Warum Brände von E-Autos für den Löschzug Heek zum Problem werden können

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Immer mehr E-Autos sind auf deutschen Straßen unterwegs. Auch im Kreis Borken. Geraten diese Autos in Brand, wird es kompliziert für die Feuerwehr. Und das vor allem aus einem speziellem Grund.

Heek

, 21.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Diskussionen um den Klimaschutz sind allgegenwärtig. Auch in Heek. So sind auch immer mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs. Auch ist der Ausbau des E-Car-Sharing eine denkbares Szenario. Doch birgt das Ganze auch Gefahren? Aus Sicht der Feuerwehr ja. Denn geraten E-Autos in Brand, stellt das beispielsweise den Löschzug Heek vor ein große Herausforderung.

Denn die E-Mobilität birgt Tücken. Tücken, die in der Beschaffenheit der Batterien der E-Autos begründet sind. Wichtig: Laut ADAC brennen E-Autos zwar nicht häufiger als Benziner, aber sie stehen im wörtlichen Sinne unter Strom. Die Energie der E-Autos steckt im Akku im Unterbau des Fahrzeugs. Wenn dieser bei einem Unfall Feuer fängt, kann das Dilemma groß sein.

Akku kann viel Energie freisetzen

Denn der Akku kann unheimlich viel Energie freisetzen. Die Flammen zu löschen ist dann sehr schwierig. Nur massiver Wassereinsatz und ein kontinuierliches Herunterkühlen des Akkus hilft. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich diese wieder von selbst entzünden. Genau vor diesem Problem stand der Löschzug Heek auch Ende Juli bei einem Brand in einem Heeker Unternehmen.

Dort hatten mehrere elektrische Gabelstapler samt Akkus Feuer gefangen. Einfach mal eben löschen? Nein. Mit präziser Feinarbeit wurde die Akkus ins Freie und dann in einen Spezialcontainer der Ahauser Berufsfeuerwehr befördert. Dieser ist wasserundurchlässig und wurde geflutet. So wurden Batterien runtergekühlt und ein (erneutes) Entzünden verhindert.

Löschzug Heek besitzt keinen Spezialcontainer

Doch genau an dieser Stelle ist das Problem. Der Löschzug Heek besitzt keinen eigenen Spezialcontainer. Und das, obwohl der Löschzug auch für einen Teilabschnitt der A31 zuständig ist. Und auf der Autobahn ist die Wasserverfügbarkeit ohnehin stark begrenzt. Hydranten gibt es keine. Die Löschfahrzeuge bringen Wasser und Schaum mit.

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Brennt also auf der Autobahn ein E-Auto – diesen Fall hatte der Löschzug Heek noch nicht – muss mit dem mitgeführten Wasser gehaushaltet werden. „Wir können darum nur hoffen, dass wir in so einem Fall den Container aus Ahaus bekommen können“, so Jörg Latussek vom Löschzug. „Wie wir fachlich mit so einer Situation umgehen müssen, wissen wir. Das können wir. Uns fehlt aber das dafür notwendige eigene Equipment.“

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2010 wurde der Brandschutzbedarfsplan für die Heeker Feuerwehr verabschiedet. 2017 angepasst. Darüber ist auch die Ausstattung der beiden Löschzuge geregelt. Einen Spezialcontainer hat die Feuerwehr bisher nicht erhalten. Warum? Weil ein solcher bisher im Bedarfsplan nicht vorgesehen ist. Immerhin absolvierte der Löschzug Heek 2018 unter anderem ein Spezialtraining, um die Gefahren eines E-Auto-Brandes kennenzulernen und zu erarbeiten, wie in diesen Fällen vorzugehen ist.

Feuertaufe mit Bravour bestanden

„Das Löschen ist nicht das Problem, sondern die Logistik und das Equipment“, stellt Jörg Latussek klar. Übrigens: Der E-Stapler-Brand Ende Juli war für den Löschzug Heek die „Feuertaufe“ in Sachen Elektroautos. Laut des Heeker Feuerwehrchefs Heinz-Peter Rump hat der Löschzug diese mit Bravour bestanden. Und glücklicherweise stand auch der Spezialcontainer der Ahauser Feuerwehr zur Verfügung. Eine Garantie, dass der Container immer verfügbar ist, gibt es natürlich nicht.

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„Ein eigener Container wäre daher für uns von großem Vorteil, um ein eigenes Logistiksystem aufbauen zu können. Das wäre ganz essentiell für unsere Arbeit“, erklärt Jörg Latussek. Noch ist das aber Zukunftsmusik.

Aber bedenkt man, dass E-Autos auch im Kreis Borken immer mehr auf dem Vormarsch sind, wäre eine dementsprechend passende Ausstattung der Heeker Feuerwehr nicht von Nachteil. Gab es zum Stichtag 31. Dezember 2016 nur 149 E-Autos im Kreis Borken, waren es 2017 bereits 224 und 2019 sogar 593.

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