Tote lag in dem Teich, den der Leichenspürhund schon vor Monaten abgesucht hatte

rnLeiche in Heek

Nach monatelanger Suche hat die Polizei am Dienstag die Leiche einer vermissten 23-Jährigen aus dem Teich im Stiegenpark geborgen - genau da, wo man schon einmal gesucht hatte.

Heek

, 12.12.2018, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Flatterband, keine Blumen, nur ein paar Enten ziehen einsam ihre Kreise. Am Mittwochmorgen deutet im Heeker Stiegenpark nichts mehr darauf hin, dass hier einen Tag zuvor Polizeitaucher eine Leiche geborgen haben. Es handelte sich dabei nach Polizeiangaben höchstwahrscheinlich um die seit August vermisste Heekerin. Nur die Obduktion steht noch aus.

Dringender Tatverdacht bestand bereits seit drei Monaten, nun hat die Staatsanwaltschaft Gewissheit: Der Ehemann der lange vermissten Heekerin - der sich seit Ende September in Untersuchungshaft befindet - legte am Montag ein Geständnis ab. Er habe seine Ehefrau, mit der er drei Kinder hat, nach einem Streit am Abend des 8. August mit mehreren Messerstichen getötet und anschließend versenkt, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen mit.

Während der Vernehmung gestand der 32-jährige Russe nicht nur die Tötung der Mutter, sondern beschrieb auch, wo er die Leiche nach der Tat versteckt hatte: Im Teich des Heeker Stiegenparks. Exakt an jenem Ort, wo Ende September eine Einsatzgruppe der Polizei mit Spürhund und Boot nach der 23-Jährigen gesucht hatte. Auch die Messerattacke soll dort stattgefunden haben.

Leiche mit Steinen beschwert

Kritik am ersten Einsatz wehrte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt allerdings ab: „Der Leichnam der jungen Frau lag nicht gerade gut sichtbar am Böschungsrand, sondern in zwei Metern Tiefe und war mit Steinen beschwert.“ Wichtig sei im Moment sowieso nur, dass der Körper der jungen Frau nun endlich gefunden wurde. „Auch wenn es für die Familie diese Klarheit sicherlich schrecklich ist“, schob Botzenhardt hinterher. Durch die exakte Beschreibung des Ehemanns konnten Taucher die Leiche am Dienstag schnell bergen.

Warum der 32-Jährige gerade jetzt sein Geständnis ablegte, verriet der Oberstaatsanwalt nicht. Nur so viel: „Der Beschuldigte ließ uns über die Justizvollzugsanstalt am Montagmorgen mitteilen, dass er zu einem Gespräch bereit sei.“ Damit wurde der Verdacht von Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigt, die den Ehemann früh in den Fokus der Ermittlungen genommen hatten.

Bereits kurz nach dem Verschwinden der Heekerin ermittelte die eingerichtete Mordkommission gegen den Ehemann. „Wir hatten einen dringenden Tatverdacht, ansonsten hätten wir ihn nicht in Untersuchungshaft nehmen können“, erklärte Botzenhardt. Welche Indizien es gab, dazu schwieg der Oberstaatsanwalt auch am Mittwoch. Als „hypothetisch“ beantwortete er auch die Frage nach weiteren Verdächtigen.

Anklage wegen Totschlags

Für die Mordkommission endet nun eine monatelange Hängepartie. Zwischenzeitlich suchten die Ermittler sogar zwischen Wettringen und Metelen nach dem Leichnam. Ebenfalls wurde ein Rechtshilfeersuchen an Frankreich adressiert, weil sich dort ein möglicher Zeuge aufgehalten haben soll. Vor Gericht muss sich der 32-Jährige nun wegen Totschlags verantworten.

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