicherheit schaffen. Weilinghoff: "Wir möchten aus der illegalen Situation eine legale machen."

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Aktion „abfallfreier Parkplatz“

Für den dauerhaft zugemüllten Parkplatz an der B70 ist keine effektive Lösung in Sicht