Züchter bereiten ihre Tiere gewissenhaft auf Schausaison vor

Vogelfreunde Heek

Entspannt und in perfekter Körperhaltung sitzen die Vögel bei Ausstellungen auf den Käfigstangen. Sie präsentieren ihr glänzendes Federkleid und posieren scheinbar für die Preisrichter und Besucher. Was wie eine Selbstverständlichkeit aussieht, ist jedoch das Ergebnis jahrelanger Zucht und erfolgreichen Trainings.

HEEK

19.01.2016, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über fast 100 Jahre Zuchterfahrung verfügen Helmut Gausling, Norbert Lenfers und Hermann Nacke. Die drei sind Mitglieder des Vereins Vogelfreunde Heek. Insgesamt 13 Züchter gehören derzeit dem Klub an.

Nur ein paar Minuten braucht der 66-jährige Helmut Gausling, um einem Jungvogel anzusehen, "ob es Sinn macht, ihn zu trainieren". Sitzt der Jungspund wild zappelnd auf der Stange, flattert nervös durch den Käfig oder bleibt auf dem Boden hocken, wenn man gegen den Käfig klopft, ist er für Ausstellungen nicht zu verwenden. "Wenn ein Vogel wie ein Schlappi auf der Stange sitzt, kann man nicht gewinnen", erzählt Norbert Lenfers (66).

Immer im Training

Regelmäßig werden die Tiere trainiert. Dazu stecken die Züchter sie aus den großen Volieren in kleine Boxen. So gewöhnen sich die Vögel an die für Ausstellungen typische Umgebung.

Zudem sorgen die Züchter durchs Tippen an den Käfig dafür, dass die Vögel die richtige Position einnehmen. Doch nicht nur die richtige Haltung ist wichtig. Das perfekte Zusammenspiel von Kondition, Farbe, Gefieder und Größe macht letztlich einen idealen Ausstellungsvogel aus.

Futter aus der Natur

"Zwei Wochen vor einer Ausstellung kann man noch nicht wissen, wie die Vögel später in Form sind", sagt Norbert Lenfers. Da können schon mal zwischendurch noch zum Beispiel Probleme mit dem Gefieder auftreten, oder die Tiere machen keinen topfitten Eindruck. Dass das nicht eintritt, dafür tun die Züchter einiges. "Am besten gibt’s das ganze Jahr auch Futter aus der Natur", sagt Helmut Gausling. Hermann Nacke (79) springt ihm verbal zur Seite: "Ab dem Frühjahr gibt es Grünfutter, wie zum Beispiel Löwenzahn. Es können aber auch Beeren und Äpfel sein."

Die Brut wird mit einem speziellen Keimfutter eingeläutet. "So werden die Vögel in Brutstimmung gebracht", erläutert Helmut Gausling, Er ist, genauso wie seine beiden Vereinskameraden, ein großer Naturliebhaber. Gausling: "Ich habe nur Hobbys, die was mit Natur zu tun haben." So ist er auch noch Mitglied in einem Schäferhundeverein und einem Angelverein.

Vögel austauschen

Die Vögel brüten etwa 20 Tage lang. Nach dem Schlüpfen werden die meisten Vogelarten nach zehn Tagen beringt. "Sie müssen dann sehr gut gefüttert werden", betont Helmut Gausling. Wenn von vier geschlüpften Jungvögeln ein Tier für Ausstellungen geeignet ist, "bin ich der glücklichste Mensch".

Tiere, die vielleicht nicht für den Wettbewerb geeignet sind, werden entweder in der eigenen Zucht verwendet oder mit anderen Züchtern getauscht. "So bekommt man frisches Blut in die eigene Zucht", erklärt Hermann Nacke. Und mit neuem Genmaterial kommt man dem Ziel, dem perfekten Vogel, der 100 Punkte auf einer Ausstellung bringt, vielleicht wieder ein Stück näher.

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