Vernetzte Lebenswelten per Vertrag

Jugendhaus und Kreuzschule

Die Schüler der Klasse 7a wuseln fröhlich durchs Jugendhaus, kickern, spielen Billard oder quatschen. Martina John, Leiterin der Kreuzschule, hat die Jugendlichen ins „Zak“ gebeten, als parlamentarische Abordnung sozusagen. Anlass für den Ortstermin ist ein neuer Kooperationskontrakt, den die Schule mit dem Jugendhaus geschlossen hat.

HEEK

von Von Frank Zimmermann

, 08.12.2011, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Für die offizielle Kooperationsvereinbarung brachte Schulleiterin Martina John die komplette Klasse 7a mit.

Für die offizielle Kooperationsvereinbarung brachte Schulleiterin Martina John die komplette Klasse 7a mit.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen ist schon seit Jahren etabliert, wie sich jüngst bei den Suchtpräventionstagen wieder zeigte. Deshalb zog dieser Schritt Erklärungsbedarf nach sich: „Wir haben uns gefragt, ob wir nur Dienstleister für die Schule sind und wo der Gewinn für uns bleibt“, erklärt Heike Niehoff vom Jugendhaus die Ausgangslage. So habe sich herauskristallisiert, dass die Zusammenarbeit tatsächlich einen Gewinn für beide Seiten bedeutet. Die Schule wird zum Beispiel um einen außerschulischen Lernort erweitert und das Jugendhaus kann Jugendliche ansprechen, die das Freitzeitangebot für sich noch nicht entdeckt haben. Ein weiteres Ergebnis der Überlegungen: Die Zusammenarbeit müsste besser strukturiert werden. So entstand die Vertragsidee. Darin sind nun vier Projekte festgeschrieben: Kennenlerntage für die Jahrgangsstufe fünf, Suchtprävention und ein Berufserkundungstag für die Achtklässler sowie die Berufswahlorientierungstage für die Jahrgangsstufe neun. Das Dokument klärt außerdem Detailfragen wie Ort, Finanzierung, Zuständigkeiten und Erfolgskriterien. „Außerdem gibt es für jedes Projekt noch einen separaten Kontrakt“, ergänzt Sozialpädagogin Katharina Hörnemann. „Darauf bin ich ganz stolz, das haben nämlich nicht viele Schulen“, sagte Martina John. Sie findet, dass dieser Schritt auch für die Schüler ganz wichtig sei, schließlich bedeute er eine Vernetzung von zwei Lebenswelten der Jugendlichen. Die findet aber auch weiterhin neben der vertraglich geregelten Zusammenarbeit statt. Wenn das Jugendhaus beim Tag der offenen Tür in der Kreuzschule seinen „heiß begehrten“ Cocktailstand aufbaut zum Beispiel.

Lesen Sie jetzt