Seltener Blick ins Gewölbe der Ludgeruskirche

Tag des Denkmals

Er kennt "seine" Kirche und die Geschichte des Gotteshauses wie kein Zweiter. Anlässlich des Denkmaltags führte der selbst geschichts- und denkmalbegeisterte Pfarrer Josef Leyer viele junge und ältere Interessierte durch die Ludgeruskirche und hatte viele Geschichten zur Entstehung, Entwicklung über die Jahrhunderte und zu den teilweise nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Besonderheiten parat.

HEEK

von von Helmut Schwietering

, 14.09.2015, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angefangen bei den Grabsteinplatten, die hinten links und rechts vom Haupteingang aufgestellt sind, bis zum Altar mit dem Heeker Gnadenkreuz erklärte er anschaulich für alle Altersgruppen die verborgenen Feinheiten wie zum Beispiel die Figuren und deren Bedeutung am Taufbecken.

Sogar die Kleinsten hörten interessiert zu und fanden es hochspannend, als Pastor Leyer einen Jungen die Predigtkanzel hochschickte, um den Zweck dieses ganz aus Holz hergestellten Kunstwerks zu verdeutlichen. "Das Geheimnis dieser Kanzel ist die Akustik" so Leyer. Der Prediger konnte ganz normal sprechen, wurde aber im ganzen Kirchenraum gehört. Allerdings fehlten dem überraschten jungen Nachwuchsprediger die Worte, sodass der Beweis nicht angetreten werden konnte.

Große und kleine Pfeifen

Nach einem Gang durch den Innenraum ging es hoch hinaus, denn der nächste Stopp war die Orgelbühne, wo Kirchenmusiker Christian Hubert bereits auf die vielen Gäste wartete. Der Fachmann für die Heeker Kirchenorgel zeigte den erstaunten Zuhörern, aus wie vielen Büchern sich das Gotteslob für einen Organisten zusammensetzt und seine Orgelkunde für kleine und große Besucher sorgte für Stille auf der Orgelempore.

Anschaulich erklärte er anhand von Mustern die verschiedenen Arten von Pfeifen und wie diese funktionieren. Vom leisesten Ton bis zum voluminösen Klang vieler Register zeigte er die Möglichkeiten des Instruments auf und einige Kinder hielten sich wegen der Lautstärke die Ohren zu.

Taschenlampe zeigt Weg

Einen seltenen Blick auf das Kirchengewölbe zeigte wiederum Pfarrer Leyer. Bewaffnet mit einer Taschenlampe führte er den Tross die schmale Treppe hinauf, vorbei an den Glocken bis fast unter das Dach der Kirche. Von dort aus hatten die Gäste einen beeindruckenden, ganz anderen Blick auf das sonst für Besucher nicht zugängliche Gewölbe.

Wieder mit sicherem Boden unter den Füßen erklärte Pastor Leyer noch einiges zur früheren und aktuellen Geschichte der Kirche und sorgte mit einigen Anekdoten zu Beerdigungsritualen und Vorschriften aus alten Zeiten für Schmunzeln im Rund. Großer Applaus für die hochinteressanten Ausführungen bildete den Abschluss der Veranstaltung. Auf diese Weise hatten viele ihre Kirche noch nicht gekannt und zeigten sich beeindruckt.

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