Von Bernhard Steinhoff zu Manfred Pieper

125 Jahre Kirchenchor

HEEK Ein nicht alltägliches Jubiläum in der Geschichte des Kirchenchors St. Cäcilia Heek läutete das Ende der "Ära Steinhoff" ein: Im Oktober 1959 feierte Bernhard Steinhoff mit 75 Jahren seine Laufbahn mit jeweils 50 Jahren als Küster, Organist und Leiter des Kirchenchors in Heek.

22.07.2009, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon ein Jahr vor der offiziellen Feier begann der Chor, kirchliche und weltliche Gesänge einzuüben, mit denen er seinen Dirigenten erfreuen und die Jubiläumsfeierlichkeiten musikalisch umrahmen wollte. Die umfangreichen Proben leitete Rektor Clemens Tenbrink, der seit 1956 in Heek als Pädagoge tätig war. Er spielte die Orgel und dirigierte immer wieder vertretungsweise den Chor. Die offizielle Jubelfeier für "de Köste" fand am Tage nach seinem Geburtstag unter großer Anteilnahme der Heeker Bevölkerung statt. In dem Festhochamt sang der Chor die "Missa Secunda" von Haßler.

Die anschließende Feierstunde im überfüllten Saal "Zum Alten Kaiser" zeigte, wie beliebt Steinhoff in Heek gewesen ist. Chor und Musikkapelle sorgten Feier für den musikalischen Rahmen. Begleitet von einer Bläsergruppe brachte der Chor auch das "Lobet den Herren" von Doppelbauer zur Aufführung. Solange es eben ging, blieb Steinhoff "seinem" Chor als Dirigent treu. Sein hohes Alter und gesundheitliche Gründe zwangen ihn schließlich im Jahr 1962, die Chorleitertätigkeit aufzugeben. Bernhard Steinhoff starb am 5. Mai 1968.

Übergangszeit

Für den Chor und die Chormitglieder begann jetzt eine recht schwierige Zeitspanne, die über zwei Jahre andauern sollte. Zeitweise war sogar das Weiterbestehen des Vereins gefährdet. 1962 konnte zunächst Josef Erdhütter für die Leitung des Chors gewonnen werden. Er leitete auch gleichzeitig den MGV "Sängerlust" Ahaus.

Weil Erdhütter von Ahaus fortzog, war der Chor ab Oktober 1963 schon wieder ohne Dirigent, bis Egon Hessing das Chorleiteramt übernahm. Er war seinerzeit aktives Mitglied des Chors und hatte auch vorher schon einige Male den Chor dirigiert, wenn Erdhütter verhindert war. Egon Hessing übte die Tätigkeit des Chorleiters bis April 1964 unentgeltlich aus. Sonntags half Manfred Pieper schon als Organist aus.

Mit dem dauernden Dirigentenwechsel war kontinuierliche Probenarbeit nicht möglich - und somit auch keine regelmäßigen Auftritte des Chors. Es hätte sogar zur Auflösung des Chores kommen können, wenn sich kein geeigneter Dirigent gefunden hätte. Im Wonnemonat Mai des Jahres 1964 jedoch ist die eifrige Suche einiger Chorstrategen nach einem Chorleiter endlich belohnt worden: Beim Ahler Schützenfest gelang es den altbewährten Sängern Heinrrich Böckers und Adolf Kühlkamp, mit Manfred Pieper als neuen Dirigenten zu gewinnen.

Mit Manfred Pieper und seiner unkomplizierten, aber fordernden Art gegenüber den Sängerinnen und Sängern, mit seine zielstrebigen und künstlerischen Ehrgeiz begann für den Heeker Kirchenchor eine neue Zeit - zumal im Zeichen des 1963 verabschiedeten "Zweiten Vatikanischen Konzils" und der einsetzenden Diskussion über die neue Ausrichtung der Kirchenmusik.

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