Weniger Delikte in Heek, aber mehr schwere Straftaten

rnKriminalitätsstatistik der Kreispolizei

Weniger Delikte und ein Spitzenplatz im Sicherheits-Ranking – doch die positive Entwicklung der Kriminalstatistik wird in Heek überschattet von einem Anstieg bei den schweren Straftaten.

Heek

, 07.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als im Dezember eine getötete Heekerin aus dem Teich im Stiegenpark geborgen wurde, stand Heek unter Schock. Der Totschlag, die erste Straftat gegen das Leben seit 2006, überschattet eine ansonsten positive Entwicklung der Heeker Kriminalstatistik. Denn trotz gestiegener Einwohnerzahl ist die Zahl der Straftaten im Jahr 2018 von 375 auf 305 gesunken, ein Rückgang von fast 19 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang im Kreisgebiet. Dies geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Kreispolizei hervor.

Straßenkriminalität

Zwar sank die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität deutlich von 131 auf 95 (minus 27,5 Prozent). Dem stehen allerdings mehr Fälle von Gewaltkriminalität gegenüber (von 9 auf 12). Dazu zählen vor allem schwere Delikte wie etwa Raub, Totschlag oder schwere Körperverletzung. Demnach gab es in Heek statistisch eine schwere Straftat pro Monat. Diese allerdings wurden zu über 90 Prozent aufgeklärt. Als aufgeklärt im Sinne der Statistik gilt eine Straftat, wenn die Polizei mindestens einen Tatverdächtigen ermitteln konnte. Weniger Fälle von Körperverletzung (von 34 auf 28) gab es 2018. Auch hier wurden mehr als 9 von 10 Fällen (92,9 Prozent) aufgeklärt.

Diebstahlsdelikte

Sehr positiv fällt die Entwicklung bei den Diebstählen aus. Diese gingen von 181 auf 126 um über 30 Prozent zurück. Allerdings wurde weniger als jeder zehnte Diebstahl (7,9 Prozent) aufgeklärt. Zwar wurden im vergangenen Jahr deutlich weniger Fahrräder gestohlen (von 54 auf 36) und Autos aufgebrochen (von 39 auf 11), doch konnte die Polizei keinen einzigen dieser Fälle aufklären. Die geringe Aufklärungsquote sei für Diebstahl-Delikte typisch, teilte Kreispolizei-Sprecher Thorsten Ohm mit. Das stimmt zwar, allerdings fällt die Aufklärungsquote im Kreisdurchschnitt (20,8 Prozent) mehr als doppelt so hoch aus wie in Heek. Und niemals in den vergangenen zehn Jahren lag die Quote in Heek so niedrig wie 2018. Auch die Gesamt-Aufklärungsquote (46,2 Prozent) liegt unter dem Kreisdurchschnitt (53,5 Prozent).

Der Totschlag im Stiegenpark war die erste Straftat gegen das Leben seit 2006.

Der Totschlag im Stiegenpark war die erste Straftat gegen das Leben seit 2006. © Markus Gehring

Sieben Mal stiegen Einbrecher in fremde Wohnungen ein. Damit ging die Zahl der Wohnungseinbrüche erneut zurück. 2016 waren es noch 15 und 2017 noch 11 Einbrüche. Hier liegt Heek im kreisweiten Trend, denn im Kreis Borken ging die Zahl der Einbrüche um rund ein Drittel zurück.

Mit sechs Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es doppelt so viele bekanntgewordene Fälle wie im Vorjahr. Thorsten Ohm führt dies zum einen auf einen auf eine Verschärfung des Strafrechts zurück. Zum anderen hätten der gesellschaftliche Wandel und die Me-Too-Debatte zu einem anderen Anzeigeverhalten geführt, so Ohm. „Es kommt daher zu einer Verschiebung vom Dunkel- in das Hellfeld.“ Im gesamten Kreisgebiet stieg die Zahl der bekanntgeworden Fälle um mehr als 35 Prozent.

Mehr Drogendelikte

Auch die Zahl der Drogendelikte stieg 2018 deutlich: von 18 auf 30, ein Anstieg um zwei Drittel. Dieser Trend ist kreisweit zu beobachten. Fast 30 Prozent mehr Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gab es im Kreis Borken. „Heek stellt somit keinen Einzelfall dar“, so Thorsten Ohm. Harte Drogen sind aber die Ausnahme. Der größte Anteil der Verstöße gehe auf die Einfuhr von Cannabis aus den nahegelegenen Niederlanden zurück, so Ohm.

In Heek lebt es sich sicher

Insgesamt lebt es sich in Heek sehr sicher. Im kreisweiten Vergleich der Kriminalitätshäufigkeit belegt die Gemeinde einen Spitzenplatz. Nur in Raesfeld und Reken gab es 2018 weniger Straftaten pro 100.000 Einwohner als in Heek (3592). Damit liegt die Gemeinde nicht nur deutlich unter dem Kreisdurchschnitt (6022), sondern auch um rund 50 Prozent unter dem Landesdurchschnitt in NRW (7168).

Auch im 10-Jahres-Trend spiegelt sich die positive Entwicklung wider. So ging die Zahl der Straftaten in den vergangenen zehn Jahren um mehr als ein Viertel zurück. Und noch 2014 hatte die Gemeinde zu den sechs Gemeinden im Kreis mit den meisten Straftaten bezogen auf die Einwohnerzahl gehört.

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