Überraschende Wende: 27-Jähriger Nienborger wird vom Vorwurf des Betruges freigesprochen

rnGerichtsprozess

Ein Ochtruper (58) und ein Nienborger (27) standen vor dem Amtsgericht Steinfurt. Der Vorwurf: Die Männer sollen sich des Betruges und der Urkundenfälschung schuldig gemacht haben.

von Norbert Hoppe

Heek

, 24.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer Verurteilung und einem Freispruch endete am Donnerstag vor dem Amtsgericht Steinfurt ein Strafverfahren gegen zwei Angeklagte aus Nienborg und Ochtrup.

Der 27 Jahre alte Mann aus Nienborg und der 58-jährige aus Ochtrup waren angeklagt, sich im Februar und März 2017 des Betruges und der Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben.

Angeklagter wollte Kredit-Voraussetzungen schaffen

Danach soll der Ochtruper im Namen des Mitangeklagten bei einer Finanzberatungsagentur mit gefälschten Gehaltsbescheinigungen und Kontoauszügen versucht haben, die Voraussetzungen für einen Kredit über 250.000 Euro für einen Hauskauf zu schaffen.

In der Verhandlung am Donnerstag erhärtete sich auf Grund der von einem anderen Gericht überlassenen Akten eines Steuerstrafverfahrens, dass der Hauskauf und der angefragte Kredit vom angeklagten Ochtruper eingefädelt waren, um möglicherweise beim Finanzamt gezahlte Vorsteuer geltend zu machen.

Nienborger hat ein Gewerbe als Import- und Exporthandel angemeldet

Allerdings war dieses am Donnerstag nicht Gegenstand des Verfahrens. Nach Begutachtung der Steuerakten war erwiesen, dass der Nienborger ein Gewerbe als Import- und Exporthandel angemeldet hatte, um das bescheinigte Einkommen plausibel zu erklären.

Nicht schlüssig geklärt werden konnte eine Stellungnahme auf dem beschlagnahmten Computer des 62-jährigen, in der jüngere Angeklagte das Prozedere des Betruges bestätigt haben soll. Auf Anraten seines Anwaltes beantwortete der Ochtruper die an ihn gerichteten Fragen des Gerichtes nicht.

Staatsanwältin fordert Bewährungsstrafe für den Ochtruper

Der Vorwurf der Anklage sei an den beiden Tagen der Hauptverhandlung im Wesentlichen bestätigt worden, so die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Sie forderte für den Ochtruper eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne, zumal im Bundeszentralregister schon einschlägige Vorstrafen verzeichnet waren.

Zusätzlich solle der Angeklagte eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Für den Angeklagten aus Nienborg beantragte sie einen Freispruch.

Wegen des erwiesenen versuchten Betruges und der Urkundenfälschung verurteilte das Gericht den Ochtruper zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro. Wegen der glaubwürdigen Aussagen und der erwiesenen Unschuld sprach das Gericht den Nienborger frei.

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