Verlauf der Massenkarambolage steht fest

A 31 bei Heek

Wie kam es zu der verheerenden Massenkarambolage auf der A 31 bei Heek am Freitagabend? Mit Hilfe des Landeskriminalamts, der Kriminaltechnik Münster und der Ahauser Wache bei der Spurensicherung gibt es einen vorläufigen Erkenntnisstand, den Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mitteilten.

HEEK

von Von Manfred Elfering

, 23.11.2011, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Ablauf der Massenkarambolage auf der Autobahn  31 bei Heek mit 51 beteiligten Fahrzeugen und 104 betroffenen Personen - darunter drei Todesopfer - scheint geklärt.

Der Ablauf der Massenkarambolage auf der Autobahn 31 bei Heek mit 51 beteiligten Fahrzeugen und 104 betroffenen Personen - darunter drei Todesopfer - scheint geklärt.

Demnach ist der Ablauf so rekonstruiert worden: Zur Unfallzeit befuhr eine 34-jährige Frau mit ihrem Ehemann und zwei Kindern die A 31 in Richtung Emden und prallte nach plötzlicher Sichtbehinderung durch Nebel auf das Fahrzeug eines 40-jährigen Niederländers. Beide Fahrzeuge kamen auf der Fahrbahn zum Stillstand, was die Fahrer der direkt nachfolgenden Wagen jedoch erkannten: Nach derzeitigem Stand hielten vor dieser Unfallstelle vier Autos an, deren Insassen teilweise ihre Fahrzeuge verließen, um Erste Hilfe zu leisten.

Unmittelbar danach kam es zunächst zu einer Kollision von etwa 20 weiteren Fahrzeugen, deren Fahrer zwar noch entsprechend reagierten, eine Kettenreaktion jedoch nicht mehr verhindern konnten. Viele der Betroffenen stiegen ebenfalls aus, um anderen Beteiligten Hilfe zu leisten oder aus der Gefahrenzone zu gelangen, darunter eine 44-Jährige Frau aus Köln und ein 50-jähriger Legdener. Sie beide wurden im Zuge einer weiteren Massenkollision von rund 25 Fahrzeugen, die aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse auf die bereits stehenden Fahrzeuge auffuhren, erfasst und tödlich verletzt. Das dritte Todesopfer, ein 28-jähriger Mann aus Nordhorn, wurde mit seinem Fahrzeug über die Leitplanke geschleudert.

„Die bisherige, noch nicht vollständig abgeschlossene Auswertung der Spuren bestätigt den festgestellten Unfallverlauf“, stellt Leitender Polizeidirektor Udo Weiss aus Münster fest. Von Beginn an waren unter anderem drei Ermittlungsteams des Verkehrskommissariats eingesetzt. So sei es möglich gewesen, bereits zwei bis drei Stunden nach dem Unfallereignis eine Mindestzahl von 84 beteiligten Personen und 51 beteiligten Fahrzeugen zu nennen. Nach sechs Stunden stand für die Ermittler dann fest, dass insgesamt 104 Personen an dem Unfall beteiligt waren. Mit allen Beteiligten nahm die Polizei Verbindung auf und ermittelte Zeugen, durch deren Aussagen der Unfallhergang im Abgleich mit der festgestellten Spurenlage nachvollziehbar wurde. „Somit ergab sich ein konkretes Bild, das sich im Erstellen einer digitalen Skizze konkretisierte“, so Weiss.

Damit ist die Arbeit der ermittelnden Behörden allerdings noch längst nicht abgeschlossen. Oberstaatsanwalt Heribert Beck von der Staatsanwaltschaft aus Münster: „Wir müssen ermitteln, ob und in welchem Umfang wir Beteiligten strafrechtliches Fehlverhalten vorwerfen können. Erst wenn diese Ermittlungen im Detail der Staatsanwaltschaft vorliegen, kann sie über die weiteren Schritte im Strafverfahren entscheiden.“

Lesen Sie jetzt