Schlinge für die Täter zieht sich zu: Kriminalpolizei ermittelt in Heek auf Hochtouren

rnSpielplatzverwüstung im Stiegenpark

Knapp zwei Wochen sind seit den Verwüstungen auf dem Spielplatz in der Stiege ins Land gezogen. Seitdem ermittelt die Kriminalpolizei auf Hochtouren. Und ist den Tätern dicht auf den Fersen.

Heek

, 13.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „riesige Sauerei“ bezeichnete Herbert Gausling von der Gemeindeverwaltung das, was bislang unbekannte Täter auf dem Spielplatz in der Stiege vor allem in der Hallowen-Nacht veranstaltet hatten. Und das Bild, das sich am Tag danach (1. November) vor Ort bot, war in der Tat eine Riesensauerei.

Zigarettenkippen und Scherben im Sand, jede Menge Müll, abgetretene Mülleimer, eine verbogene Regenrinne sowie Graffiti-Schmierereien an der roten Backsteinwand des Unterstandes. Die Liste ist lang und alles andere als ein „kleiner Streich“. Darum erstattete die Gemeinde Heek auch Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung. Denn dies gilt als Straftatbestand.

Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen auf Hochtouren

Die umgehend nach Eingang der Anzeige eingeleiteten Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen derzeit auf Hochtouren. „Es sind zielgerichtete Ermittlungen“, sagt Thorsten Ohm von der Kreispolizeibehörde Borken auf Anfrage. Man sei in den vergangenen Tagen Stück für Stück voran angekommen. Und die Ermittlungen, so der Pressesprecher, liefen sehr vielversprechend. „Wir versprechen uns in Kürze konkrete Ergebnisse.“

Schlinge für die Täter zieht sich zu: Kriminalpolizei ermittelt in Heek auf Hochtouren

Die Täter haben vier von fünf Mülleimern aus der Aufhängevorrichtung getreten und in den nahe gelegenen Teich geschmissen. © Till Goerke

Damit zieht sich die Schlinge für die Täter langsam aber sicher zu. Auf welcher Basis die Ermittlungen erfolgen, dazu macht die Polizei aktuell keine Angaben. Aber kann es generell auf gesicherten Spuren am Tatort basieren? „Ganz allgemein gesprochen: Fingerabdrücke bringen nichts, wenn diese nicht schon in unserer Datenbank erfasst sind“, antwortet Polizeipressesprecher Thorsten Ohm.

Sachbeschädigung beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl

Dass die Polizei derzeit solch einen Ermittlungsaufwand betreibt, hängt damit zusammen, dass die Ereignisse dies erforderlich machen. „Der Aufwand ist der Tat angemessen. Sachbeschädigung darf nicht verharmlost werden“, stellt Thorsten Ohm klar. Schließlich gehe es darum, dass sich die Bürger im öffentlichen Raum sicher fühlen sollen. Und Sachbeschädigung – besonders in diesem Ausmaß – verringere dieses Sicherheitsgefühl.

Schlinge für die Täter zieht sich zu: Kriminalpolizei ermittelt in Heek auf Hochtouren

Nicht nur am Freitag nach Halloween lag viel Müll auf dem Spielplatz rum. Mülleimer am Unterstand fehlen durch die Zerstörung derzeit. © Till Goerke

Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht derzeit noch nicht fest. Dass sich dieser angesichts des Ausmaßes jedoch im vierstelligen Bereichen befinden werden wird, steht fest. Das bestätigt Herbert Gausling. Alleine die Anschaffung neuer Mülleimer – die Täter haben vier von fünf Mülleimern auf dem Spielplatz abgetreten und in den Teich geschmissen – wird kostspielig.

Die Täter schmissen die Mülleimer in den Teich

Man habe die Mülleimer zwar aus dem Teich bergen können, berichtet ein Mitarbeiter des Bauhofes vor Ort, aber die Eimer seien jeweils Totalschäden. „Einfach nicht nachvollziehbar, was hier passiert ist“, sagt der Mitarbeiter, ehe sich daran macht, die verbeulte Regenrinne auszumessen. Denn auch diese muss erneuert werden. „Wahrscheinlich haben sich da welche drangehängt.“

Schlinge für die Täter zieht sich zu: Kriminalpolizei ermittelt in Heek auf Hochtouren

Der Spielplatz in der Stiege ist nur mit wenigen Laternen ausgestattet. Das soll sich in Zukunft ändern. © Till Goerke

Zusätzlich zu den Reparaturarbeiten soll perspektivisch die Beleuchtung in der Stiege verbessert werden. Derzeit stehen (kommend vom Stiegengrund) bis zum Spielplatz drei, auf dem Spielgelände selbst zwei Laternen. „Wir testen derzeit schon in einem Leuchtkopf im Stiegenpark eine LED-Variante“, so Herbert Gausling. Zusätzlich sollen neue Laternen aufgestellt werden. Im kommenden Bauausschuss (20. November) soll das Thema auf der Tagesordnung stehen.

Die Stiege soll heller werden

Fakt ist: Ein Park, der in der Nacht taghell erleuchtet ist, kann nicht das Ziel sein. Das macht Herbert Gausling im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich. Fakt ist aber auch: Es soll heller werden, um eben die Anonymität durch die Dunkelheit ein Stück weit aufzuheben.

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Für die Täter oder gegebenenfalls die Erziehungsberechtigten kann die Sache übrigens teuer werden. Gemäß dem Strafgesetzbuch sind im Falle von Sachbeschädigung eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren möglich. Zusätzlich müssen die Täter damit rechnen, den entstandenen Schaden der Gemeinde ersetzen zu müssen. Das nennt sich zivilrechtliche Schadenersatzpflicht.

Kommentar

Eines vorweg: Ja, auch ich war mal jung. Und ja, auch ich habe in meiner Jugend mal jemandem einen Streich gespielt. Aber das, was sich in der Halloween-Nacht auf dem Spielplatz in der Stiege zugetragen hat, wäre mir nicht im Traum eingefallen. Was die Täter da veranstaltet haben, geht weit über das hinaus, was sich als Streich bezeichnet lässt. Vielmehr noch: Es ist ein Straftatbestand. Darum ist es völlig richtig, dass die Gemeinde Anzeige erstattet hat und die Kriminalpolizei auf Hochtouren ermittelt. Denn nur, wenn die Täter gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden können, wird diesen hoffentlich klar, was für einen Mist sie da gebaut haben. Mist, der nicht zu entschuldigen ist.
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